Ghostbumpers: Ausschnitt, Bild von Deep Print Games

Ghostbumpers (Deep Print Games/Pegasus Spiele) ist ein Stichspiel von Inka und Markus Brand. Es ist für 3–6 Spieler ab 8 Jahren geeignet und dauert etwa 20–30 Minuten. Damit richtet es sich vor allem an Familien und Spielrunden, die ein schnelles Kartenspiel mit einfachen Regeln suchen.

Ghostbumpers: Einordnung in die Welt der Stichspiele

Ghostbumpers reiht sich in eine sehr lange Liste an Stichspielen ein. Die ersten heute noch bekannten stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Die bekanntesten in Deutschland etwa aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Auch wenn es nicht jeder spielt oder die Regeln kennt, gehört hat man von dem einen oder anderen auf jeden Fall: Skat, Doppelkopf, Schafkopf, Binokel oder Geigeln.

Im Grunde haben alle diese Spiele ein ähnliches Schema. Man muss Stiche machen (meist den höheren Wert gespielt haben), es gibt eine Trumpf-Farbe und manchmal muss man auch die Anzahl der Stiche vorhersagen.

Selbst heute hat dieses Spielprinzip nichts an Reiz verloren, weswegen immer wieder Spiele mit diesem Mechanismus auf den Markt kommen. Neuerdings versucht man jedoch, neue Elemente hinzuzufügen, wie zum Beispiel bei The Crew, wo unter anderem eine Story dazukam und man das Spiel kooperativ spielt.

Was macht Ghostbumpers anders?

Ghostbumpers: Karten, Bild von Deep Print GamesNun wagen sich auch Inka und Markus Brand an ein Stichspiel heran. Ghostbumpers hat dabei jedoch seine eigenen kleinen Besonderheiten. Zum einen spielt man nur mit einer Farbe, wodurch im Endeffekt alles der Trumpf-Farbe entspricht.

Der besondere Clou von Ghostbumpers ist aber die Möglichkeit, mehr als eine Karte abzulegen.

Gleiche Zahlen können gemeinsam ausgespielt werden und der Wert der Karten ermittelt sich dabei wie folgt: Die Zahl vor dem Komma ist die Anzahl der Karten, die Nachkommazahl entspricht dem tatsächlichen Wert. Wenn also die aktuell höchste Karte eine 4 ist, dann müsste ich z. B. den Stich mit drei 5er-Karten nicht nehmen. Es wäre in dem Fall nur 3,5 wert. Diese Möglichkeit eröffnet Situationen, die eine Runde schnell auf den Kopf stellen können.

Die Sache mit den Vorhersagen

Witzig vorgestellt: Ghostbumpers, Spiel'25 in Essen, Foto Riemi
Witzig vorgestellt: Ghostbumpers, Spiel ’25 in Essen, Foto Riemi

In den meisten Stichspielen werden die erwarteten Stiche offen abgefragt und aufgeschrieben. Jeder weiß also, was die Spieler vor ihm bereits angesagt haben. Ein modernes Spiel, bei dem das so gemacht wird, wäre z. B. Wizard.

Ghostbumpers geht hier einen anderen Weg. Man beginnt mit neun Handkarten. Zusätzlich dazu hat man sechs Monsterkarten plus eine Schreck-Karte. Die Schreckkarte wird so positioniert, dass die Anzahl der erwarteten Stiche als Karten über der Schreck-Karte liegt. Die restlichen Karten liegen darunter. Es weiß nun keiner, wie viele Stiche man vorhersagt.

Nach jedem Stich, den ein Mitspieler gewinnt, muss er eine Karte vom Monsterstapel aufdecken. Deckt man dabei die Schreckkarte auf, hat man sich verschätzt und verliert die Runde. Alle anderen Spieler bekommen für alle Karten, die unter der Schreckkarte liegen, Punkte. Sollte die erste noch verdeckte Karte die Schreckkarte sein, bekommt man dafür sogar zwei Punkte.

Ist Ghostbumpers ein gutes Stichspiel?

Ghostbumpers bringt ein paar neue Ideen mit, ist am Ende aber immer noch klar als Stichspiel zu erkennen. Wer dieses Genre mag und es vielleicht seinen Kindern näher bringen möchte, findet hier eine familienfreundliche Variante mit einem zugänglichen Mechanismus.

Das Monsterthema ist im Grunde austauschbar, kommt bei Kindern aber gut an. Inka und Markus Brand haben ein weiteres Stichspiel auf den Markt gebracht, das sich eher an Familien richtet und klassische Mechanik mit einer kleinen neuen Idee verbindet. Es reiht sich in die modernen Stichspiele ein, auch wenn es sich mit The Crew schlecht vergleichen lässt, allein schon weil es nicht kooperativ ist.

Ghostbumpers: Schachtel, Bild von Deep Print Games

Ghostbumpers ist eher für Familien geeignet, ein eingefleischter Stichspiel-Liebhaber wird dafür natürlich kein Skat oder Doppelkopf auf die Seite legen. Jedoch wäre es für ihn eine Möglichkeit, besonders Kinder mit diesem Spiel in diese Welt einzuführen.

Wie bei so vielen Spiele braucht man aber auch hier die richtige Mischung an Mitspielern. Ghostbumpers wird vielen sehr schnell langweilig werden, weil es sich halt immer wieder wiederholt, und das mag nicht jeder. Für jemanden, der mit klassischen Stichspielen wenig anfangen kann, wirkt Ghostbumpers zugänglicher. Besonders durch die Zusatzmechaniken und das Hinzufügen eines kleinen Themas ist es spannender als Skat oder Doppelkopf. In diesem Fall stellt eine sehr gute Ergänzung zu The Crew dar.

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