Bei Schmidt Spiele erschien 2025 ein neues Familienspiel. Clear 4 von Joe und Christine Ward wird als „rasantes Kartenablegespiel“ mit hoher Spannung und leichtem Spieleinstieg beworben.
Der Spielablauf von Clear 4
In einer ca. 15-minütigen Runde spielen 2-6 Personen ihre Handkarten sowie Karten aus dem Spielbereich in absteigender Reihenfolge auf einen Spielstapel in der Tischmitte. Der Clou an der Sache? Es dürfen bis zu vier gleiche Zahlen gespielt werden bevor eine niedrigere Zahl gespielt werden muss. Wer zuerst alle seine Karten los ist, gewinnt die Partie. Zwei Sonderaktionskarten bringen etwas Schwung in die Runde und lassen gegnerische Spieler beispielsweise alle Karten aus der Mitte aufnehmen.

Clear 4 – und das Spielgefühl wird zur Nebensache
Soweit so gut. Der Spieleinstieg ist also wirklich denkbar einfach und für nahezu jeden zu meisten. Hinsichtlich der Spielspannung muss ich hier allerdings den Angaben des Verlags widersprechen. Möglichkeiten zum Taktieren bleiben hier trotz der Sonderkarten kaum. Selbst die seltensten Gelegenheitsspieler aus unserer Familie kommentierten das Spiel mit: „Wirklich nett zum Nebenbeispielen, während man sich unterhält.“ Also Spielspannung sieht für mich anders aus. Trotzdem bleibt Clear 4 für uns das Wundermittel, um eben jene Spielverschmäher doch mal hin und wieder an den Tisch zu bekommen – wenn auch nur nebenbei.

Zu zweit erschien uns das Kartenspiel jedoch recht unausgewogen. In jeder Runden fanden wir uns früher oder später in einer Endlosschleife wieder, in welcher ein Spieler dem anderen regelrecht hinterherspielt. Die Chancen auf einen Sieg stehen für denjenigen dann denkbar ungünstig.
Übrig bleibt also ein sehr leicht zugängliches Familienspiel ohne großes Nachdenken für gesellige Nachmittage.
