Zombiaki

eine Spielerezension von Axel Bungart - 03.09.2008
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Zombiaki von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Bei Zombiaki versucht ein Spieler, mit seinen Zombies die Stadt in seine Gewalt zu bringen, während dies sein Gegenüber als Mensch zu verhindern sucht. Sinnbildlich für den Herrschaftskampf über die Stadt wird zwischen den beiden Spielern eine fünf Felder lange und drei Felder breite Straße aufgebaut. Auf der einen Seite der Friedhof, von dem aus die Zombies starten, auf der anderen Seite die Barrikade der Menschen, welche es für die Zombies zu erreichen gilt. Schafft es der Zombie(spieler) bis zur vorletzten Karte seines Kartenstapels mit einem Zombie die gegenüberliegende Seite zu erreichen, gewinnt er. Kann dies der Mensch(enspieler) verhindern, bis der Zombie den Sonnenaufgang erlebt (letzte Karte dessen Stapels), hat der Mensch gewonnen.

Wie spielt man Zombiaki?

Die Spieler verfügen also über getrennte Kartenstapel, von denen ihnen jeweils zu Beginn des Zuges drei als Handkarten dienen. Im Stapel des Zombiespielers befinden sich vorwiegend Zombies, aber auch ein Zombie-Hund und diverse Karten, um unliebsame Aktionen des Gegners zu torpedieren. Was das angeht ist aber auch der Menschenspieler kein Freund von Traurigkeit. Karten wie „Flammenwerfer", „Heckenschütze", „Stromschlag" oder „Handgranate" bilden nur eine kleine, illustre Auswahl an Karten, deren Auswirkungen bereits im Namen der Karte lebendig wiedergegeben werden und den Verteidiger dabei unterstützen sollen, zu verhindern, dass auch nur ein Zombie auf seiner Seite ankommt.

Sobald der Zombiespieler an der Reihe ist, erfolgt zunächst sein sogenannter Pflichtzug, mit dem er alle bereits eingesetzten Zombies ein Feld vorsetzen darf. Da die Straße nur fünf Felder lang ist, hat der Menschenspieler nicht allzu lange Zeit, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Vorher aber darf der Zombiespieler noch bis zu drei Karten ausspielen, um seine Gesellen jeweils noch ein weiteres Feld voran zu ziehen. Nach Beendigung des Zuges beginnt die Abwehr des Menschen. Unter Einsatz teils martialischer Mittel, aber auch mit verhältnismäßig einfachen Hindernissen wie Ölfässern, Wänden, Gruben oder auch Minen und Autobomben darf der Menschenspieler ebenfalls bis zu drei Karten ausspielen, um die wandelnden Kreaturen zu stoppen.

Trifft er mit seiner Artillerie einen oder mehrere Zombies, erhalten diese Schadenpunkte – in Form von Pappmarkern. Diese muss der Spieler vor Beginn der Partie übrigens ausschneiden. Hat die Anzahl der Schadenpunkte die auf der Zombiekarte angegebene Lebensenergie des Zombies erreicht, hat dieser seinen Frieden gefunden und ist eliminiert.

Zombies sind zwar blöd – aber teils recht kräftig und teamfähig dazu. Hindernisse wie Mauern oder Gruben können von ihnen unter Umständen in Gemeinschaftsarbeit überwunden werden. Also darf sich der Mensch seiner Sache nie zu sicher sein. Überhaupt haben die Waffen des Menschen, so barbarisch sie auch klingen, einen entscheidenden Nachteil: Wenn man sie am dringendsten benötigt, hat man sie nicht (mehr). Das ist auch ein kleiner Kritikpunkt, denn der Glücksfaktor ist durch das Nachziehen der Handkarten ein klein wenig zu ausgeprägt. Zwar kann man mehr Karten nachziehen, wenn man mehr Karten ausspielt (bis zu drei pro Runde), aber damit hat es sich dann auch mit dem Einfluss auf das Glück. Wenn zwei, drei Zombies vor den Toren der Stadt stehen, wird es schnell eng. Der Hund übrigens darf in seinem Pflichtzug drei Felder weit gehen, was eine sofortige Eliminierung zur Folge haben muss.

Ein großer Kritikpunkt ist allerdings die Gestaltung der Karten. Kann man über die Grafik noch diskutieren, ist es mehr als störend, dass außer dem Titel der Karte kein Hinweis auf deren Einsatz oder den Nutzen zu erkennen ist. Man muss die Karten also kennen - oder permanent in der Regel nachlesen, welche Feinheiten mit dem Ausspielen der Karte verbunden sind. Durchaus lästig! Das lenkt nicht nur vom Zug des Gegners ab, es verhindert auch, sich taktische Gedanken zu machen. Von schnellem Einstieg gar nicht zu reden. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang, dass das Verhältnis von Spielregel zu Kartenbeschreibung mit 3:1 zu Gunsten letzterem ausgeht.

 

Immer druff!

Davon abgesehen ist Zombiaki gar nicht schlecht. Es bedarf einiger Erfahrung, um den Einsatz der Karten zu optimieren und den Gegner zu überlisten. Das gilt insbesondere für den Menschenspieler, der nicht zögern sollte, auf alles, was sich bewegt, massiv und schnell einzuwirken. Bilden die Zombies eine Linie, werden sie leicht zu einem Gegner, den nichts so schnell aufhält.

Die kurze Spieldauer und die Möglichkeit zu taktieren (wenn das Glück ein bisschen mitspielt), machen aus Zombiaki ein attraktives Spiel für zwischendurch. Vielspieler dürften noch eher angesprochen sein als Gelegenheitsspieler, da das häufigere Nachlesen in der Regel gerade anfangs doch Geduld erfordert. Die Altersbeschränkung sollte eingehalten werden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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