Fabelwald von Jeff Warrender (Schmidt Spiele) ist ein Merkspiel, bei dem die Spielenden als Zauberlehrlinge im Wald drei versteckte Schlüssel finden und zu ihrem Zauberturm bringen müssen. Doch im Fabelwald warten noch zusätzliche Aufgaben von dem Zauberer, Trolle und ein Drache auf die Lehrlinge. Der Zauberlehrling, der es als erster schafft, die Aufgaben zu lösen und die Schlüssel als erster zum Turm zu bringen, wird der Nachfolger des Zauberers.
Wie wird Fabelwald gespielt?
Fabelwald richtet sich vor allem an Familien mit Kindern ab etwa sechs Jahren, die Memory Elemente und eine märchenhafte Aufmachung mögen. Für fortgeschrittene Spieler gibt es noch eine Spielvariante.
Es gibt keinen Spielplan. Die Spielfläche besteht aus Waldplättchen, auf deren Rückseite Wege, magische Orte, Monster und der alte Zauberer zu finden sind. Jeder Spieler erhält drei Ortskarten, die zeigen, wo Schlüssel versteckt sind. Diese Orte müssen die Spieler während des Spiels nacheinander erreichen, deshalb ist es hilfreich sich auch die umgedrehten Waldplättchen der Mitspieler genau anzuschauen und zu merken.
Pro Zug dürfen die Spieler in der Standardversion vier Schritte vorrücken in der Erweiterung so viele Plättchen sie möchten, es sei denn ein Troll oder der Drache hält den Spieler auf. Bei einem Troll wird die Trollkarte mit einem anderem Waldplättchen sichtbar ausgetauscht. Der Zug ist damit sofort beendet. Bei dem Drachen muss der jeweilige Spieler zurück auf seine Startkarte.
Noch mehr zauberhafte Details

Während die Spieler versuchen, ihre Orte zu finden, stoßen sie noch auf den Zauberer. Diese gibt noch den Spielern noch Extra-Aufgaben. Sie müssen noch eine oder vielleicht sogar mehrere Zutaten für seinen Zaubertrank besorgen. In beiden Versionen gibt es noch die Fee, diese ermöglicht dem Spieler einen geheimen Blick unter ein beliebiges Waldplättchen.
Sobald ein Spieler seinen Ort erreicht hat, kann er seine Karte umdrehen und hat somit seinen Schlüssel erhalten. Hat ein Spieler alle drei Karten, seine zusätzlichen Aufgaben des Zauberers erledigt und hat seinen Turm erreicht, gewinnt er bei Fabelwald.
In der Spielerweiterung sind die Spielregeln ähnlich, jedoch gibt es noch weitere Regeln und Karten, wodurch das Spiel auch nach einigen Spielrunden wieder etwas lebendiger und interessanter wird. Spannender wird es vor allem durch die Möglichkeit, selbst entscheiden zu können, wie viele Waldplättchen umgedreht werden.
Was mir an Fabelwald gut gefällt
Die Illustrationen von Édouard Blanc und die Grafik von Leon Schiffer sind sehr stimmungsvoll und erschaffen eine märchenhafte Welt, die Kinder stark anspricht. Das Merkspiel trainiert spielerisch Orientierung, Raum-Lage-Wahrnehmung, Konzentration und Gedächtnis, ohne überfordernd zu wirken. Die kurze Spieldauer von rund 20 Minuten passt gut zu der Aufmerksamkeitsspanne von Grundschulkindern und macht auch mehrere Runden hintereinander möglich. Die Spielregeln sind für Kinder meistens spätestens nach der zweiten Spielrunde verstanden.
Was mir weniger gut gefällt
Wer Memo-Mechaniken nicht mag oder schnell frustriert ist, wenn andere sich Wege besser merken, wird mit dem Kernprinzip von Fabelwald wenig Freude haben. Mit steigender Spielerzahl können die Wartezeiten für ungeduldige Kinder etwas lang wirken, vor allem wenn Mitspielende ihre Züge sehr gründlich planen.
Für Vielspielerinnen und Vielspieler wirkt der Anspruch eher gering; taktische Tiefe entsteht erst in der Variante mit „Zock-Element“, bleibt aber begrenzt. Das Aufbauen des Spielfeldes ist etwas mühsam, vor allem weil die Spielschachtel kaum eine Möglichkeit zum Vorsortieren hergibt. Die Karten und Plättchen rutschen im Karton schnell durcheinander, dementsprechend viel Zeit geht dann für das Aufbauen und Sortieren der Karten und Plättchen drauf. Unruhige Kinder können dann bereits an ihre Grenzen stoßen.
Fabelwald: Für wen ist das Spiel geeignet?

Fabelwald ist für Kinder ab etwa sechs Jahren, die gerne suchen, aufdecken und sich Wege merken, sowie deren Familien, die ein zugängliches Einstiegsfantasyspiel suchen. Gelegenheitsspielende, die ein leicht erklärtes Spiel mit kurzer Dauer für zwischendurch oder als Absacker wollen.
Fabelwald lässt sich gut als Familienspiel nutzen. Zusätzlich ist es im pädagogischen und therapeutischen Bereich wie beispielsweise Logopädie und Ergotherapie geeignet. Weniger geeignet ist Fabelwald für Runden, die Komplexität erwarten oder grundsätzlich nichts mit Memo-Spielen anfangen können.
