Yo!

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 13.07.2008
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Yo! von Upperdeck
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Pferde, Dinosaurier, Monster Jam, Marvel Heroes – was haben diese vier Themen wohl gemeinsam? Eigentlich nichts – außer dass diese Themen offenbar gut bei jugendlichen Käufern ankommen und (deshalb?) für das Kartenspiel Yo! benutzt werden. Bei Monster Jam handelt es sich übrigens um die mit riesigen Reifen aufgebauschten amerikanischen Pickups, die in diversen Sportkanälen in irgendwelchen Hallen im Kreis fahren und dabei jede Menge Blechschrott zurücklassen.

Für Yo! gibt es nun diese vier verschiedenen Kartenspiele einzeln zu erwerben. Kombiniert werden können sie natürlich auch – wie bei so vielen anderen Sammelkartenspielen. Und das sollte man auch, denn ein einzelnes Set reicht für gut zwei Spieler. Mit allen vier Sets könnten also gut und gerne acht bis zehn Spieler teilnehmen – was aber beim verwendeten Spielmechanismus nicht sinnvoll ist.

Yo! ist nämlich ein Bluffspiel, das nicht immer viele Bluffs verträgt. Die Motive der Karten sowie die ergänzenden Texte spielen dabei überhaupt keine Rolle und dienen nur der Förderung der Sammel-Lust. Entscheidend sind einzig und allein die Farbe und der Wert der aufgedruckten Zahlen. Da es jeweils nur vier verschiedene gibt, sind die Möglichkeiten überschaubar. Bei drei oder vier Spielern lassen sich damit häufig gewisse Schlussfolgerungen ziehen, die den Einfluss auf das Spielgeschehen deutlich erhöhen.

Ein guter Bluff gehört ebenso dazu, auch schon mal beim Ausspiel. Von den fünf Handkarten wird nämlich eine beliebige Zahl verdeckt an den nächsten Mitspieler weitergereicht und lediglich Zahlensumme und Farbe der Karten genannt. Ist dieser gutgläubig, muss er die Karten aufnehmen und seinem nächsten Mitspieler ein höheres Kartengebot weitergeben. „Höher“ beschränkt sich auf den Kartenwert, doch in allen Fällen müssen die Karten stets von der selben Spielfarbe sein!

Glück beim Nachziehen der Karten gehört folglich ebenso zu den Knackpunkten von Yo!.Wer beim Schummeln erwischt wird, muss den angesagten Kartenwert an seiner Lebenspunkteleiste abtragen. Die Leisten aller Spieler befinden sich an der tollen Kunststoff-Box, die einen äußerst stabilen Eindruck macht und zum Mitnehmen geradezu einlädt.

Da die Kartenmotive für das Spiel völlig unerheblich sind, kann das Thema nach Gutdünken gewählt werden. Bei den Pferdekarten finden sich neben den Abbildungen diverser Gäule eine Reihe von Informationen aus dem Bereich „Allgemeinwissen über Pferde“. Vom Schimmel bis zum Hengst findet sich hier alles für interessierte Mädchen.

Das Dinosaurier-Set glänzt mit falschem Deutsch im Titel, sodass man den zuständigen Redakteur den Viechern am liebsten zum Fraß vorwerfen würde. Gut, dass diese ausgestorben sind. Infos und Daten sind nur spärlich vorhanden, was aber einen Jungen kaum davon abhalten dürfte, diese Karten trotzdem haben zu wollen. Was von den Marvel Heroes nicht unbedingt behauptet werden kann. Die vier Spielfarben werden dort durch die X-Men, die Rächer, Spiderman und die fantastischen Vier repräsentiert. Bei den X-Men mag das noch spaßig sein, bei Spiderman wühlt man schnell in der Kiste der vergessenen Bösewichter. Tja, ein Yo! mit DC Heroes wären vielleicht auch ganz nett gewesen …

Zu guter Letzt noch ein Wort zu Monster Jam: Von diesem Set muss leider abgeraten werden, denn für die über dreißig Karten stehen nur rund ein Dutzend verschiedener Motive zur Verfügung. Da hat man dann halt ein Fahrzeug fünf Mal im Stapel -natürlich mit wechselnden Werten, aber trotzdem eine Enttäuschung.

Insgesamt sollte man sich von der merkwürdigen Themenansammlung nicht abschrecken lassen. Auch wenn den Sets kein einheitliches Konzept vorliegt, ist der Bluff-artige Spielmechanismus eine schöne Idee, diesen Spieltyp auch jüngeren Spielern ans Herz zu legen. Wer den Vergleich mit Bluff scheut, mag sich alternativ auch an Lügenmäxchen/Meiern erinnern. In der richtigen Runde ein echter Hit!

 

Hinweis
Auf der Webseite zum Spiel gibt es eine Quartett-und eine Halli Galli-Variante.

 

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7 - 12
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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