Fossilium: Ausschnitt des Titelbildes, Bild von Giant Roc

Fossilium

von Maren Weiß
1 Minuten Lesedauer
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Fossilum – ein klassisches Workerplacement-Spiel kombiniert mit Set-Collection und Plättchenlege-Elementen – versetzt die Spielenden in die Rolle ambitionierter Kuratoren. Thema und Mechanik greifen in diesem Spiel so gut ineinander, wie selten in einem Expertenspiel. Doch leider kann das bei Giant Roc erschienene Spiel von Julia Thiemann und Christoph Waage nicht nur punkten.

Fossilium: Erster Eindruck & Material

Fossilium: Material mit Dino, Bild von Giant Roc

Der erste Blick auf den Spieltisch kann durchaus einschüchternd wirken. Das Spielbrett ist nicht zusammenhängend, zahlreiche Plättchen, Marker und Tableaus sorgen für eine regelrechte Materialschlacht. Hier wäre ein größeres Spielbrett, das all die vielen Leisten vereint, irgendwie doch übersichtlicher gewesen.

Die Qualität des Materials schwankt leider spürbar: Während einige Komponenten sehr hochwertig wirken, fallen andere durch Farb- und Produktionsfehler sowie eher durchschnittliche Verarbeitung auf.

Besonders die Skelett-Aufsteller sind ein zweischneidiges Schwert. Optisch sind sie ein echter Hingucker, spielerisch erfüllen sie jedoch kaum eine Funktion und nehmen im Zweifel die Sicht auf spielrelevante Elemente. Zudem sind sie wenig stabil – jedes Auf- und Abbauen scheint ihrem langfristigen Zustand eher zu schaden als zu nützen. Wir haben uns daher dafür entschieden, sie gänzlich in der Schachtel zu lassen.

Regeln & Spielgefühl

Fossilium: Material und Spielplan, Bild von Giant Roc

Regelseitig zeigt sich Fossilum erstaunlich kleinteilig. Obwohl das Spielprinzip an sich eher leicht zugänglich ist, müssen sich die Spielenden eine Vielzahl an Symbolen, Regeln und Spielprinzipien merken. Arbeitsmarktziele, Rundenziele, Endwertungsbedingungen, Einkommen über Infotafeln, Belohnungen für vollständige Fossilien sowie das regelmäßige Auffüllen des Marktes in Runde zwei und vier verlangen permanente Aufmerksamkeit. Das Nachverfolgen der aktuellen Spielphase auf dem Rundentableau mittels Zylinder macht hier durchaus Sinn (vorausgesetzt man vergisst ihn nicht ständig).

Gerade in den ersten Partien wird der Spielfluss durch die Regelfülle doch sehr ausgebremst. Das hindert dann leider auch daran, Fossilium nach einer längeren Zeit mal wieder auf den Tisch zu bringen.

Die Spieldauer

90 Minuten Spielzeit haben wir trotz regelmäßiger Partien nie erreicht. Allein zu zweit waren wir in der Praxis schon bei durchschnittlich 120 Minuten. In größeren Runden wird das schnell noch mehr.

Macht Fossilium Spaß?

Fossilium: Schachtelbild, Bild von Giant RocFossilum punktet mit einem interessanten Thema, das gut zur gewählten Mechanik passt, und bietet insgesamt ein solides Spielerlebnis. Für eine langfristige Daseinsberechtigung stehen dem Spiel jedoch die kleinteiligen, wenig intuitiven Regeln im Weg. Auch das Material ist sehr uneinheitlich – von sehr gut bis gerade noch okay ist alles vertreten. Wer thematische Workerplacement-Spiele mit hohem Detailgrad mag, findet mit Fossilium dennoch eine lohnende Ausgrabung.

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