Zombies!!!

eine Spielerezension von Michael Koch - 31.12.2006
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Zombies!!! von Pegasus Spiele
Lesezeit: ca. 5 Minute

Das Szenario könnte aus einem Film von George A. Romero stammen: In dunkler Nacht wird eine amerikanische Kleinstadt von einer schier endlosen Masse Zombies überfallen, die innerhalb kürzester Zeit fast die gesamte Einwohnerschaft verspeisen. Nur eine kleine Gruppe Überlebender kann sich ins Stadtzentrum retten und versucht nun, sich zum Heliport durchzuschlagen und den Untoten zu entkommen. Viele von ihnen werden dabei von den Zombies gefressen und nur einem Einzigen wird es gelingen, mit dem Leben davon zu kommen.

Zombies!!! versteht sich als Hommage an die Zombie-Filme der 70er- und frühen 80er-Jahre. All diese Filme hatten eine hirnlose „Handlung“ in der viele hirnlose Zombies hirnlos agierende Menschen auffraßen und dabei die ganze Zeit über nach Gehirn lechzten. Da wundert es nicht, dass auch Zombies!!! den Anspruch erhebt, ein echter „No-Brainer“ zu sein. Und tatsächlich kann man bei Zombies!!! sein Gehirn getrost beiseite legen. Hier muss man nicht über seinen nächsten Zug nachgrübeln, sich eine Taktik zu Recht legen oder gar eine lang angelegte Strategie verfolgen. Zombies!!! ist ein reines Würfel- und Aktionskarten-Spiel.

Das Material. Die kleine Spielschachtel ist bis zum Rand mit Material gefüllt. Neben den 30 Spielplanteilen (Quadranten) findet man 50 Aktionskarten, 100 Zombie- und sechs Spielerfiguren aus Weichplastik, zwei Würfel und etwa 100 Lebens- und Munitionsmarker aus Pappe. Die Zombiefiguren sind zum Teil schief und stehen schlecht, aber mit etwas verbiegen kann dem Abgeholfen werden. Das Artwork der Karten ist vollauf gelungen. Die Darstellungen fangen die jeweils beschriebene Aktion mit einem Augenzwinkern und einer Prise schwarzen Humors ein und tragen maßgeblich zur Atmosphäre des Spiels bei. Positiv: Nachträgliche Änderungen und Ergänzungen der amerikanischen Originalausgabe wurden in die deutschen Kartentexte eingearbeitet. Ansonsten ist die Ausstattung identisch zur amerikanischen Originalausgabe.

Der Spielablauf. Zu Beginn des Spieles stehen alle Mitspieler auf dem zombiefreien Stadtzentrum. Wenn ein Spieler an der Reihe ist, wird zunächst die Stadt um einen Quadranten erweitert. Auf einigen Quadranten befinden sich besondere Gebäude. Hier kann man, solange der Vorrat des Gebäudes reicht, neue Lebenspunkte und Munitionsmarker aufsammeln. Die richtige Aktionskarte vorausgesetzt, kann man dort auch Waffen oder andere nützliche Gegenstände finden. Leider haben alle Quadranten gemein, dass sich dort zahlreiche Zombies tummeln, an denen man erst einmal vorbei muss. Der Heliport steckt tief unten im Stapel und kommt erst spät ins Spiel. Nun ermittelt der Spieler mit einem Würfel um wie viele Felder sich seine Spielfigur bewegen darf. Immer wenn er während seines Zuges auf einen Zombie trifft, muss er diesen zunächst vernichten, bevor er weiterziehen oder Marker aufsammeln kann.

Der Kampf mit einem Zombie wird ebenfalls mit einem Würfelwurf entschieden. Ist der Wurf gut genug, hat man den Zombie vernichtet und darf dessen Figur an sich nehmen. Ist der Wurf zu schlecht, kann man ihn durch Abgabe von Munitionsmarkern verbessern. Reichen sie nicht aus, so verliert man einen Lebenspunkt und muss erneut gegen den Zombie antreten. Hat ein Spieler keine Lebenspunkte mehr, ist er tot und muss von vorne anfangen. Er stellt seine Figur zurück auf das Stadtzentrum und seine Lebenspunkte und Munitionsmarker werden wieder auf den Anfangsstatus gebracht. Zudem muss er die Hälfte seiner erlegten Zombies abgeben. Er darf nur seine Kartenhand behalten.

Nachdem der Spieler seine Bewegung beendet hat, muss er noch ein paar Zombies delegieren. Ein Würfelwurf bestimmt, wie viele Untote er um jeweils ein Feld bewegen darf. Welche Zombies er zieht bleibt ihm überlassen.

Nun ist der nächste Spieler an der Reihe. Und das geht so Runde für Runde weiter, bis es einem Spieler gelungen ist, mit dem Helikopter zu entkommen oder 25 Zombiefiguren zu sammeln. Dieser ist der Sieger.

Noch ein Wort zu den Aktionskarten. Diese verschaffen dem Spieler Vorteile, behindern die Mitspieler oder bringen neue Zombies ins Spiel. Pro Runde darf ein Spieler nur eine Karte ausspielen. Dies kann er jedoch auch während des Zuges eines Mitspielers tun. Eine ungemochte Aktionskarte darf zum Ende des eigenen Zuges abgeworfen werden. Die Kartenhand wird jedoch erst zu Beginn des nächsten eigenen Zuges ergänzt.

Fazit. Trotz oder vielleicht sogar gerade wegen seiner Einfachheit weiß Zombies!!! zu gefallen. Wenn man bereit ist, sich auf das blutige Gemetzel einzulassen hat man hier zwei, drei Stunden unheimlich viel Spaß. Für Zombiefilm- oder -videospielfans ist Zombies!!! ein absolutes Muss. Für kompromisslose Verfechter anspruchsvoller Taktik- und Planungsspiele wird es jedoch niemals mehr sein als ein simples, mäßiges Spiel.

Wichtige Hinweise. Ein unklare Formulierung bezüglich der Platzierung von Zombies und Markern erweckt den Anschein, man dürfe zwei Marker auf einem Feld platzieren. Dies führt jedoch zu Regelinkonsistenzen. Eine Nachfrage beim amerikanischen Originalhersteller ergab, dass die Platzierungsregel sinngemäß wie folgt lauten muss: „Auf ein Feld dürfen maximal zwei Objekte gelegt werden: Ein Zombie und ein Marker (Munition oder Leben). Jedoch niemals zwei Zombies und niemals zwei Marker.“

Bei späteren Auflagen des Spiels wurde das "Stadtzentrum" in "Rathausplatz" umbenannt. Diese Bezeichnung wird auch in den Erweiterungen verwendet.

100 Zombiefiguren erscheinen recht viel. Doch schon beim ersten Spiel merkt man, dass sie nicht ausreichen. Daher sollte man die Anzahl der erlegten Zombies anders kenntlich machen oder sich einen „Bag o’ Zombies“ vom amerikanischen Originalhersteller mit 100 zusätzlichen Zombies dazukaufen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16
Spieldauer (Minuten): 
180
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
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