Die glorreichen Gilden von Buttonville: Ausschnitt, Bild von Ravensburger
Reich der Spiele RezensionDie glorreichen Gilden von Buttonville

Die glorreichen Gilden von Buttonville

von Jörn Frenzel
3 Minuten Lesedauer
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Die glorreichen Gilden von Buttonville von Christian Kudahl und Erik Andersson hätte ich schon auf der Berlin Con spielen können, da es bei Ravensburger als Prototyp zum Ausleihen vorhanden war. Letztendlich bin ich nicht dazu gekommen, aber die Reaktionen waren durchaus positiv, wenn man dort nachfragte. Nun ein gutes halbes Jahr später halte ich den Karton in der Hand und denke beim öffnen: Das ist ja wie Dominion. Aber weit gefehlt!

Worum geht es bei Die glorreichen Gilden von Buttonville

Die glorreichen Gilden von Buttonville, Karton, Spiel'25 in Essen, Foto Axel Bungart
Die glorreichen Gilden von Buttonville, Karton, Spiel ’25 in Essen, Foto Axel Bungart

Denn nur der Schachtelinhalt, wenn man ihn denn eingeräumt hat, ähnelt am Ende dem Spiel des Jahres 2009. Denn wir finden die selben Schachteleinsätze vor, mit der dazugehörigen Leiste für die einzelnen Gilden und ein paar Knöpfe in einem Kistchen. Er ist auch bei weitem nicht so gefüllt und beim Lesen der Anleitung fand man dann schon gar keine Parallelen mehr. Das waren dann auch schon die Gemeinsamkeiten, denn beim Spielen stellten sich  Die glorreichen Gilden von Buttonville als ein völlig anderes Spiel dar. Na und davon möchte ich nun in dieser Rezension berichten.

Der Spielablauf

Die glorreichen Gilden von Buttonville: Kartenauslage, Bild von Jörn Frenzel
Die glorreichen Gilden von Buttonville: Kartenauslage, Bild von Jörn Frenzel

Die Regeln stellten gar kein Problem dar, denn auf vier Seiten ist alles wichtige geschrieben. Und so einfach, wie es sich liest, so einfach spielte es sich dann auch.

Man hat 25 veschiedene Wesen auf den Karten in jeweils zwölffacher Ausführung. Von denen nimmt man fünf veschiedene Gilden mit ihren zwölf Karten und passend dazu vier der getreuen Gilden. Erkennbar ist das an farbigen Symbolen auf der Karte. Bei zwei Spielern wird das ganze etwas modifiziert, da man nur drei getreue Giden nimmt. Diese Gildenkarten werden gemischt und über die letzten 20 Karten wird eine Pappstatue zwischen gelegt, so dass man weiß: Nun ist gleich zu Ende.

Starten werden wir mit vier Handkarten und zwei Knöpfen, von denen am Ende jedes Zweir-Set ein zusätzlichen Siegpunkt bringt. Fünf Karten werden als Markt ausgelegt  und dann beginnt das eigentliche Spiel.

Details zum Mechanismus bei Die glorreichen Gilden von Buttonville

Die glorreichen Gilden von Buttonville: Knöpfe, Bild von Jörn Frenzel
Die glorreichen Gilden von Buttonville: Knöpfe, Bild von Jörn Frenzel

Als Pflicht gilt, am Anfang seines Zuges immer zwei Karten vom Nachziestapel zu ziehen. Freiwillig gilt, dann ein Set mehrerer Karten auszulegen. Dabei ist wichtig, dass am Ende des Zuges nicht mehr als fünf Handkarten auf der Hand sind. Denn überzählige Handkarten müssen wir abwerfen.

Ein wichtiger zweiter Punkt: Sollten wir ein weiteres Set eines Wesen ausspielen, müssen wir eines der beiden Sets abwerfen. Denn nur eines hat in unserer Auslage zu liegen. Am Ende gewinnen wir Siegpunkte für die Anzahl der Gildenkarten in unseren Sets. Plus natürlich die Knöpfe.

Jetzt kommt der Kniff

Die glorreichen Gilden von Buttonville: einige Karten, Bild von Jörn Frenzel
Die glorreichen Gilden von Buttonville: einige Karten, Bild von Jörn Frenzel

So einfach, so gut. Das wäre an sich nichts wirklich, was einen vom Hocker haut, deswegen hat man sich Gedanken gemacht. Jedes Wesensart der einzelnen Gilden hat spezielle Eigenschaften, die wir entweder dauerhaft, am Ende oder im Ausspielmoment nutzen dürfen. Dadurch entsteht Interaktion und etwas Spannung. Denn es können durchaus Sets zerstört werden oder auch Karten an ein Set angelegt werde, was normalerweise nicht erlaubt ist. Am besten gefiel mir das Klauen der Knöpfe des Nachbarn.

Die glorreichen Gilden von Buttonville und der Spielspaß

Die glorreichen Gilden von Buttonville: Kartenhand, Bild von Jörn Frenzel
Die glorreichen Gilden von Buttonville: Kartenhand, Bild von Jörn Frenzel

Die glorreichen Gilden von Buttonville fühlt sich leicht zugänglich an, aber irgendwie auch sehr einfach. Die Comicgrafiken sind sehr ansprechend und haben einige meiner Mitspieler neugierig werden lassen. Genauso wie das Öffnen der Schachtel, der dann den Dominioneffekt auftreten ließ. Aber letztendlich finden wir ein einfaches Sammelkartenspiel vor, das mehr Zeit in der Vorbereitungsphase und Nachbereitungsphase braucht, als im eigentlichen Spiel. Zumindest, wenn man alle Karten ordentlich sortiert haben will.

Keine Euphorie, aber …

Die glorreichen Gilden von Buttonville, Kartenbeispiele, Spiel'25 in Essen, Foto Axel Bungart
Die glorreichen Gilden von Buttonville, Kartenbeispiele, Spiel ’25 in Essen, Foto Axel Bungart

Die glorreichen Gilden von Buttonville lässt mich nicht euphorisch am Spieltisch mitfiebern, aber es macht durchaus Spaß. Bleibt zu hoffen, dass die gesuchte Zielgruppe – und das dürften Familienspieler sein – nach Erweiterungen schreit. Denn mitspielen würde ich es immer, aber aus meinem Regal vorschlagen – das nicht unbedingt. Da gibt es bei Weitem bessere und witzigere Set-Collection-Spiele wie z. B. Black Sheep. Da sind dann mehr Emotionen und Spannungsmomente drin.

Gut verständlich und irgendwie sehr nett

Die glorreichen Gilden von Buttonville: Schachtel, Bild von RavensburgerDie Spielmechanik allerdings ist bei Die glorreichen Gilden von Buttonville gut zu verstehen und auch Jüngere haben hier ihren Spaß. In der Grundversion bin ich immer in einer Partie mit dabei, aber ein großer Nachteil ist für mich auch die überdimensionierte Schachtel. Wenn ich auf Reisen gehe, nehme ich immer Spiele zur Beschäftigung mit.

Die glorreichen Gilden von Buttonville wäre ein Kandidat dafür, aber nicht in dieser Schachtel. Das restliche Material, so z. B. die Siegpunktanzeige sind hervorragend als kleine Übersichtstafeln beigefügt. So bleibt halt einer der häufigsten Resultate vieler Spiele am Ende übrig: Die glorreichen Gilden von Buttonville ist ein sehr nettes Spiel – und das deutet jeder anders.

1 Kommentar

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Alexander Zbiek 16. Januar 2026 - 15:01

Hervorragendes Spiel, bei dem man auch mal ein paar Partien spielen muss, bevor man entdeckt was da alles möglich ist.
Spiel ich nur ein einzelnen Mützel, nehm ihn mit Ferdinand wieder zusammen mit Knöpfen wieder auf die Hand zurück und wiederhole es.
Es gibt soviele Kniffe um die Kombis zu verlängern, die man erst entdecken muss/will. Wirklich sehr gelungenes Spiel.
Testen und Strategien ausprobieren geht am besten in der BrettspielWelt.

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