Freie Fahrt

Züge und Sehenswürdigkeiten

eine Spielerezension von Martin B Wagner - 18.06.2022
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Freie Fahrt - Ausschnitt - Foto von 2F-Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Erfindungen, der Entdeckung der Kunst durch die einfachen Leute und der Eisenbahnen. Letztere sind natürlich mit dem ersten eng verbunden, wurden aber wegen des zweiten oft genutzt und auch das trug zum Aufstieg bei.

In Freie Fahrt von Friedemann Friese, erschienen im Verlag 2F-Spiele, schlüpft ihr in die Rollen von einem (ja, man kann das Spiel Solo spielen) bis fünf Streckenbauern und Eisenbahnunternehmen und versucht, möglichst attraktive Strecken zwischen den europäischen Städten aufzubauen, um den Passagieren die Besuche und das Bestaunen der Kunst in eben diesen Städten zu ermöglichen.

Spielinhalt

Der Blick in die Box offenbart einen großen Spielplan mit einer Karte Europas mit den wichtigsten Städten und deren Sehenswürdigkeiten, zwei achtseitige Regelhefte (Deutsch und Englisch), mehr als 130 Karten mit Städten, fünf Eisenbahnen in fünf Farben, Tableaus für die fünf Spieler, Münzen, 125 Marker, 140 Schienen und ein Signalmarker für den Startspieler. Die Ausstattung ist hochwertig und sowohl haptisch als auch optisch ansprechend. Das macht Lust aufs Spiel.

Spielstart

Vor dem eigentlichen Spiel gilt es, das Spiel vorzubereiten. Der Spielplan muss ausgelegt werden, neben jede Stadt werden zwei Münzen gelegt. Die restlichen Münzen und alle Schienen werden bereitgelegt. Die Spieler wählen je eine Farbe und nehmen dann alle eigenen Besitzmarker, die eigene Eisenbahn, die Start-Lokomotiven- und Waggontableaus, sechs Münzen und eine bestimmte Anzahl von Schienen, je nach Anzahl. Anschließend werden die Stadtkarten in drei Stapel sortiert und jeweils gemischt. Vom ersten Stapel werden neun Karten gezogen und damit drei Reiserouten ausgelegt. Eine Person erhält den Signalmarker des Startspielers und das Spiel beginnt.

Spielablauf von Freie Fahrt

Material und Aufbau von Freie Fahrt - Foto von 2F-Spiele

Der Ablauf des Spiels ist in drei Teile aufgeteilt, dem Prolog, dem Hauptspiel und dem Spielende. Im Prolog werden die ersten Weichen gestellt. Der Startspieler wählt aus den drei ausgelegten Reiserouten jeweils einen Start- und einen Endbahnhof, platziert den Zug auf dem Startbahnhof und kann die zwei dort liegenden Münzen aufnehmen. Die beiden Stadtkarten wandern auf den Waggon. Anschließend werden zwei neue Reiserouten zu den beiden übriggebliebenen gelegt, die Auswahl wird damit erhöht. Davon profitieren die folgende Konkurrenz und insbesondere der letzte Spieler durch die dann größte Auswahl. Vor dem Übergang zum Hauptspiel liegen dann sechs Reiserouten aus.

Im Hauptspiel können Schienen durch Abgabe einer Besitzmarke gebaut werden, Fähren und Tunnel für zwei. Diese Schienen beziehungsweise Tunnel und Fähren verbinden die Städte miteinander und lassen die Passagiere ihrem Ziel näherkommen und schlussendlich erreichen.

Sollte eine Person in der eigenen Runde keine Schienen mehr haben, können für eine Münze fünf neue Schienen erworben werden. Möchte man keine Schienen mehr bauen, beginnt die Fahrt. Anmerkung: Natürlich kann man auch die Schienen der Konkurrenz nutzen, man muss dafür aber dann eine Münze zahlen, anschließend ist die Strecke verstaatlicht und damit kostenlos zu nutzen.

Ziel ist es immer noch, den Zielbahnhof zu erreichen. Aber auch das Vorbeifahren oder Halten an anderen Städten ist lohnenswert, ist man der oder die Erste in der Stadt, erhält man nämlich die beiden dort liegenden Münzen.

Zu Beginn des Spiels kann man immer nur zwei Städte weit fahren. Ist der Waggon leer, sprich der Zielort erreicht, kann man aus den ausliegenden Reiserouten eine neue wählen. Diese Reiserouten werden anschließend immer wieder auf sechs aufgefüllt. Das führt dazu, dass der erste Stapel recht bald leer ist und der zweite Stapel als Zugstapel dient. Damit erhalten alle einen zweiten Waggon. Nach dem zweiten Stapel erhalten sie sogar eine schnellere Lokomotive und diese können drei Städte weit fahren. Das Spiel wird dadurch rasanter und interessanter, denn dann hat man nicht nur zwei gleichzeitig mögliche Routen sondern braucht auch viel weniger Zeit diese zu erreichen. Habe ich nach der Fahrt weder Geld noch Schienen übrig, darf ich fünf neue Schienen ziehen.

Das Spielende ist erreicht, wenn auch der dritte Kartenstapel leer ist. Gewonnen hat dann der Spieler oder die Spielerin mit den meisten erreichten Städten und den meisten Münzen.

Das Solospiel ist natürlich etwas anders. Hier erhält man 35 Münzen und muss 30 Reiserouten erfüllen. Die Aktionen kosten immer Geld und ist das Geld alle, bevor die Reiserouten erfüllt sind, ist das Spiel verloren. Die Punkteauswertung erfolgt fast gleich zum normalen Spiel.

Spielspaß von Freie Fahrt

Schachtel von Freie Fahrt - Foto von 2F-Spiele

Das Spiel fängt mit dem Prolog und den ersten Runden langsam an, nimmt aber immer mehr an Fahrt auf, insbesondere natürlich mit dem zweiten Waggon und der schnelleren Lokomotive, aber auch mit der möglichen Nutzung der Schienen der Konkurrenz. Das Solospiel ist deutlich herausfordernder, aber nicht weniger unterhaltsam. Insgesamt macht das Spiel wirklich alles richtig und bringt den Spielern neben der Lage der Städte in Europa auch noch die Sehenswürdigkeiten eben dieser Städte mit tollen und passenden Bildern näher.

Fazit

Freie Fahrt von Friedemann Friese ist ein tolles und immer rasanter werdendes Brettspiel mit toller Ausstattung, tollen Regeln und einem gewissen Lerneffekt. Wer diese Art der Spiele mag, kann mit dem Kauf nichts falsch machen sondern wird sehr lange Spaß mit dem Spiel haben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Fotos
Schachtel von Freie Fahrt - Foto von 2F-Spiele
Material und Aufbau von Freie Fahrt - Foto von 2F-Spiele

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