Jeder in der Küche fängt klein an. Ich kann mich noch gut an an meinen ersten Arbeitstag in der Ausbildung zum Koch erinnern. Für mich das reinste Chaos. Erst später machte dieses Gewusel alles Sinn. Gemüse schneiden ist eines der Dinge, die man von Anfang an macht. Zumindest in der Küche, in der ich war. So auch beim Gesellschaftsspiel Gemüsewürfel (Skellig Games). Dort sind wir Nachwuchsköche, die anscheinend das große Talent haben, aus einem schnöden Rezept die Gastrosterne vom Himmel zu kochen.
Spielregeln: Worum geht es bei Gemüsewürfel?
Das einzige, was wir im Spiel brauchen, sind eben diese Gemüsewürfel. 35 Würfel in fünf Farben die Möhren, Pilze, Zwiebel, Paprika und Tomate verkörpern. Sie werden in einen Rahmen (nicht zu verwechseln mit Ramen – ich kriege es nicht aus dem Kopf!) gewürfelt und anschließend zu einen Block gerüttelt. Rahmen (der mit „h“) weg, und schon haben wir unsere Kochherausforderung. Einen Block mit Würfeln in den Werten zwei bis sechs, wobei die Zwei zweimal vorhanden ist.
Leckere Rezepe, feine Würfel und ein scharfes Hackebeil

Vor uns liegen am Anfang zwei Rezeptkarten und eine Zusatzkarte. Auf den Rezepten ist jeweils eine Anzahl an verschiedenen Gemüsewürfeln abgebildet, die wir für unser Rezept brauchen. Mit den Zusatzkarten können wir Bedingungen erfüllen, die zum Beispiel zu einer Geschmacksexplosion bei den Gästen führen, wenn das Ergebnis der verwendeten Würfelzahlen für das Rezept 25 ergibt.
Um an die entsprechenden Zutaten zu kommen, bedarf es aber einem Werkzeug, das die meisten von uns aus einer Metzgerei kennen: ein Hackebeil. Fachlich heißt das übrigens in der Regel Hackmesser. Das ist aber ein anderes Thema und das Wort klingt nicht so schön brutal … Mit diesem Werkzeug für das Grobe sollen wir im Spiel die feinen Gemüsewürfel aus dem Block schneiden. Für die Kochaffinen unter uns: Das ist so, als würde ein Chirurg statt Skalpell eine Axt benutzen. Der Wert der Würfel darf nicht mehr als zehn betragen und das Hackbeil darf nur senkrecht benutzt werden. Das heißt: Schräg ansetzen um irgendwo aus aus dem Rand in der Mitte was passendes rauszufriemeln, ist nicht!
Gemüsewürfel spielerisch richtig zubereiten – und zur Not eben ganz kochmäßig improvisieren
Wenn passende Würfel vor einem liegen, kann gekocht werden. Wenn nicht, gibt es etwas, was jeder in der Küche beherrschen sollte: Improvisation. Du willst eine Zutat greifen, aber du greifst ins Leere, weil jemand dein Zeug für was anderes genommen hat. Und jetzt!? Mit dem Improvisierplättchen kann entweder eine Zahl oder eine Zutat verändert werden, um doch noch an Sterne zu kommen. Das Plättchen ist zwar erst mal weg, kommt aber später wieder. Von den Rezept- und Zusatzkarten bekommt man jede Runde insgesamt nur eine einzige Karte. Es gibt aber ein Kartenlimit. Von jeder Sorte darf man maximal zwei in der Auslage haben.

Es kann immer Nachschub an Gemüsewürfeln geben, wenn eine oder mehrere Zutaten nicht mehr vorhanden sind. Dann wird aus den bereits verwendeten Würfeln und dem Rest ein neuer Block gebildet. Da freut sich das Hackebeil. Dann gibt es auch die Improvisierplättchen zurück.
Wer zuerst sechs Rezepte gekocht hat, beendet die Partie. Alle anderen sind aber auch noch einmal dran. Wer dann die meisten Sterne hat, gewinnt beim Kochspiel Gemüsewürfel!
Gemüswewürfel ist ein originelles Kochspiel mit dem Kniff des „Würfelhackens“
Gemüsewürfel ist ein Gemeinschaftsprojekt von dem Autorenteam Jory, Rowan und Josh Cappel. Es ist kein Hektikspiel, eher ein Spiel, bei dem mit Glück und Beobachtungsgabe gearbeitet wird. Glück bei den Karten und Beobachtung bei den Würfeln. Denn ich kann durchaus Zutaten „abhacken“, die andere am Tisch dingend benötigen.
Gemüsewürfel ist kein abendfüllendes Spiel. Eher was für zwischendurch. Rezepte zu erfüllen, ist jetzt nichts Originelles. Die Kombination macht es. Würfel mit dem Beil abzuhacken, ist ein schöner und origineller Mechanismus.
Was noch? Der Solo-Modus hat mich nicht erfüllt. Er funktioniert gut, ersetzt für mich aber nicht eine gut gelaunte Spielerunde. Also eher was Persönliches.
Noch eine kleine Kritik als Salz in der Suppe
Dann noch: Wieso ist das Spiel ab sechs Jahren? Es gibt Regeln für ein einfacheres Spiel. Das Spiel wird dadurch barrierefreier. Was ich gut finde. Durch die Aufmachung im Skellig-Games-Design ist Gemüsewürfel nämlich alles andere als ein Kinderspiel (mit Hackebeil).
Was ich mir aber gewünscht hätte: Rezepte ausschließlich ohne Fleisch. Das hätte für mich das Thema Gemüsewürfel noch weiter abgerundet. Beim Spielen ist irgendwie jeder sowieso schon davon ausgegagen, dass wir vegetarische Rezepte kochen. Denn es wird nur auf die Zutaten geschaut. Und diese bestehen eben aus Gemüse und nicht aus dem, was damit gekocht wird. Das sei aber nur am Rande erwähnt.

3 Kommentare
Das klingt nach einer lustigen Idee. Und dass Du mal Koch gelernt hast, hast Du bisher verschwiegen. War der Output so schlecht?
War schon alles gut. Die anderen Berufe verrate ich dir mal bei Gelegenheit.
Ich kann bezeugen, dass er etwas Schmackhaftes auf den Tisch bringen kann. Ist zwar ewig her, aber das war lecker.