Wilde Horde

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 30.04.2007
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Wilde Horde von Hasbro
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Zur Spielvorbereitung werden zwei Kartenstapel entsprechend ihrer Rückseite sortiert und separat gemischt. Die 24 Karten mit den Wilde-Horde-Figuren werden in vier Spalten und sechs Reihen auf dem Tisch ausgelegt. Dabei hat die oberste Reihe vier Karten, dann legt man in einem Abstand die nächsten achten Karten und zuletzt mit Abstand die nächsten zwölf. Anschließend werden die Bestechungskarten gleichmäßig verdeckt an alle Spieler verteilt.

Das Spiel geht über so viele Runden, wie Spieler teilnehmen. In jeder Runde werden zwölf Stiche mit jeweils einer, zwei oder drei wilde Horde Karten verteilt. Der Startspieler spielt eine Karte offen aus und die anderen Spieler müssen eine Karte mit gleichem Symbol spielen. Hat man keine passende Karte darf man eine andere spielen, man nennt dies abwerfen. Der nächste Spieler muss aber wieder das ursprüngliche Symbol ausspielen. Wurde ein Trumpf gespielt (eine Keule), muss dieser erst bedient werden. Die Keule mit dem höchsten Wert sticht jede Karte. Gewinner eines Stichs ist entweder der Spieler, der den höchsten Kartenwert mit dem Symbol der ersten Karte gespielt hat oder derjenige mit dem höchsten Trumpf. Durch das Abwerfen anderer Karten kann man nie einen Stich bekommen.

Der Gewinner des Stichs spielt die nächste Karte aus und nimmt eine Wilde-Horde-Karte aus der Tischmitte an sich. Die Gewinner der ersten vier Stiche erhalten je eine Karte aus der obersten Reihe. Die nächsten Gewinner erhalten dann zwei untereinander liegende Karten und die Gewinner der letzten vier Stiche erhalten je drei Karten. Jeder Spieler legt die Wilde-Horde-Karten vor sich ab, die Bestechungskarten kommen aus dem Spiel. Auf den Karten sind die jeweiligen Punkte angegeben. Zwei der Wilde-Horde-Typen lassen sich aber nicht so einfach bestechen. Beim Einsiedler und beim Höhlenmaler zählt nie die Keule als Trumpf. Um sie zu erhalten, muss man für den Einsiedler mit der niedrigsten Karte einer Art bestechen oder für den Einsiedler mit der höchsten Karte einer Art.

Sind alle Wilde-Horde-Karten verteilt, kommt es zur Wertung der ersten Runde. Dabei werden die Kartenwerte addiert mit Beachtung einzelner Sonderkarten, die zum Bespiel Punkte verdoppeln. Hat ein Spieler keinen Stich gewonnen erhält er 20 Trostpunkte. Anschließend geht es zur nächsten Runde, die wieder wie oben beschrieben verläuft. Das Spiel endet, wenn alle drei oder vier Runden gespielt wurden. Der Spieler mit den meisten Gesamtpunkten gewinnt.

Wilde Horde ist ein witzig gestaltetes Kartenspiel bei dem auf eine altbewährte Spielidee zurückgegriffen wurde. Nachdem man die etwas unübersichtliche Anleitung durchschaut und die einzelnen Typen der Wilde Horde und ihre Bedeutung verinnerlicht hat, kann munter drauflos gezockt und gestochen werden. Dabei gibt es je nach Spieler unterschiedliche Spielweisen, die zum Ziel führen. Nimmt der eine jeden Stich mit, den er bekommen kann, wartet der Andere gezielt bis die entsprechenden Typenkarten vorne liegen, die besonders viele Punkte geben. Die zwei besonderen Typenkarten der Einsiedler und der Höhlenmaler machen das Spiel zusätzlich interessant, weil hier ausnahmsweise nicht die Keule sticht. Schließlich kann aber beim Spiel, egal für welche Taktik man sich entscheidet, ruhig hoch pokern, denn am Ende der Runde gibt es ja auch Punkte ohne Stich, was besonders für Kinder schön ist und den Spielspaß auch für die nächsten Runden erhält. Wilde Horde ist ein Spiel für die ganze Familie, das schnell gespielt und daher kurzweilig ist, aber aufgrund der Komplexität eher ältere Kinder und Erwachsene anspricht.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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