Die einen schlagen mit den Flügeln, andere mit den Schwingen und die dritten mit den Flossen. Mit Flossenschlag liegt ein weiteres Spiel aus dem Flügelschlag-Universum vor uns. Nach dem Ausflug mit Schwingenschlag ins Fantasyreich, geht es nun wieder in realistischere Gefilde. Weltweit gibt es über 33.000 verschiedene Fischarten und es werden immer wieder noch neue entdeckt. Von daher sind die 125 Fischkarten nur eine verschwindend kleine Auswahl. Für Erweiterungen gibt es also noch genügend Möglichkeiten.
Worum geht es bei Flossenschlag?

Flossenschlag stammt von David Gordon und Michael O´Connell und ist bei Feuerland erschienen. In der Partie habt ihr das Glück, vier Wochen lang tauchen gehen zu dürfen. Es gibt verschiedene Tauchstellen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und natürlich sind jede Menge Fische zu entdecken. Mit den Fischen, ihren Eiern, den Jungfischen und den Schwärmen kann man Punkte einheimsen, von denen dann der mit den meisten gesammelten Punkten gewinnt.
Spielvorbereitung

Es gibt zehn Startfischkarten, von denen jeder Spieler zwei zufällig gezogene bekommt. Außerdem bekommt jeder drei Fischkarten vom gemischten Fischkartenstapel. Zur Erforschung des Ozeans stehen jedem sechs Taucher zur Verfügung. Damit einem die anderen Taucher nicht in die Quere kommen, hat jeder seinen eigenen Ozean.
Regeln: So funktioniert Flossenschlag
Die Partie geht über vier (Spiel-) Wochen. In jeder Woche kommen die sechs Taucher eines Spielers je einmal zum Zug. Wer dran ist, setzt entweder einen Taucher dazu ein, eine Fischkarte in den eigenen Ozean zu spielen oder an einer der drei Tauchstellen (Spalten) seines Ozeans zu tauchen. Für jeden Tauchgang gibt es je nach Fischreichtum im Ozean verschiedene Belohnungen. Für eingesetzte Fische fallen Kosten an, die meistens in Form von Karten, Eiern oder Jungfischen gezahlt werden müssen.

Jeder Ozean ist in drei Spalten und diese wiederum in drei Zonen aufgeteilt. Unterhalb der Kosten ist vermerkt, in welcher Zone bzw. welchen Zonen der Fisch eingesetzt werden kann. Es gibt auch Fische mit einem zusätzlichen Farbstreifen auf der rechten Seite. Diese Fische dürfen außerdem nur in einer bestimmten Spalte eingesetzt werden. Fische können andere Fische fressen (auf ein schon belegtes Feld gelegt werden). Dies geht allerdings nur, wenn sie größer sind als der zu vertilgende Fisch. Es gibt große, mittelgroße und kleine Fische.
Fische haben Fähigkeiten, die entweder beim Ausspielen ausgelöst werden, oder bei Aktivierung oder am Ende des Spiels. Manche Fähigkeiten betreffen alle Spieler, manche beziehen sich auf bestimmte Bereiche des Ozeans.
Der Tauchgang
Beim Tauchen springt der Taucher ins Wasser und geht an einer der drei Tauchstellen (Spalten) bis auf den Grund des Ozeans. Unterwegs sammelt er Belohnungen ein. In der ersten Spalte sind das im wesentlichen Karten, in der zweiten Spalte Fischeier und in der dritten Spalte Jungfische, von denen jeweils drei einen Schwarm bilden. Für jede der drei Zonen an einer Tauchstelle gibt es einen Bonus, der allerdings nur ausgelöst wird, wenn sich in dieser Zone mindestens ein Fisch befindet. Außerdem werden die Aktivierungsfähigkeiten der Fische in dieser Spalte ausgelöst.

Eine Woche endet, sobald jeder Spieler seine sechs Taucher eingesetzt hat. Am Ende der ersten drei Wochen gibt es jeweils Punkte für den jeweiligen Wochenerfolg. Die Punkte werden auf dem Wertungsblock notiert.
Das Spielende bei Flossenschlag
Nach der vierten Woche endet das Spiel. Nun werden alle Fische mit einer Spielendefähigkeit aktiviert. Anschließend werden die Punkte der Fische im heimischen Ozean addiert. Für gefressene Fische (Fischkarten unter einem Fisch) gibt es einen Punkt. Ebenfalls einen Punkt wert sind Eier und Jungfische. Für Schwärme gibt es sechs Punkte. Wie üblich gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.
Macht Flossenschlag Spaß und wie grenzt es sich von Flügelschlag ab?
Flossenschlag ist nach meiner Erfahrung etwas leichter zugänglich als die anderen beiden Spiele aus der Flügelschlag-Reihe. Laut Schachtelaufdruck ist es für Spieler ab zehn Jahren. In unseren Runden haben spielerfahrene Achtjährige durchaus problemlos mitgehalten. Dadurch, dass jeder an seinem eigenen Ozean baut, ist das Spiel für zwei bis fünf Spielern gleichermaßen gut geeignet.
Durch die neun doppelseitigen Wochenerfolge ist eine gewisse Variabilität gegeben, bezüglich des Zieles für die jeweilige Woche. Für das Einstiegsspiel gibt es eine vorgedruckte Erfolgskarte, was das manchmal lästige Heraussuchen bestimmter Plättchen erspart.

Man merkt dem Spiel deutlich seine Flügelschlag-Gene an. Durch das neue Thema, das auch einige neue Mechanismen nach sich zieht, hat es trotzdem seine eigene Berechtigung. Die Flavor Texte auf den Fischkarten sind nicht spielrelevant, wurden aber zumindest in den ersten Runden gerne gelesen und haben immer wieder für Staunen gesorgt und gezeigt, wie wenig die meisten von uns über diese Unterwasserwelt wissen.
Die Schachtel ist etwas überdimensioniert, bietet aber Platz für mindestens zwei Erweiterungen. In unserer Runde werden auf jeden Fall in nächster Zeit noch einige Tauchgänge durchgeführt.
