Elixirus von Dickie Chapin aus dem Verlag Piatnik ist optisch sehr ansprechend. Gestaltung, Farbgebung und Illustration wirken stimmig und laden sofort zum Spielen ein. Auch das Material hinterlässt einen guten Eindruck: Die beiliegenden Spielbretter sind zwar etwas dünner als bei vergleichbaren Titeln, erfüllen ihren Zweck aber problemlos. Positiv fällt außerdem auf, dass ein Stoffbeutel beiliegt, in dem sämtliches Material Platz findet. Der Beutel sorgt nicht nur für Ordnung, sondern kommt auch im Spiel selbst zum Einsatz, was Aufbau und Spielstart deutlich beschleunigt.
Elixirus – von Farben, Fläschchen und feinen Entscheidungen
Die Spielanleitung wirkt auf den ersten Blick umfangreich, das relativiert sich jedoch schnell. Sie ist mehrsprachig aufgebaut und beschränkt sich im Deutschen auf wenige Seiten. Die Regeln sind klar formuliert und gut verständlich, sodass sich Elixirus ohne größere Hürden erklären lässt.
Ziel bei Elixirus ist es, Zutaten zu sammeln und damit nach und nach Tränke zu füllen. Pilze, Sonnenblumenkerne und weitere Zutaten in verschiedenen Farbgebungen wandern auf das eigene Spielbrett und füllen dort nach und nach die Fläschchen. Sobald eine Flasche komplett gefüllt ist, bringt sie Punkte. Schließt eine Person den vierten Korken, endet Elixirus – allerdings folgt danach noch eine abschließende Wertung.
Die Lehrlinge sammeln die Zutaten
Kernmechanik sind die drei Lehrlinge jeder Spielerin bzw. jedes Spielers. Diese Holzmarker werden reihum auf die ausliegenden Waldstücke gesetzt. Dabei bleiben bewusst Felder frei. Sobald alle Lehrlinge ihre Plätze eingenommen haben, werten die Spielerinnen und Spieler die Waldstücke nacheinander aus. Entscheidend ist dabei nicht die Reihenfolge des Setzens, sondern die Position der Lehrlinge auf dem jeweiligen Feld. Wer weiter vorne steht, sammelt zuerst Zutaten: ein simpler, aber wirkungsvoller Spannungsmoment.
Aktionen mit Nebenwirkung
Neben dem reinen Sammeln bieten die Waldstücke zusätzliche Aktionen. Diese werden entweder durch das Feld selbst oder durch die Platzierung eines Lehrlings ausgelöst. Jede Region bringt eigene Effekte mit, die im Glossar kurz erklärt werden. Sie lockern das Spielgeschehen auf, bleiben jedoch eher unterstützend. In unseren Partien entschieden weniger die Aktionen als vielmehr das geschickte Platzieren der Lehrlinge über den Erfolg.
Nach der Auswertung folgt bei Elixirus die Brauphase. Mit den gesammelten Zutaten werden die Tränke gefüllt. Wer nicht passend gesammelt hat, muss seine Materialien stattdessen in die Giftflaschen geben, die am Spielende Minuspunkte beschert. Planung zahlt sich hier klar aus.
Flüssig gespielt, zäh gerechnet

Elixirus spielt sich sehr flüssig und zügig. Die angegebene Spielzeit von rund 30 Minuten passt gut, auch weil die Runden ohne größere Wartezeit ablaufen. Allerdings zeigt sich gegen Ende eine Schwäche: Die abschließende Punktauswertung ist recht kleinteilig und erfordert meist Zettel und Stift. Hier hätten Marker oder eine übersichtlichere Lösung dem Spielfluss gutgetan.
Kurzweilig mit Pausenbedarf
Elixirus macht Spaß, ermüdet jedoch nach ein oder zwei Partien spürbar. Es ist kein Spiel, das man mehrfach hintereinander spielen möchte, sondern eines, das man lieber später noch einmal oder mit einer anderen Runde auf den Tisch bringt. Als kurzweiliges, gut zugängliches Spiel mit interessanter Platzierungsmechanik funktioniert es dennoch solide – vor allem für Gruppen, die ein flüssiges Spiel mit überschaubarer Tiefe suchen.
