Der erste Blick auf die Packung verrät bereits – hier geht einiges drunter und drüber. Der als Ambigramm geschriebene Titel entspricht seiner, schon von uns sehr positiv rezensierten, Kartenspiel-Variante Frantic. Wenn auch das Vorgängerspiel noch sehr an den Klassiker UNO erinnert, so orientiert sich die schweizer Rulefactory (über Game Factory) beim Brettspiel mehr an Mensch ärgere Dich nicht. Wobei Frantic schon eher darauf abziehlt, dass man sich gegenseitig ärgert! Wie gut funktioniert die Umwandlung der bunten Karten auf das Brett und wird das gegenseitige Ärgern zu viel?
Das Ziel ist das Ziel – oder nicht?
Wir haben bei Frantic ein Brett mit 44 Feldern, die jeweils Platz für Karten haben. Die Karten gibt es in den Hauptfarben Grün, Rot, Felb und Blau sowie bunt und in Weiß. Die Farben markieren hier den Zeitpunkt, wann diese wirken, also beim Legen, Überlaufen oder Drauflanden. Dabei gibt es förderliche Effekte für einen selbst, hinderliche Effekte für alle und sogar gezielte Angriffe und Verteidigungen. Alle dienem dem übergeordneten Ziel: bloß nicht das Ziel erreichen! Denn das sei der schlimmste Ort der Welt.

Insgesamt spielt man Frantic – Brettspiel in mehreren Durchgängen und sammelt möglichst wenige Punkte. Wer zuerst eine vorher ausgemachte Punktzahl überschreitet, beendet das gesamte Spiel (und ist auch der große Verlierer). Zum Ende jedes Durchganges zählt das aktuelle Feld mit seinen Punkten (0-50) einer jeden Spielfigur. Ein Zug besteht immer aus dem Legen einer Handkarte, dem eventuellen Ausführen ihrer Aktionen, dem Würfeln und Bewegen und dem Nachziehen der Karten. Dabei entwickelt sich während eines Durchganges ein immer wilderes und verwirrenderes Brett voller Fallen, Teleporter und Überraschungen.
Frantic – Brettspiel ist herrlich böse
Nach mehrfachem Überlegen fällt mir kein Kritikpunkt an dem Brettspiel von Frantic auf!
Das Material hat eine tolle Qualität. Das Brett ist ein echtes Highlight und glänzt an praktischen und gleichzeitig eleganten Feinheiten wie den feinen Lücken zum Herausheben der Karten oder den Punktmarkierungen in diesem zum Anzeigen der Punktwertung, wenn es durch Karten verdeckt ist. Die Farben sind toll abgemischt und ergeben einen modernen und zeitlosen Look.
Auch wenn beim ersten Blick die verschiedenen Aktionen viel wirken, sind diese doch intuitiv und schon beim ersten Spieldurchgang einfach anzuwenden. Das Prinzip der überall verteilten Hindernisse und zu Verwirrung führenden Wegverzerrungen macht das Spielen sehr kurzweilig und unvorhersehbar. Ein Durchgang kann sich lange im Kreis drehen – oder durch ein Ereignis nach drei Zügen vorbei sein. Dabei ist das gegenseitige Ausbremsen, Beschleunigen und Vertauschen eine herrlich böse Art, miteinander zu interagieren.
Ebenso ist hervorzuheben, dass Frantic – Brettspiel in jeder Gruppengröße funktioniert und Spaß macht! Das Brett ist zwar unterschiedlich voll, aber auch ein nur halbtödliches Feld ist verheerend genug. Zusätzlich kann die Spielddauer ideal angepasst werden, so dass niemand über seine Nerven hinaus an das Brett gefesselt ist.
Alle Systeme greifen bei Frantic wunderbar ineinander und erschaffen ein wunderbar kurzweiliges Spielerlebnis! Eine große Empfehlung für alle, die sich gegenseitig gern mal ins Boxhorn jagen.
