XIG

The Four Elements

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.12.2006
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XIG von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Zwar ist es nicht neu, Puzzleteile bei einem "Brettspiel" miteinander verbinden zu müssen, doch immer wieder sehenswert und irgendwo auch noch innovativ. Bei XIG geht es darum, Teile des eigenen Elements (Feuer, Wasser, Erde, Luft), nach und nach zu einer Strecke auszulegen. Natürlich ist es vorgegeben, welches Teil an welches gehört, was dankenswerter Weise durch eine Nummerierung ersichtlich ist. Wer als erster seine "Straße" fertigstellen kann, gewinnt den Kampf der Elemente.

Jeder hat stets ein paar Puzzlekarten (meist Kreaturen) auf der Hand. Abwechselnd spielen die Kontrahenten nun eine aus - möglichst passend zu den bereits ausliegenden, was langsam aber sicher einen oder mehrere Teile der verlangten Straße ergibt. Dumm nur, dass die wirklich dicken Puzzle-Kärtchen mitunter an den falschen Stellen geschnitten sind und dadurch die Nummer (für die Reihenfolge) unkenntlich ist.

Wichtig ist es, passende Eck-Kärtchen auszulegen, denn zwei dieser so genannten XAG-Karten schützen alle zwischen sie gebauten Kärtchen, wenn die Verbindung bereits abgeschlossen ist. Das Schützen der Karten ist deshalb notwendig, weil ein Mitspieler beim Ausspielen einer Kreaturenkarte eine ungeschützte Karte auf den Ablagestapel befördern kann. Dies geschieht immer dann, wenn beide Kreaturen vom selben Stamm sind (ist auf den Kärtchen vermerkt).

Für gelegte XAG-Kärtchen gibt es XAP-Karten, die im passenden Moment ausgespielt dem Spiel magische Veränderungen hinzufügen und zum Teil recht stark in die Balance eingreifen. Zum Beispiel darf man mal drei Teile legen, mal muss ein Mitspieler aussetzen oder eine Kreatur entfernen. Ähnlich wichtig ist es, schnell die so genannte Ringkarte (Straßenabschluss) zu legen, denn dann darf man die XIG-Karte einsetzen, die eigene Puzzlekärtchen drei Runden vor feindlichen Kreaturen schützt.

XIG, XAG, XAP - alles ein bisschen gewollt magisch, dabei ist XIG ein stink normales Legespiel, bei dem eben Puzzleteile miteinander zu einer Straße verbunden werden müssen. Die Straßen der Kontrahenten kreuzen sich, sodass sich tatsächlich so etwas wie ein Wegenetz ergibt.

Das "Herausbomben" - wie es in der englischen Original-Anleitung heißt - von Kreaturen mag spaßig für die einen sein, macht das Spiel für andere aber kaputt. Denn wer spielerisch puzzlen möchte, wird alles andere als erfreut über das Entfernen der eignen Kreaturen sein. Da hilft es auch nur wenig, dass diese auf einen Ablagestapel wandern und von dort wieder ins Spiel kommen können. Die Schönheit des Puzzle-Ergebnisses ist dahin.

Wer das Spiel wegen des Mechanismus probiert, wird schnell feststellen, dass dieser recht unspektakulär ist. Mal eben ein paar Kärtchen (mit oder ohne Puzzle) nebeneinander legen, so lange, bis zwei Ecken sie schützen; so lange, bis alle Ecken wiederum miteinander durch Kreaturen verbunden sind, bis dann endlich mal die eigene Straße komplettiert ist. Das alles ist wenig planbar, hat kaum einen taktischen Reiz und wird zudem mitunter durch die mächtigen XAP-Karten gehörig aus dem Gleichgewicht gebracht. Alles in allem keine Empfehlung für dieses Spiel, es sei denn, man mag die hervorragenden Zeichnungen. XIG ist deshalb ein grandioses Beispiel dafür, dass innovative Elemente noch lange nicht mit Spielspaß gleichzusetzen sind.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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