X-Bugs

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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X-Bugs von Fantasy Productions
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Was ist das? Plastikscheiben und Würfel zum selber bekleben? Dann die komischen Plättchen auf einen Tisch mit weicher Unterlage verteilen und - häh??? - die Plastikdinger schnippen??? Flohspringen? Wie, das sind kleine Käfer-Armeen, die sich bekriegen? USATROPODEN, SOVIETOPTER, CHITINIANS und FLYBORGS? Willkommen im Mikrokosmos! Die Ausstattung des Spiels schreckt ab. Dass man sich Würfel selbst bekleben muss, gab es ja schon lange nicht mehr, und dass dieser Haufen Plastik auch noch Geld kosten soll (immerhin um die 20 DM), ist schon allerhand. Um so überraschender ist allerdings das Ergebnis. Nimmt man sich mal die Zeit, das Spiel wirklich auszuprobieren, ist - trotz aller Abneigung gegen kriegerische Handlungen - ein wahrhaft spaßiger Feldzug der Käferarmeen eine nette Belohnung. Um es vorweg zu nehmen: X-Bugs ist weder etwas für Leute, die ein "richtiges" (Brett-)Spiel suchen, noch für welche, die sich der Gruppe der "Viel-Spieler" zugehörig fühlen. Auch qualitativen Ansprüchen in Bezug auf Material kann das Spiel nicht gerecht werden. Aber es ist ein sehr eigenes und witziges Spiel, das die Laune bei der entsprechenden Zielgruppe enorm heben kann. Zum Prinzip: Es gibt verschiedene Käferarmeen, die aus kleinen Plastikchips bestehen. Jede Armee besteht aus unterschiedlichen Käferarten, die allesamt militärisch verpackt sind (zum Beispiel Flammenwerfer, Intruder, Bazookas...). Dazu verfügt jede Armee über drei Heimatbasen, die besondere Möglichkeiten eröffnen und Mittels errungener "Vorratsplättchen" um eine Stufe verbessert werden können. Ziel des Spiels ist es, mit seinen Armee-Käfern die gegnerischen Heimatbasen zu zerstören und damit aus dem Spiel zu bringen. Wem dies zuerst gelingt, der ist der Sieger (jawohl, Sieger, nicht der Gewinner!). Die Käfer "schnippt" man mit einem weiteren Plastikmarker - wie bei Flohspringen - über den Tisch. Jedes Mal, wenn ein eigener Käfer auf einem gegnerischen landet (darunter wäre ein böser Patzer...), wird dieser aus dem Spiel genommen. Nach und nach kann man so die feindliche Armee dezimieren und die Hauptbasen angreifen. Spezielle Fähigkeiten der einzelnen Käfer bringen zusätzliche Spannung in das Spiel. Nun ist es beileibe nicht so, dass X-Bugs ein wahnsinnig gutes Spiel ist. Auch ist gerade in Anbetracht des Zeitgeschehens ein "militärisches" Thema ein schweres Handicap. Dennoch ist zur Schande der Tester zu gestehen, dass das Spiel wirklich Spaß macht. So viel Fun ohne Anspruch bei einem Spiel hatten wir schon lange nicht mehr auf der Tischdecke. Und die gehört unbedingt dazu, denn ohne springen die Käfer nicht so gut. Wer übrigens jetzt der Meinung ist, dass das Spiel nicht schwierig ist, soll bitte mal die Plättchen punktgenau schnippen - ganz schon schwierig ;-)

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2001
Spielkategorisierung
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