Landschaften auslegen und Erträge ernten, das kennen und mögen wir wohl alle sehr. Und wenn Uwe Rosenberg, von dem einige wirklich ganz tolle Spiele stammen, sich der Sache annimmt, wird das Ganze nochmals interessanter. Zudem bildet Click a Tree, das an ein gleichnamiges reales Aufforstungsprojekt in Ghana erinnert und es auch unterstützt, eine Art thematische Fortsetzung von Atiwa. Das sorgte in meinen Spielrunden ebenfalls schon für ziemlich Furore und wird weiterhin sehr gerne gespielt. Und nun also Click a Tree von Skellig Games mit komplett anderen Mechanismen als Atiwa, aber ähnlichen Anliegen und Motiven.
Wie funktioniert das Spiel Click a Tree?
Wir sollen also erneut eigene Haine anlegen. Uns steht dazu ein ganzer Haufen sechseckiger Landschaftsplättchen in der Tischmitte zur Verfügung. Sie zeigen je eine, manchmal auch zwei Landschaften mit dazugehörender Frucht sowie einen unterschiedlichen, anderen Obstbaum. Die Varianz der insgesamt sieben Landschaften mit ihrer Frucht und den sechs davon abweichenden Obstbaumarten ist zu Beginn ziemlich verwirrend und auch reichlich unübersichtlich, weicht dann aber rasch einer zunehmend besseren Übersicht und Klarheit.
Ähnlich wie bei Cascadia, immerhin das Spiel des Jahres 2022, versuchen wir so eine Art zweigleisiges Puzzle zu schaffen – einerseits möglichst große zusammenhängende und damit ertragreichere Erntegebiete, andererseits aber auch vorgegebene Anordnungen der jeweiligen Baumsorten und -plättchen. Damit können und sollen nämlich spezielle Aufgaben erfüllt werden wie drei identische Bäume in Form eines Dreiecks. Oder sechs Landschaftsplättchen beliebiger, auch unterschiedlicher Baumart in einer geraden Reihe. All diese Aufgaben und Anforderungen liegen als Längsstreifen quer auf unserem Erntetableau und decken dieses entsprechend ab.
Die Zugauswahl bei Click a Tree

Bin ich an der Reihe, wähle ich zwei nebeneinander ausliegende Landschaftsplättchen in der Tischmitte und muss dafür eine vorgegebene Frucht um eine Position auf meinem Erntetableau nach unten schieben. Anschließend kann ich die beiden neuen Plättchen relativ frei in meine Auslage einfügen, was schon mal entsprechend viel Platz voraussetzt. Aber inzwischen dürften wohl alle längst einen genügend großen Spieltisch in der Stube haben.
Zusätzlich lege ich auch jede Runde eines der speziellen Ernteplättchen in meine Auslage, auf dem mehrere Sicheln abgebildet sind. Diese lösen sofort eine Ernte aus, wenn sie an ein Landschaftsplättchen angrenzen. Das kann gleich bei der Ablage der Fall sein. Ich kann die Sichel aber auch ins Leere platzieren und erst in einem späteren Spielzug ein Landschaftsplättchen daran anlegen.
Die Ernte liefert nämlich Erträge entsprechend der Anzahl gleichartiger, miteinander verbundener Fruchtsorten auf den unmittelbar benachbarten Landschaftsplättchen. Allerdings kann ich die Ernte nur dann behalten und gutschreiben, wenn es dafür genügend Platz auf meinem Fruchttableau gibt. Dazu müssen zuvor die dort abgelegten Aufgabenstreifen entfernt worden sein. Und das verlangt halt, dass die entsprechenden Aufgaben auch tatsächlich erfüllt wurden.
Beim Einpassen der neuen Plättchen in meine Auslage habe ich so im Idealfall all die Aufgaben wie auch die möglichen Ernteerträge vor Augen – wer da nicht aufpasst, kann bei Click a Tree rasch ins unschöne Hintertreffen geraten.
Click a Tree und der Spielspaß
Das Ganze ist so eine Art Puzzlespiel auf zwei Ebenen mit den Landschaften und den unterschiedlichen Baumarten. Es bietet dabei einige Stellschrauben, die optimal aufeinander abgestimmt werden müssen. Solche Spiele gab es schon einige, auch solche mit Auszeichnung. Und trotzdem fühlt sich Click a Tree frisch und eigenständig an und braucht den Vergleich mit der Konkurrenz sowieso nicht zu scheuen.
Dafür sorgt für einmal die kräftig farbige, durchaus afrikanisch anmutende Gestaltung des Spiels. Die Plättchen sind dick und der Ablauf des Geschehens klar. Außerdem können unterschiedliche Wege zum Erfolg führen. Entweder konzentriere ich mich auf einzelne wenige Früchte, von denen ich dann aber eine ganze Menge auf dem zuvor leer geräumten Tableau brauche. Oder ich versuche alle Früchte gleichermaßen zu berücksichtigen und benötige dafür im Gegenzug weniger davon.

In beiden Fällen bin ich davon abhängig, dass mir die Konkurrenz nicht stets die jeweis benötigten Landschaftsplättchen wegschnappt. Und auch sonst ist der Glücksfaktor bei der jeweiligen Plättchenauswahl in der Tischmitte nicht unbeträchtlich. Wenn da nichts passt, muss ich halt improvisieren und es gibt einen möglicherweise etwas weniger optimalen Spielzug.
Die Suche des idealen Spielzugs kann so leider dauern, nicht zuletzt wegen der nicht restlos überzeugenden Gestaltung des Spiels mit ihrer wilden Farbenpracht. Gerade deswegen gibt es aber aber auch kaum eine Chance zu sehen, was die anderen in der Runde anstreben oder erreichen könnten.
Das macht Click a Tree zum wunderbaren Spiel für zwei Personen. Dazu trägt auch das entspannte Gefühl bei, das sich bei jeder Partie Click a Tree breitmacht – so lassen wir uns von Uwe Rosenberg gerne noch mehr nach Afrika entführen!
