All In Spieleschachtel | Quelle: Asmodee
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All in: Karten des Schicksals

von Axel Bungart
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All In ist ein Begriff aus dem Poker. All in heißt aber auch das Spiel von Phil Walker-Harding, erschienen bei Plan B Games/Asmodee. Um Poker geht es dabei auch, wenngleich man für All In: Karten des Schicksals nicht pokern können muss. Jedenfalls nicht richtig. Ein bisschen Talent zum Bluffen kann aber auch hier nicht schaden.

Wie spielt man All in: Karten des Schicksals?

Zwei (besser drei) bis fünf Spieler versuchen aus ihrer Kartenhand von fünf Karten mithilfe einer offenen, wechselnden Auslage und dem Nachziehstapel ein brauchbares und möglichst wertvolles Pokerblatt zusammenzustellen. In mehreren Durchgängen spielt man eine Karte aus, führt Aktionen aus, die auf den Karten angegeben sind, und geht irgendwann „All In“, wenn kein anderer dies vorher schon angemeldet hat.

All In - Offene Auslage | Foto: Axel Bungart
All In – Offene Auslage | Foto: Axel Bungart

Die Aktionen sind denkbar einfach: Man darf sich eine Karte aus der offenen Auslage und/oder vom verdeckten Stapel nehmen. Damit peppt man seine Kartenhand auf. Außerdem kann man Handkarten mit der offenen Auslage tauschen. Durch zwei weitere Aktionen erhält man Informationen über die Qualität des Blattes der Mitspieler. Spätestens hier ist es vorbei mit dem Pokervergleich, denn das ist wohl das strengst gehütete Geheimnis ever beim Poker. Hier aber darf man einen Gegner u. U. nach dessen aktuell bestem Blatt fragen oder sich sogar vier seiner fünf Karten zeigen lassen.

Die offene Auslage, in die ausgespielte Karten gelegt werden, wächst so nach und nach, bis sie voll ist (mitspielerabhängig). Dann endet eine Runde. Nun prophezeit noch jeder mittels eines Markers, wer wohl das beste Blatt hat. Anschließend werden die Blätter aufgedeckt. Einen Topf aus 4-8 Runen (Gewinnpunkte) gewinnt, wer richtig getippt hat. Schließlich erhält jeder noch Runen je nach Qualität seines Blattes.

Nach drei Runden gewinnt, wer die meisten Runen einsammeln konnte.

All In - Runen-Chips | Foto: Axel Bungart
All In – Runen-Chips | Foto: Axel Bungart

Ist All in: Karten des Schicksals Poker?

Mit Poker hat das ansatzweise zu tun. All In bedeutet beim echten Poker, dass ein Spieler alles, was er noch (an Geld) hat, auf sein Blatt setzt. Ein bisschen ist das bei All in: Karten des Schicksals auch. Jedoch setzt man nur die Hoffnung, dass das eigene Blatt das beste ist und bleibt. Das Elementare des Pokers aber, das Bluffen und die Geheimnistuerei, fällt bei All In: Karten des Schicksals nicht nur weg, sondern wird ins Gegenteil verkehrt. Doch nur so erhält man natürlich Hinweise für die Prophezeiung, sonst wäre es Kaffeesatzlesen.

Das Material von All In: Karten des Schicksals ist ordentlich, die Karten sind stabil. Man hat bei den Kartenfarben auf die üblichen Kreuz, Pik, Herz und Karo verzichtet und sich eigene Designs ausgedacht. Auch sind die kurzen Seiten nur einseitig mit Zahlen versehen, was immer etwas unnötige Sortierarbeit bedeutet. Dennoch gefällt mir das Design, denn die Karten sind akkurat gezeichnet und die wenigen Aktionssymbole schnell gelernt. Die Spielregel ist vollständig und eindeutig. Ein kleiner Steckrahmen gibt bei unterschiedlichen Spieleranzahlen die Slots für die offene Auslage vor. Das ist ebenso praktisch wie die Spielhilfe, auf der die Rangfolge der Pokerblätter aufgeführt ist (in zwei Varianten, die sich aber kaum unterscheiden).

All In - Rangfolge der Pokerblätter | Foto: Axel Bungart
All In – Rangfolge der Pokerblätter | Foto: Axel Bungart

Macht All In Spaß?

Ob Poker oder nicht: All In ist in meinen Runden gut bis sehr gut angekommen. Während man beim Poker gut bluffen können muss, reicht es bei All In, gut einzuschätzen, wann man möglichst als Erster – und damit als Einziger – „All In“ ankündigt und dadurch mehr oder weniger die Endphase einer Runde einläutet. Doch bis es so weit ist, muss man noch optimieren. Das klappt aber nur mit den richtigen Karten auf der Hand. Manchmal möchte man gerne eine Karte aus der Mitte haben, doch keine der Handkarten erlaubt einem das Nehmen aus der Mitte. Und die anderen Karten, die es könnten, braucht man für sein Blatt. Ein schöner Zwiespalt, für dessen Auflösung auch ein bisschen Glück erforderlich ist. Aber bei welchem Kartenspiel ist es das nicht?

In and Out

Geht man All In, ist man zwar aus dem Optimierungsvorgang raus, das hat aber den positiven Nebeneffekt, dass man nicht mehr nach seinem besten Blatt gefragt werden darf oder Karten vorzeigen muss. Dann schaut man, was die anderen in den verbleibenden Durchgängen noch machen – und fiebert mit …

All In Spieleschachtel | Quelle: Asmodee

Zu zweit fehlt es All In an Wettbewerb. Aber schon zu dritt und am besten in Vollbesetzung wird es tatsächlich auch spannend: Bekommt man noch die Karten, die man braucht? Reicht das für eine gute Platzierung? Das trägt über die runde halbe Stunde Spieldauer, und dann ist noch Zeit für eine Revanche.

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