Wort-Schatz

THINK - Training für den Kopf

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 15.12.2009
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Think: Wort-Schatz von Ravensburger

Die THINK-Reihe zeichnet sich dadurch aus, dass beim Spielen ein Mehrwert für die Spieler geschaffen werden soll, bei Wort-Schatz beispielsweise durch Steigerung der Sprachkompetenz und Kreativität der Beteiligten. Ein lobenswertes Unterfangen, bei dem das rein Spielerische allerdings etwas auf der Strecke bleibt. Doch alles schön der Reihe nach.

Zu Beginn ist aus neun Einzelteilen das Spielbrett zusammenzusetzen, auf dem zweimal sechs Reihen mit je acht Unterteilungen rasterförmig übereinander gelegt sind. Jede der Unterteilungen zeigt ein kleines Einzelsujet, das sich, neben zusätzlichen Sujets und auch Einzelbuchstaben des Alphabets, auf einer der 100 Spielkarten findet. Die Spieler müssen mit ihren sechs Spielsteinen die gegenüberliegende Seite des Rasters erreichen, wobei jede Position der Feldreihen durch höchstens einen Stein belegt werden darf.

Um vorzurücken, müssen unter Zeitdruck Begriffspaare gebildet werden aus den Sujets, die durch die Position der Steine im Raster und eine jede Runde neu gezogene Spielkarte vorgegeben werden. Wer zuerst eine richtige Lösung hat, darf seinen Spielstein um ein Feld vorrücken, bis der Sieger mit all' seinen Steinen die Zielfelder am anderen Ende des Rasters erreicht hat.

So klar die Ausgangslage und Aufgabe des Spiels, so problematisch auch das Beurteilen der Lösungsvorschläge der Spieler. Das Ganze ist vergleichbar mit dem altehrwürdigen Scrabble, das schon friedfertigste Spielrunden in kaum enden wollende Streitereien gestürzt hat. Zugelassen sind nämlich nicht bloß Wortkombinationen der jeweiligen Vorgaben (Finger + Ring = Fingerring), sondern auch Kombinationen von Eigenschaften ( Finger + goldener Ring = Goldfinger) oder gar Adjektiven der einzelnen Sujets (Feuer + Buchstabe W = brennender Wald).

Die Spielanleitung sieht vor, Zweifelsfälle durch die Spielrunde entscheiden zu lassen und verlangt dabei gegenseitige Offenheit und Toleranz. Unklar bleibt allerdings, wie laut Anleitung als korrekt bezeichnete Lösungsvorschläge abgegrenzt werden wollen von jenen, die möglicherweise doch sehr an den Haaren herbeigezogen erscheinen und bei aller Toleranz und Offenheit nicht zugelassen werden sollen. Ein Ding der Unmöglichkeit! Und so artet das Ganze rasch aus in anfängliche Diskussionen, gefolgt von schierer Beliebigkeit, bei der jede auch noch so abstruse Verknüpfung der jeweiligen Sujets ein Vorrücken des entsprechenden Spielsteins erlaubt.

Klar, dass auf diese Weise Sprachbegabung und Schlagfertigkeit belohnt werden. Unbestreitbar aber auch, dass dadurch das Spielerische sehr rasch auf der Strecke zu bleiben droht. Wort-Schatz erweist sich so als ideales Hilfsmittel, um mit Worten spielen zu können. Als eigentliches Spiel ist es hingegen kaum zu gebrauchen. Man müsste das Ganze halt einfach eher über die Lehrmittelzentrale als über den Spielehandel vertreiben …

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1 - 4
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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