Boss Fighters QR: Titelgrafik, Bild von Pegasus Spiele
Reich der Spiele RezensionBoss Fighters QR

Boss Fighters QR

von Stephan O.
6 Minuten Lesedauer
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Das Spiel Boss Fighters QR ist von Michael Palm und Lukas Zach von Pegasus Spiele. Hier können wir uns endlich mal dem widmen, was das Ziel in diversen anderen Spielen ist: Der Kampf mit dem Endboss. Ganz ohne die nervigen Minions, die auf dem Weg zum Endboss und damit zum Boss-Fight im Wege stehen.

Helden zusammenstellen bei Boss Fighters QR

Boss Fighters QR - Boss und App mit Spielzug

Für zwei bis vier Helden geht die Karriere als Boss Fighter los. Ich habe die Wahl aus vier Helden, dem Dschungel-Troll, einem Hügel-Halbling, dem Kupferzwerg und der Waldelfe. Dazu wähle ich dann die Klasse für meinen Helden als Krieger, Magier, Schurke oder Druide. Im Grunde eine sehr klassische Fantasy-Einteilung. Jeder Held und jede Klasse bringt eigene Aktionskarten mit, die dann zusammen mein eigenes Kartendeck bilden.

Jeder Held und jede Klasse ist dabei nur einmal vorhanden. Es gibt also keine Dopplungen und jeder Held hat sein individuelles Kartendeck bestehend aus verschiedenen Angriffs- und Schutzkarten sowie Karten mit speziellen Fähigkeiten.

Boss Fighters QR - Spielbereich
Boss Fighters QR – Spielbereich

Nur Klassik-Helden

Leider gibt es von den vier Helden nur die klassische Variante. Es gibt den Zwerg und die Elfe, den Troll und die Halblingsfrau. Auf die Rückseite hätten (mit einem zusätzlichen Loch für die Lebenspunkteanzeige) auch noch gut alternative Bilder gedruckt werden können. Gerade im Familienbereich hätte dies Diskussionen vermieden, warum die zehnjährige Tochter sich vielleicht doch mit dem weniger ansehnlichen Dschungeltroll identifizieren soll.

Boss Fighters QR - 4 Helden
Boss Fighters QR – 4 Helden

Die Helden-Entwicklung bei Boss Fighters QR

Die Helden entwickeln sich (minimal) im Laufe des Spiels. Dies geschieht über neue Heldenkarten mit mehr Fähigkeiten und mehr Lebenspunkten. Da Boss Fighters QR kein Rollenspiel ist, finde ich die Vorgaben hier gut gewählt. Individuell kann ich mein Kartendeck zusammenstellen. D. h., ich kann einzelne Karten rauslassen und mein Kartendeck verschlanken. Zudem kann sich die Gruppe die erbeuteten Gegenstände/Aktionskarten aufteilen. Hier gibt es pro Boss ca. fünf neue Karten. Die Zwischenzeiten bleiben somit auf einem angenehmen Niveau.

Boss Fighters QR - Held mit verdeckter Entwicklungskarte und zwei Giftmarken
Boss Fighters QR – Held mit verdeckter Entwicklungskarte und zwei Giftmarken

Material und Vorbereitung: gut

Um die maximale Spannung im Spiel zu halten, ist das Material sehr gut vorbereitet. In der Anleitung ist genau erklärt, wie ich vorgehen soll. Es gibt Stopp-Karten für alle Kartenstapel auf der Vorderseite, Rückseite und bei Bedarf auch im Stapel.

Für die erste Partie hilft es, sich exakt an die Anleitung zu halten und von links nach rechts lesen. Und schon funktioniert es. „Öffnet die einzelnen Boxen erst dann, wenn ihr dazu aufgefordert werdet!“ Dann finde ich auch die Verbinder für die Lebenspunktezähler in der Box für Statusmarker und Gegenstände, bevor ich zum Punkt komme, die Lebenspunktezähler zusammenzubauen.

Ansonsten ist die Anleitung gut geschrieben und geleitet alle durch das Spiel. Zusammen mit der App blieben hier keine Fragen offen. Die erste Runde gegen die Bosse war für uns als Boss Fighters dann auch so faszinierend, dass wir die Pappmarker der Ausrüstungen in der Box für Statusmarker gelassen hatten. Gerade der Heiltrank für alle Mitspieler hilft als Pappgegenstand die einmalig erlaubte Nutzung nachzuhalten. Dies wollte ich gerade als Nachteil für diese Rezension festhalten, als wir die Heiltränke „entdeckten“. Somit gibt es hier den Mini-Hinweis, beim Heiltrank nochmal auf die Gegenstände in der Lagerbox zu verweisen.

Diese Lagerbox ist dann mit den restlichen Statusmarken und Gegenständen gefüllt. Die Box ist hierfür ausgelegt und so voll, dass die Markerchips aus dem Griffschlitz wieder rausfallen können. Mit ein wenig Gefummel können ein paar der Marker in einem mitgelieferten Zipperbeutel untergebracht werden, dies reduziert das Problem, dafür wird es dann enger in der Box. Auf einem der Stanztableaus steht dann, dass es für den späteren Transport wichtig sei, diese in der Spielebox zu behalten. Ich bin mal gespannt, wie sich dies auswirkt.

Boss Fighters QR und die Technik: App in einer Sekunde

Das Kartenscannen für die eigenen Aktionen funktioniert gut in einer Sekunde. Ich brauche den richtigen Abstand, dann läuft es reibungslos. Den Abstand (ca. 10 cm) bekomme ich schnell raus.

Sehr angenehm finde ich, dass die App auch im Flugmodus funktioniert. Ich habe dies nach ein paar Runden getestet und es klappte. Es können in der App auch mehrere Spielrunden gleichzeitig gespeichert werden, was gut ist.

Neues Spiel, neues Glück

Um die Kampagne von vorne zu beginnen, gibt es einen separaten Zettel, der die Startkonfiguration mit allen Karten und Gegenständen aufgelistet. Dies auch inklusive der Boxen, die zu Spielbeginn noch verschlossen sind. Aber außer dem Namen der jeweiligen Karte, meist sogar nur die Kartenart, steht hier nicht mehr drauf. Dies ist für mich auch kein Spoiler.

Diesen Zettel benötige ich nicht nur, um mit meiner Gruppe das Spiel nochmal komplett zu spielen, sondern auch für die anderen Gruppen, die ich in der App erstellen kann. So kann ich mit meinen Mitspielern eine neue Konstellation von Helden generieren oder mit anderen Mitspielern die Boss Fights durchspielen.

Tipp: In den Aufbewahrungsboxen ist Platz, somit können die Karten mit Sleeves (Kartenhüllen) versehen werden.

Online gibt/gab es Zusatzbosse

Boss Fighters QR - Online Zusatzboss Grummelbart
Boss Fighters QR – Online Zusatzboss Grummelbart

Zu Weihnachten 2025 gab es den zusätzlichen Boss Grummelbart für Boss Fighters QR, der nur bis Ende Januar 2026 zur Verfügung stand. Dies wurde auch so auf der Internetseite genannt. Ich gehe mal davon aus, dass hier auch zu weiteren Ereignissen andere Bosse auftauchen können. Für Weihnachten 2026 schaue ich hier auf jeden Fall nochmal nach.

Die App zu Boss Fighters QR verzeiht keine Fehler

Wenn ich gegen eine Regel verstoße, dann gibt mir die App einen passenden Hinweis. Z. B. „Der Druide ist jetzt nicht am Zug.“ Soweit, sogut. Wenn ich hingegen eine Karte spiele, die mir einen Extra-Angriff erlaubt, ich aber eine Verstärkung eines Angriffs spiele, dann habe ich Pech gehabt und der Extra-Angriff ist weg. Ist eine Karte gescannt, dann ist mein Zug durchgeführt. Hier kann ich nichts rückgängig machen oder sagen, „ich nehme doch bitte die andere Karte.“

In diesen beiden Richtungen ist die App unnachgiebig. Dies hat für sich natürlich auch einen gewissen Reiz, weil ich dann an die Konsequenz meiner Handlung gebunden bin. Hier müssen alle nur aufpassen, nicht aus Versehen eine Karte oder einen Gegenstand in den Bereich der Kamera zu halten. Es gibt keinen „Zurück-Knopf“.

Mitarbeit notwendig

Die App macht nicht alles und hält auch nicht alles nach. Das finde ich gut, sonst könnte die App auch alleine spielen. Die Lebenspunkte des eigenen Helden kann ich mit einem Drehrad einstellen. Sowohl die erlittenen Schadenspunkte als auch die Heilung muss ich einstellen. Auch das eigene Kartendeck muss ich sorgfältig pflegen. Die App merkt nicht, wenn ich fünfmal hintereinander die gleiche Karte spiele.

Eine Weiterprogrammierung der App ist hier natürlich denkbar, aber für mich funktioniert Boss Fighters QR so gut und ich kann nachvollziehen, dies nicht programmiert zu haben. Absichtlich zu pfuschen. ist nicht mein Ziel und wenn ich versehentlich die gleiche Karte nochmal spiele, dann kann mir das auch wie in jedem anderen Spiel auch passieren.

Boss Fighters QR is kooperativ mit ein bisschen Deckmanagement

Die zwei bis vier Boss Fighters spielen kooperativ. Jeder hat sein eigenes Kartendeck mit Aktionen und zieht pro Runde davon eine Anzahl, die durch meinen Helden bestimmt ist. Über die möglichen Aktionsarten darf sich dann ausgetauscht werden, aber ohne konkrete Zahlenwerte zu nennen. Die Kommunikation ist auch wichtig und richtig, gerade um die stärkeren Bosse zu besiegen.

Das Deckmanagement hält sich mit einem niedrigen Zeitaufwand in Grenzen. Dann höre ich schon wieder das fiese Lachen des nächsten Bosses oder eine Verhöhnung, die natürlich in der nächsten Runde beantwortet werden muss.

Die Bosse sind, wie es gute Endbosse halt sind, motivierend mit ihrem eigenen Humor die Spieler anzustacheln. „Ich puste euch die Kerzen aus“ oder „Ihr seid ja immer noch hier“ sind nur ein paar Beispiele.

Überraschungen sind bei Boss Fighters HQ inklusive

Boss Fighters, Spiel'25 in Essen, Foto Riemi
Boss Fighters, Spiel ’25 in Essen, Foto Riemi

Das Spiel und die Spielanleitung verraten nicht alles. Jeder Boss hat für seine Boss Fighters eine oder mehrere Überraschungen bereit. Jeder hat seine Spezialfähigkeiten, die auch im Laufe des Kampfes erst aufgedeckt bzw. per App präsentiert werden. Das macht gerade die erste Runde gegen einen neuen Boss sehr spannend. Auch haben manche Bosse Reaktionen, die nur bei bestimmten Bedingungen oder Aktionen der Boss Fighters ausgelöst werden. Eine schöne Option, die dank App für mich als Spieler nicht berechenbar ist.

Schwierigkeitslevel wählbar

Grundsätzlich gibt es vier Schwierigkeitslevel, zudem kann nach einem Heldentot auf Hinweise zurückgegriffen werden, um diesen Boss beim nächsten Mal besser bekämpfen zu können. So kann ich das Spiel gut anpassen.

Das Fazit zu Boss Fighters QR

Boss Fighters QR: Schachtel, Bild von Pegasus Spiele

Boss Fighters QR macht Spaß. Kinder müssen aber mit der Thematik und dem Wissen klarkommen: Es ist nur ein Spiel. Die Kombinationsmöglichkeiten der Helden bieten viele Möglichkeiten und bestimmte davon funktionieren gut, andere besser. Durch die Zufallsmechanik in den Bossangriffen sind die diese immer wieder anders. Die Überraschungen machen natürlich in der ersten Party mit jedem Boss am meisten Spaß. Aber auch danach lässt sich Boss Fighters QR spielen. Eine andere Heldenkombination und schon ist es ein neues Abenteuer. Ich freue mich schon auf weitere Bosse in der App.

Und für den Transport sind die Stanztafeln tatsächlich sinnvoll. Die Lebenspunktezähler bleiben in der richtigen Position, die Kisten bewegen sich nicht. Ein kleiner netter Hinweis.

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