dnup ist ein (weiteres) Kartenspiel, bei dem man versucht, alle seine Handkarten als Erster loszuwerden.
So spielt man dnup
Alle Karten werden gleichmäßig auf die Spieler verteilt. Jede Karte besitzt zwei Zahlenwerte auf einer Seite – je einen oben und unten. Hat eine Karte beispielsweise auf der einen Seite den Wert 9 und dreht sie auf den Kopf, kann sie danach plötzlich nur noch den Wert 2 haben. Doch drehen darf man seine Karten erstmal nicht, sondern muss sie so belassen, wie man sie erhalten hat. Nur sortieren darf man sie.
Dann versucht man, durch Ablage von Sets (gleiche Karten), seine Handkarten loszuwerden. Haben andere bereits Sets mit weniger Karten ausliegen, müssen diese ihre Karten wieder auf die Hand nehmen und müssen (!) sie dabei drehen. Alternativ kann man auch eine einzelne Karten an der Auslage eines Mitspielers anlegen. Auch wenn dadurch das Set eine Größe erlangt, die ein anderes Set übersteigt, muss der Besitzer des unterlegenen Sets die Karten wieder auf die hand nehmen. Karten loswerden ist als nicht ganz so einfach.

Und sogar freiwillig kann man Karten wieder auf die hand nehmen, wenn man sich dadurch mehr Chancen erhofft, die eigene Auslage zu stärken.
Wer zuerst alle Handkarten losgeworden ist, erhält zwei Buchstabenmarker, während die anderen Spieler weiterspielen. Der Zweite erhält noch einen Buchstabenmarker. Wer zuerst vier Buchstaben gewinnen konnte – die dann irgendwie zusammengelegt das Wort „dnup“ ergeben -, gewinnt die Partie.
Wie gut ist dnup?
dnup (Wortspiel aus down und up) hat uns vom ersten Moment an begeistert! Besonders gefallen haben mir die einfachen Regeln. Gerade für meinen Sohn, dem es oft schwerfällt, viele Regeln auf einmal zu verstehen, war das Spiel sofort zugänglich. Er hatte schnell Spaß daran und wollte es immer wieder spielen. Tatsächlich haben wir innerhalb von nur drei Tagen rund 40 Partien gespielt – das spricht für sich.
Aus pädagogischer Sicht gefällt mir außerdem, dass beim Spielen keine Zahlen addiert oder komplizierte Rechenaufgaben gelöst werden müssen. Stattdessen geht es darum, Zahlenwerte miteinander zu vergleichen – also zu erkennen, welche Zahl größer oder kleiner ist. Das macht dnup aus meiner Sicht auch für den Einsatz in der ersten oder zweiten Klasse interessant. Kinder üben ganz nebenbei den sicheren Umgang mit Zahlen und trainieren gleichzeitig ihr logisches Denken.
Die Einfachheit begeistert
Trotz der einfachen Regeln bietet dnup mehr Tiefe, als man zunächst vermuten würde. Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, Karten vom Tisch jederzeit wieder auf die Hand zu nehmen. Dabei werden die Karten umgedreht, wodurch sich ihr Wert verändert. Diese Spielmechanik sorgt dafür, dass man seine Strategie immer wieder anpassen muss und somit erste taktische Überlegungen fördert. Man überlegt nicht nur, welcher Zug einem selbst den größten Vorteil verschafft, sondern auch, wie die Pläne der Mitspielenden durchkreuzt werden können .
Ein weiterer großer Pluspunkt ist das extrem kompakte Format. dnup passt problemlos in eine Hosentasche oder eine Tasche. Damit ist es der ideale Begleiter für den Urlaub, den Badesee, den Campingplatz oder lange Sommerabende. Weil eine Partie nur wenige Minuten dauert, stehen vielen spontanen Runden also nichts mehr im Weg.
Besser ab drei Personen

Nach den vielen Partien, die wir gespielt haben, wurde das Spiel für uns zu zweit allerdings etwas eintönig. Ich glaube jedoch, dass das vor allem an der hohen Anzahl an Partien und der geringen Spielerzahl lag. Mit drei oder mehr Personen dürfte dnup sein volles Potenzial entfalten, da deutlich mehr Dynamik entsteht und sich noch mehr Möglichkeiten ergeben, taktisch auf die Mitspieler zu reagieren.
Insgesamt ist dnup für mich ein gelungenes Kartenspiel mit einer originellen Spielidee, einfachen Regeln und überraschend viel taktischer Tiefe. Besonders Familien, Grundschulen und pädagogische Einrichtungen, die ein schnelles, leicht verständliches und gleichzeitig cleveres Spiel für zu Hause oder unterwegs suchen, kann ich dnup uneingeschränkt empfehlen.
