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Crime Tours: Akte Hexagon – Das Krimi-Rätselspiel

Crime Tours: Akte Hexagon - Das Krimi-Rätselspiel - Ausschnitt - Foto von Gmeiner

Sonntag, 20:15 Uhr. Erwartungsvoll schalte ich den Fernseher an, setzte mich bequem in den Sessel und freue mich auf einen spannungsreichen Abend mit dem Tatort. Doch zu früh gefreut. Statt des berühmten Vorspanns ist ein Stadion zu sehen, in dem in wenigen Minuten ein Fußballspiel angepfiffen wird. Verdammt. Heißt das kein Krimi heute Abend?blank

Ich brauche einen Moment, um meine Enttäuschung zu überwinden. Nach ein paar Atemzügen stehe ich wieder auf, schlendere zum Regal und fische einen kleinen handlichen Karton heraus. ‚Dann mache ich mir eben meinen eigenen Krimi’, denke ich, während ich die Schachtel von Crime Tours: Akte Hexagon – Das Krimi-Rätselspiel öffne.

In der Verpackung des Krimi-Rätselspiels befinden sich Spielkarten in zwei Größen, zwei Decodiertafeln sowie die Anleitung. Ich nehme die Übersicht der Fallakten in die Hand und entscheide mich, dass mein Tatort heute in Brüssel stattfindet. „Bombenspiel“ – das klingt doch nach einem passenden Fall für diesen Abend.

Crime Tours: Ab an den Tatort

Um den Fall in Crime Tours – Akte Hexagon von Sonja Klein (Gmeiner Verlag) zu starten, benötige ich die passende Fallkarte. Die Übersichtskarte gibt dabei an, mit welcher Nummer mein Fall beginnt. Sobald ich die passende Karte aus dem Stapel gesucht habe, bin ich auch schon mittendrin. Denn alle Informationen auf der Karte können hilfreich sein.

An welchem Ort befinde ich mich? Welches Datum haben wir? Was genau ist geschehen? Gibt es Zeugenaussagen oder sogar Spuren? Ich lese mir die Texte genau durch und versuche, alles miteinander zu kombinieren. An welchem Datum und Ort könnte ich wohl den nächsten Hinweise finden? Gibt es einen Verdacht? Wohin führen die Spuren?

Die Akte Hexagon bietet ein ausgeklügeltes System

Wenn ich im Fall vorankommen möchte, brauche ich jeweils ein Datum und einen Ort, um zur nächsten Fallkarte zu gelangen. Was im ersten Moment sehr wirr wirkt, ist ein durchdachtes System. Ich suche in der Decodiertabelle nach Tag und Monat, merke mir die beiden Buchstaben, die sich daraus ergeben und kombiniere diese in der zweiten Tabelle mit dem Zielort.

Fakten sammeln

Habe ich die richtigen Schlüsse gezogen, befinde ich mich auf der nächsten Fallkarte, anderenfalls muss ich weiter rätseln. Und sollte ich mal gar nicht weiterkommen, kann mir hier und da die Tippkarte die Augen öffnen. So grübel ich mich von Karte zu Karte, bis ich schließlich die entscheidenen Fragen zur Aufklärung des Falls in den Händen halte.

Zehn Fakten sollte ich nun herausgefunden haben und beantworten können. Wer war der Täter oder die Täterin? Und was sind die Hintergründe meines Falls? Habe ich alle Eckpunkte richtig miteinander verknüpft? Konnte ich den Fall aufklären? Meine Punktzahl verrät mir, ob ich mich beim nächsten Mal mehr anstrengen muss oder ob ich bereits in einer Liga mit Teams vom Tatort spiele. 

Crime Tours: Akte Hexagon – Fazit meiner Ermittlungen

Crime Tours – Akte Hexagon hat es ganz schön in sich. Das Spiel ab 14 Jahren dauert pro Fall ca. 45 bis 60 Minuten und ist nichts für ungeduldige Menschen. Ob alleine, zu zweit oder in einer kleinen Gruppe, die Ermittlungen setzen vor allem Kombinationsgeschick und Allgemeinwissen voraus. Und genau da wurde es für mich an vielen Stellen schwierig. Konnte ich die Zusammenhänge noch gut miteinander verknüpfen, fehlte mir an vielen Stellen schlicht und einfach das benötigte Wissen. So wurde die Suchmaschine zu meinem festen Teampartner, der mir mehrfach zur gesuchten Lösung verhalf.

Nachdem ich mich durch den ersten Fall alleine rätselte, holte ich mir für den zweiten Fall einen weiteren Ermittler hinzu. Aber auch zu zweit fehlte uns hier und da das erforderte Wissen, anderes wiederum war für uns nicht nachvollziehbar. Auch die stimmigen Geschichten täuschten nicht darüber hinweg, dass uns die jeweiligen Schritte zur Lösung an einigen Stellen unlogisch oder sehr weit hergeholt erschienen.

„Gute“ Augen erforderlich

Crime Tours: Akte Hexagon - Das Krimi-Rätselspiel - Aufbau und Schachtel - Foto von Gmeiner

Neben einem breiten Allgemeinwissen oder einen guten Suchmaschinenkompetenz setzt das Spiel zudem noch gute Augen voraus. Sind die Fallkarten auch in schwachem Licht einigermaßen zu lesen, wird es bei den Decodierkarten schon eine Herausforderung. Das Muster auf den Karten und die Größe der Schrift haben mich völlig überfordert und mich viel zu sehr vom Spiel abgelenkt. Eine andere Aufmachung hätte müden Augen hier gut getan.

Mich konnte Crime Tours: Akte Hexagon – Das Krimi-Rätselspiel wegen einiger kleiner Schwächen nicht überzeugen.

Auch wenn die Geschichten teilweise aus Tatort-Drehbüchern stammen könnten und Aufmachung sowie Design in sich stimmig sind, fielen die Schwachpunkte des Spiels leider mehr ins Gewicht. Als Freundin von realitätsnahen Krimispielen wird diese Veröffentlichung der Crime Tours bei mir voraussichtlich im Regal weit nach hinten wandern und so schnell keinen Tatortabend mehr ersetzen.

Wer sich aber erst an das Spielgenre der Krimispiel herantraut, über ein hohes Allgemeinwissen verfügt und fitte Augen hat, kann sich gerne ein eigenes Urteil über die Akte Hexagon bilden und Kriminelle durch Europa jagen. Ich suche derweil nach einem anderen Krimispiel, dass mich von vorne bis hinten überzeugt.

Infos zu Crime Tours: Akte Hexagon – Das Krimi-Rätselspiel

  • Titel: Crime Tours: Akte Hexagon - Das Krimi-Rätselspiel
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
  • Autor: Sonja Klein
  • Spieleranzahl (von bis): 1-4
  • Alter (ab oder von bis in Jahren): 14
  • Dauer in Minuten: 45-60
  • Jahrgang: 2021

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