Cosmolancer von Reiner Knizia aus dem Verlag Avalon Hill (Hasbro) kommt in einer sehr ansprechenden Verpackung daher. Das Design wirkt hochwertig und modern, und dieser Eindruck setzt sich beim Öffnen der Schachtel fort.
Tolles Material bei Cosmolancer

Einige der Spielplättchen bestehen aus Holz und sind speziell zugeschnitten, was dem Spiel eine edle Anmutung verleiht. Auch das Spielbrett selbst fällt positiv auf: Der Glanzdruck sorgt für ein hochwertiges Erscheinungsbild und unterstreicht den besonderen Look. Zählplättchen ergänzen das Material und halten die erspielten Punkte fest.
Cosmolancer – schöne Bilder, harte Entscheidungen
Thematisch schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rolle freier Weltraum-Fotografen. Aufnahmen von Planeten und exotischen Kreaturen bringen Pluspunkte, während Piraten und Monster für Minuspunkte sorgen. Auf dem Spielbrett gibt es ein Raster aus Reihen und Spalten, in das nach und nach Spielplättchen gelegt werden. Zusätzlich verfügt jede Person über eigene Objektive, die später bestimmen, welche Reihen und Spalten gewertet werden.
Besondere Effekte bringen zusätzliche Spannung ins Spiel: Der Meteoritenschauer blockiert die Sicht, das Schwarze Loch verhindert die Wertung positiver Punkte in betroffenen Reihen oder Spalten, und der Hyperantrieb verdoppelt positive Erträge. Diese mächtigen Elemente sorgen dafür, dass keine Partie gleich verläuft.
Timing schlägt Technik

Eine Partie läuft bei Cosmolancer über drei Runden, wobei eine Runde aus mehreren Zügen besteht. In jedem Zug wählen die Spielerinnen und Spieler zwischen mehreren Aktionen: Ein verdecktes Plättchen ziehen und platzieren, ein Objektiv auslegen oder das eigene Bonusplättchen nutzen. So füllt sich das Spielbrett mit jedem Zug weiter.
Die Objektive bilden das Herzstück der Wertung. Sie reichen von einfacher bis hin zu vierfacher Multiplikation, gelten jedoch ebenso für negative Punkte. Genau hier liegt der Kern der taktischen Entscheidungen: Wer ein Objektiv zu früh platziert, öffnet Mitspielern die Tür für schmerzhafte Minuspunkte. Wer zu lange wartet, verliert Gestaltungsspielraum oder verpasst wertvolle Wertungen. Dieses Spannungsfeld macht den Reiz bei Cosmolancer aus.
Cosmolancer-Varianten mit Feinschliff

Cosmolancer bietet mehrere Varianten. In einer Version liegen alle Plättchen offen aus, was das Spiel deutlich planbarer und taktischer macht. Eine weitere Variante endet, sobald eine Person keine Kamera-Plättchen mehr besitzt, wodurch das Timing der eigenen Züge noch stärker in den Fokus rückt. Am interessantesten bleibt jedoch die Grundversion, da sie das beste Gleichgewicht zwischen Risiko, Planung und Überraschung bietet. Die sogenannte Schnellabrechnung verändert das Spiel selbst nicht, verkürzt jedoch die Rechenarbeit.
Schnell gespielt, langsam gerechnet
Cosmolancer erklärt sich schnell und spielt sich angenehm flott. Dennoch zeigt sich ein deutlicher Schwachpunkt bei der Auswertung. Viele kleine Plus- und Minuspunkte müssen addiert werden, was oft länger dauert als die eigentliche Partie. Die beiliegenden Geldplättchen helfen zwar, ersetzen jedoch keine klare Punkteleiste, auf der man direkt vor- und zurückziehen könnte. Eine solche Lösung hätte den Spielfluss für uns deutlich verbessert.
Kurzweiliger Weltraumtrip mit Rechenpause
Cosmolancer macht Spaß, lässt sich schnell erklären und kommt regelmäßig gern auf den Tisch. Die hochwertige Ausstattung und die spannenden Timing-Entscheidungen überzeugen, aber gleichzeitig bremst die aufwendige Rechnerei den Spielfluss spürbar aus. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt ein taktisches, kurzweiliges Spiel, das sich gut für einzelne Partien eignet. Weniger geeignet für lange Serien hintereinander, dafür umso mehr als abwechslungsreicher Programmpunkt für zwischendurch.

1 Kommentar
Warum wird nicht erwähnt, dass es eine Neuauflage von „Auf Heller und Pfennig“ ist?