Fabulus Elexus

Wer mischt das beste Elexier?

eine Spielerezension von Alice Riemer - 05.11.2022
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Fabulus Elexus - Logo - Foto von HUCH
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Welches Kind träumt nicht von einem Zauberkasten? Sogar ich habe noch glänzende Augen bekommen, als ich Fabulux Elexus aus dem Karton hob, vielleicht liegt es auch daran, dass ich als Kind eben keinen Zauberkasten hatte. Eine Sache nehme ich direkt vorweg: Es werden ausschließlich Zaubertränke hergestellt. Wer also Zaubertricks mit Karten oder ähnlichen erwartet, wird enttäuscht.

Schon beim Öffnen des Kartons steigt die Aufregung, denn der Inhalt sieht wirklich spannend aus. Es erinnert ein wenig an einen Chemiebaukasten und hat einen hohen Aufforderungscharakter, auch wenn die ersten Seite des großen Zauberbuchs der Eliexiere viele Warnhinweise und Erste-Hilfe-Informationen beinhalten.

Aber wie heißt es so schön: Safety First! Genau deshalb sind sogar auch Schutzbrillen für die Kinder enthalten und sollten unbedingt getragen werden.

Die Spielidee/Ziel des Spiels

Die Spieler von Fabulus Elexus nehmen an dem größten Zauberwettstreit der Geschichte teil. Man kann alleine aber auch mit mehreren Kindern spielen. Alle Teilnehmenden haben die Aufgabe, die 33 Elixierrezepturen aus Braldars Buch – im Almanach der Elixiere, zu entschlüsseln und mit den richtigen Zutaten die Zauberelexiere herzustellen. Die Rezepte sind von einfach nach schwer sortiert.

Die Rezepturen werden schwieriger, da Braldarfs Elf Pollux sie mit dem Kopfüber-Kopfunter-Pulver verändert hat. Manche Rezepturen sind unvollständig, bei manchen fehlt der komplette Text oder andere wiederum haben Anmerkungen, die berücksichtigt werden müssen.

Auch wenn hier von einem Zauberwettstreit die Sprache ist, gibt es keinen Sieger bei Fabulus Elexus. Die Spieler können so viele Tränke wie sie möchten herstellen. Es gibt keine Wertung oder ähnliches.

Fabulus Elexus - Chemiebaukasten im Einsatz - Foto von HUCH

Vorbereitungen der magischen Experimente

Vor dem ersten Gebrauch muss noch ein wenig vorbereitet werden. Die Flaschen müssen noch mit den richtigen Etiketten wie zum Beispiel Getrocknete Schlangenhaut oder Einhornblut versehen werden. Zudem werden für manche Elixiere noch weitere Zutaten aus der Küche (Tafelessig, Würfelzucker, Mehl usw) benötigt. Es sollten alle Zutaten zunächst vorbereitet und auf den Tisch gestellt werden und dann anschließend nochmals genau das Rezept gelesen werden, bevor es dann losgeht.

Durchführung der chemischen Reaktionen

Sobald alle Zutaten bereitstehen und die Brillen aufgesetzt wurden, kann es losgehen. Die Schritte sind einzeln beschrieben: „Nimm einen Messbecher und gieße 25 ml Sumpfbrühe hinein. Füge sieben Tropfen Drachenblut hinzu und rühre alles um. (…) Du wirst ein großer Zauberer, wenn sich das Drachenblut in flüssiges Gold verwandelt.“

Das war es dann. Es werden in der Regel Flüssigkeiten zusammengeschüttet und umgerührt und dann darf man beobachten, was passiert und dann ist man ein großer Zauberer. Zu den meisten Rezepturen steht im hinterem Teil des Zauberbuchs eine kurze Ergänzung zu den Rezepturen, allerdings sind diese nicht sonderlich kindgerecht formuliert.

Was wird bei der Beschäftigung mit dem Experimentierkasten gefördert und für wen ist es geeignet?

Die Kinder lernen Lesen und Textverständis, schrittweise Umsetzung von Aufträgen, Konzentration, Feinmotorik und Beobachtungsfähigkeit. Die Sorgfältige Vorbereitung und Durchführung sind das A und O. Für wen halte ich Fabulus Elexus geeignet? Da hier teils mit Flüssigkeiten gearbeitet wird, die bei falschem Gebrauch vielleicht gesundheitliche Schäden hervorrufen können, rate ich dazu dieses Spiel nur mit wenigen Kinder gleichzeitig zu spielen. Deshalb ist es besser für die privaten Gebrauch in Familien geeignet als beispielsweise in einer Betreuungseinrichtung. In therapeutischen Settings kann ich es mir bedingt vorstellen, beispielsweise als belohnender Abschluss einer Therapiestunde.

Mein Fazit: Knalleffekt oder nicht?

Leider hat mein Interesse und auch das meiner Kinder an Fabulus Elexus schnell abgenommen. Es weckt hohe Erwartungen und kann diese nicht erfüllen. Fabulus Elexus hat so eine schöne, Interesse weckende Aufmachung. Es macht total Spaß, die Flaschen mit den Etiketten zu bekleben und die ersten Zaubertränke anzurühren. Die Aufmachung des Zauberbuchs und die Namen der einzelnen Rezepte sind richtig klasse. 

Fabulus Elexus - Schachtelillustration - Foto von HUCH

Doch leider kann der Spannungsbogen kaum noch aufrechterhalten werden, nachdem die Zutaten zusammengemischt wurden. Bei manchen Rezepten passiert einfach fast gar nichts. Zudem lässt bei manchen Kindern, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, schnell das Interesse nach, denn die gewählte Schrift passt zwar hervorragend in das Konzept, allerdings können einige Kinder die Schrift nicht entziffern und werden damit entmutigt, weiter zu machen.

Ich würde mir den magischen Experimentierkasten nicht kaufen. Es ist für mich einfach nicht "rund": Es startet super, baut richtig Spannung aunf und macht Lust aufs Ausprobieren  und nach hinten raus, plätschert es einfach so aus. Es wird nichts dazu gesagt, was mit den angerührten Zaubertränken gemacht werden soll, wie sie entsorgt werden sollen. Gerade in der jetztigen kritischen Zeit fällt es mir schwer, teils Lebensmittel zusammenzuschütten, zu schauen (ob) was passiert und dann wird es einfach entsorgt. Ich denke, auch bei Experiementen sollten Kinder an die Nachhaltigkeit herangeführt werden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
1
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Fotos
Fabulus Elexus - Chemiebaukasten im Einsatz - Foto von HUCH
Fabulus Elexus - Schachtelillustration - Foto von HUCH

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