Alpaka: Ausschnitt des Titels, Bild von Game Factory

Alpakas sind hoch im Kurs. Die erste Reaktion der meisten Spieler: „Oh, sind die süß!“ Und das sind die Alpakas wirklich, die Zeichnungen sind sehr kreativ. Damit sind wir schon mitten in der Rezension zum Kartenspiel Alpaka von Christian Giove, das bei Game Factory erschienen ist.

Was ist das Kartenspiel Alpaka?

Alpaka ist ein Deckbauspiel, dass sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Es ist nicht sehr thematisch, es sei denn, ich glaube an Pantomime-Alpakas, an Buchhalter oder das Logistik-Alpaka. Ich möchte der beste Alpakahirte einer sehr, sehr ungewöhnlichen Herde von Alpakas werden und idealerweise gelingt es mir, auch ein oder zwei adelige Alpakas in meine Herde zu locken.

Die Spielvorbereitung ist wie bei vielen Deckbauspielen

Jeder Spieler hat ein identisches Startdeck. Zum einen sechs Babyalpakas, die übrigens Cria heißen, wie ich im Spiel gelernt habe. Zum anderen vier „Gehege im Bau Karten“. Wir mischen unsere Karten und ziehen jeweils fünf Karten auf die Hand. Zusätzlich bilden wir eine Deckbauspiel typische Auslage aus zwölf unterschiedlichen Stapel mit zwölf verschiedenen Alpakas in der Tischmitte. Die Spielregel empfiehlt, bestimmte Charaktere für das erste Spiel.

Alpaka: Material, Bild von Game Factory

Der Spielablauf

Auch beim Ablauf  gibt es wenig Überraschungen zu anderen Deckbauspielen: Ich darf die Fähigkeiten meiner Alpakas nutzen, einmal im Zug ein neues Alpaka kaufen und einmal im Zug ein Alpaka in einem meiner Gehege einziehen lassen. Das ist das erste etwas andere Element. Nur wenige Alpakas bringen mir Fähigkeiten, wenn sie im Gehege liegen. Es gilt also, einen guten Zeitpunkt zu finden, wann ich ein Alpaka noch gut im Deck brauchen kann.

Das Bibliothekar-Alpaka erlaubt es mir zum Beispiel, dass ich zwei Karten nachziehe. Einige Alpakas wollen „frei gelassen werden“, damit ich ihre Fähigkeit nutzen kann. Das Akademiker-Alpaka darf ich frei lassen, um sofort einen Extrazug zu erhalten. Oder ich lasse in meinem Zug das Wikinger-Alpaka frei. Sofort stöhnen alle Mitspieler: Denn alle anderen müssen nun sofort das wertvollste Alpaka auf ihrer Hand freilassen.

Aber, was bedeutet „frei lassen“? Ich lege das Alpaka zurück auf seinen Stapel in die Tischmitte. Möchte ich es erneut haben, muss ich es wieder kaufen und natürlich auch bezahlen.

Das Geld bekomme ich so: Fast alle Alpakas geben mir auch ein Einkommen (nur die adeligen Alpakas nicht). Allerdings kann nicht in jeder Runde entweder die Fähigkeit des Alpakas nutzen oder das Einkommen.

Punkte bringen am Spielende nur Alpakas im eigenen Gehege

Das mit den Alpakas ist ein großes Missverständnis. Sie brauchen und wollen keine Aufmerksamkeit durch den Menschen. Und vor allen Dingen wollen sie nicht angegrabbelt und durch die Gegend geschleppt werden. Da sind sie wie Kinder in der Pubertät. Vermutlich wollen sie auch in keinem Brettspiel vorkommen. Also, die Alpakas.

Auch für das Punkten dafür gibt es Regeln:

  • In jedes meiner vier Gehege dürfen zwei Alpakas. Zum Bau der Gehege benötige ich meine vier „Gehege im Bau“ Karten.
  • Eine Alpaka Gemeinschaft soll vielseitig sein – daher darf ich ausschließlich unterschiedliche Alpakas bei mir einziehen lassen.
  • Ehe ich ein neues Gehege bauen darf, lasse ich in das aktuelle Gehege beide Alpakas einziehen.

Dadurch entstehen spannende Zielkonflikte: Ich möchte gerne dieses Alpaka frei lassen, um seine Fähigkeit zu nutzen, allerdings ist das im Moment das einzige Alpaka, was ich noch in mein Gehege einziehen lassen könnte. Außerdem brauche ich eigentlich auch sein Einkommen noch …

Wie endet das Spiel und wofür erhalte ich Punkte

Ich habe als erstes 8 Alpakas in meinen Gehegen und wir spielen die laufende Runde noch zu Ende. Nun zähle ich alle Punktwerte meiner Alpakas und konnte mir mit dem König und der Prinzessin wertvolle Punkte sichern. Knapp gewonnen. Diesmal!

Fazit: Macht das Kartenspiel Alpaka Spaß?

Alpaka: Schachtel, Bild von Game FactoryAlpaka ist ein herrlich schräges Deckbauspiel, dass sich selbst nicht so ernst nimmt. Die unterschiedlichen Alpakas können ausreichend Chaos verbreiten und so jede Menge Pläne über den Haufen werfen. Ich bin gerne wieder dabei, bei einer Runde Alpaka – an einem Abend, an dem mir nach einem leicht verrückten, unterhaltsamen Spiel ist. Möchte ich ein strategische Deckbauspiel spielen, so greife ich eher zu Aeons End oder El Dorado.

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