Blocktivity von Gamelab reiht sich in die beliebte Kategorie der “Block-Spiele” ein, bei denen ein etabliertes Format aufgegriffen und dazu lediglich ein passender Spielblock geliefert wird. Die Denkriesen haben es erfolgreich mit der Reihe Stadt Land Vollpfosten vorgemacht, andere Unternehmen wie chili type, Moses oder Kosmos haben nachgezogen. Neben dem beliebten Stadt-Land-Fluss-Spielprinzip gibt es auch andere Formate wie bspw. Schätz mal oder Hangman. Allen gemein ist, dass man direkt losspielen kann und keine ausgeprägte Affinität für Gesellschaftsspiele benötigt wird. Also Spiele für die breite Masse.
Blocktivity ist alter Wein aus porösen Schläuchen
Wie der Name Blocktivity andeutet, greift man hier das Spielprinzip des Klassikers Activity auf. Es darf erklärt, gezeichnet und dargestellt werden (Pantomime!). Außerdem kann man sich noch beim Wortfinden zum Begriff “Party” übertreffen. Oder man versucht, teamübergreifend Wortketten zu bilden. Dass man als übergreifendes Thema “Partytime” gewählt hat, ist sicherlich kein Zufall, denn das Ding soll vermutlich am besten auf Festlichkeiten funktionieren, die sonst nicht in Schwung kommen. Ob es mit dem Spielblock besser wird, mag ich allerdings bezweifeln. In meinen Spielgruppen brannte schließlich keiner für das Spiel. Hier kommt aber auch niemand auf die Idee, Activity aus dem Spielregal zu ziehen. Da gibt es inzwischen Partyspiele, die deutlich spannender sind. Und wenn uns gar nicht mehr einfällt, kleben wir uns halt Begriffe auf gelben Zetteln auf die Stirn. Das kostet auch nur ein paar Cent.
Qualitätsprüfung unter Turbobier

Blocktivity krankt aber nicht nur am angestaubten Spielprinzip, sondern auch an der Umsetzung. Die vorgefertigten Begriffe, die sich alle nur um das Thema Party drehen, schränken das Spiel per se ein. Bei einigen Begriffen gehen auch schon mal die Augenbrauen hoch und man fragt sich, ob und was die Macher sich dabei gedacht haben. „KO-Tropfen“?! Wirklich?!
Dann haben sich im Eifer noch ein paar Schnitzer eingeschlichen, bei denen auch die Qualitätsprüfung gepennt hat. Die Erklärung von “Zeichnen” und “Pantomime” ist identisch. Peinlich, aber verschmerzbar. Wir alle wissen, was mit Zeichnen und Pantomime gemeint ist. Blöd nur auch, dass ein QR Code weitere Informationen verspricht, aber seit Monaten ins Leere führt.

Auch sonst geizt man mit typischen Informationen zu Spieldauer, Anzahl der Spieler und für welche Altersgruppe das Spiel gedacht ist. Für junge Spieler vermutlich ungeeignet, es sei denn, sie kommen aus einer Familie, in der “Turbobier”, „Rummachen“, „Partydroge“ oder “Mitternachtsjause” zum täglichen Sprachgebrauch gehört. Wobei ich selbst nicht weiß, was eine “Mitternachtsjause” ist. Naja, solche Begriffe kann man durch Hausregeln herausfiltern.
Blocktivity: Keine Glamour Party

Alles in allem bleibt aber ein Produkt, das gewollt und krampfhaft ein Kuchenstück vom Markt der Block-Spiele abhaben will. Wenn es denn nicht so lieblos und mit den genannten Fehlern umgesetzt worden wäre, könnte man es Gruppen, die an so etwas Spaß haben und denen ein Thema reicht, auch empfehlen. Der Block reicht locker für ein paar Jahre voller fröhlicher Partys. Aber man kann auch einfach selbst die nette KI von nebenan bitten, 300 Begriffe zum Thema X nach bestimmten Kriterien zusammenzustellen. So spart man sich die Moneten für Blocktivity.
