Dess bassd! Ausschnitt des Titels, Bild Palatia Spiele

Dess bassd!

von Yannis Schmidt
2 Minuten Lesedauer
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Dess bassd! von Palatia Spiele ist ein leicht zugängliches Kartenspiel, in dem die Spielenden versuchen, als Erste sieben Zahlenkarten in aufsteigender Reihenfolge vor sich auszulegen. Entwickelt wurde es speziell für Gelegenheitsspieler und Seniorenrunden, funktioniert aber auch gut als lockerer Absacker am Spieleabend. In rund 20–30 Minuten entsteht ein kleines Wettrennen um die beste Reihenfolge – mit dem besonderen Kniff, dass bei Gleichstand die Differenz zwischen der ersten und letzten offenliegenden Karte über den Sieg entscheidet.

Dess bassd! – das ist Zahlenpuzzle trifft Ärgerfaktor

Das Grundprinzip von Dess bassd!: Jeder hat vor sich eine Auslage aus sieben Positionen, zunächst verdeckt, und startet mit vier Handkarten. In jeder Runde spielen alle gleichzeitig eine Zahlenkarte aus, der höchste Wert beginnt und nimmt sich eine Karte aus der offenen Auslage in der Tischmitte, um sie in die eigene Reihe einzubauen. Danach folgt reihum der Rest und die gespielten Karten bilden die neue offene Auslage für die nächste Runde, sodass sich das Spielfeld ständig verändert.

Das Herzstück: aufsteigende Reihe mit Risiko

Der zentrale Mechanismus ist das geschickte Austauschen von Karten, um eine durchgehend aufsteigende Zahlenfolge zu erreichen, ohne sich zwischendurch das Raster zu „zerstören“. Jede neu genommene Karte muss so platziert werden, dass alle offenen Karten weiterhin aufsteigend bleiben, was zu kleinen Knobelmomenten und Entscheidungen führt: Lohnt sich eine aktuell nur halbwegs passende Karte, oder warte ich auf bessere Werte? Spannend wird es, weil nicht nur die Reihenfolge zählt, sondern bei mehreren perfekten Reihen die Spanne zwischen erster und letzter Karte über den Sieg entscheidet – hohe Endzahlen bringen damit Chancen und Risiko zugleich.​

Kritik und Einordnung

Positive Punkte sind:

  • Sehr einfacher Einstieg mit klarer Zielsetzung (sieben Karten in Reihenfolge), ideal für Wenigspieler und gemischte Gruppen.​
  • Kurze Spieldauer und schneller Rundenablauf machen es zu einem guten Füller oder Absacker.​
  • Das gleichzeitige Ausspielen und anschließende Ablegen der Mittelkarten erzeugt ein angenehmes Maß an Interaktion und taktischer Spannung.
  • Das Thema „Zahlen sortieren“ ist neutral und damit auch für Seniorenrunden oder Familienrunden ohne Sprachbarrieren geeignet.

Negative Punkte sind:

  • Der Glücksfaktor bei den nachziehenden Zahlenkarten ist deutlich spürbar; starke oder schwache Startauslagen lassen sich nicht immer ausgleichen.
  • Für Vielspieler bleibt der Anspruch eher im leichten Segment, die taktischen Entscheidungen wiederholen sich nach einigen Partien.
  • Zu zweit kann die Dynamik etwas flacher ausfallen, da die Konkurrenz um bestimmte Zahlenkarten geringer ist als in größeren Gruppen.

Spielevergleich: Wo ordnet sich Dess bassd! ein?

Mechanisch liegt Dess bassd! irgendwo zwischen einem simplen Ablege- bzw. Sortierspiel wie z. B. Rack-O und leichten Stich- bzw. Draft-Spielen, bei denen die ausgespielten Karten gleichzeitig über Zugreihenfolge und Kartenauswahl bestimmen. Im Gegensatz zu klassischen Stichspielen gibt es keine Farbenpflicht oder komplizierte Wertungen, sondern einen Fokus auf die entstehende Zahlenreihe vor jedem Spieler, was den Einstieg erleichtert und den Grübelfaktor begrenzt. Im Familien- und Seniorenbereich ist es damit näher an unkomplizierten Ablegespielen als an komplexen Kartenspielen mit vielen Sonderregeln.​

Und was ist mit dem Spielspaß?

Kartenspiel Dess bassd! Schachtelgrafik, Bild Palatia Spiele

Hinweis

Der Autor von Dess bassd, Mario Sandor, war von 2016 bis 2017 Teil unseres Teams. Der Rezensent wurde auf diesen Umstand von uns nicht hingewiesen.

Dess bassd! punktet vor allem, wenn eine Runde ein kurzes, leicht zu erklärendes Kartenspiel mit einem Hauch Taktik sucht, ohne sich in Regeln zu verlieren.

Die Spannung entsteht aus dem kleinen Wettlauf um die passenden Zahlen und der Frage, wer seine Reihe rechtzeitig sortiert bekommt – inklusive der freudigen Häme, wenn Mitspielende sich mit einer unpassenden Karte „verheben“. Die Varianten mit den Sonderkarten und Trümpfe bringen Pepp, der Schnappszahl-Mechanismus Chaos und Lacher. Für Taktikfans zu leicht, für Gelegenheitsspieler genau richtig: Ein pfälzisch knackiges Kartenspielchen.

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