Got Five: Spielmaterial. Bild von Steffi Münzer

„Das Spiel war in Dortmund DER Renner“, so wurde mir das Rezensionsexemplar von Axel feierlich überreicht. Naja, eigentlich feierlich vor die Türe gelegt, aber das ist eine andere Geschichte. Und mit Dortmund ist die Spielemesse SPIEL DOCH! gemeint. Na, dann krempeln wir mal die Ärmel hoch und prüfen, ob Yoann Levet mit Got Five wirklich so einen Renner geschaffen hat. Das Logik- und Deduktionsspiel aus dem Hause Blue Orange ist für zwei bis vier Personen ab acht Jahren empfohlen.

Spielablauf: Wie wird Got Five gespielt

In die Mitte kommen die 60 Plättchen mit der Zahlenseite nach unten. Es gibt fünf verschiedene Farben und neben der Zahl (von 1 bis 60) sind jeweils 1 bis 3 Punkte abgebildet. Jeder Spieler nimmt sich verdeckt ein Plättchen jeder Farbe und steckt sie in seine Spielleiste. Die Zahlen können jeweils nur die Gegenspieler sehen. Fünf Plättchen aus der Mitte werden zusätzlich aufgedeckt.

Got Five Plättchen / Foto: Steffi Münzer
Die bunten Plättchen mit Zahlenwert und Punkten

Ziel des Spiel ist es, seine eigenen fünf Zahlen zu erraten. Und zwar nicht durch Schwurbelei und Magie, sondern mit Logik und Deduktion.

Dazu erhält jeder noch eine Bingokarte (die Anleitung nennt es Spieltableau, aber ich wisst, was ich meine), einen Stift und einen Sichtschutz, damit keiner schummeln kann. Die Zahlen werden nun noch in aufsteigender Reihenfolge sortiert, das übernimmt natürlich jeweils ein Gegenspieler. Nun können schon alle sichtbaren Zahlen auf der Bingokarte abgestrichen werden.

Got Five Spieletableau / Foto: Steffi Münzer
Die Zahlenkarte zum Abstreichen der Hinweise

Zu Beginn jedes Zuges wird ein weiteres Plättchen aufgedeckt. Von den offenen Plättchen wählt der aktive Spieler eines und kann nach einem von zwei Hinweisen fragen:

  • Einordnen: Ein Gegenspieler sortiert das gewählte Plättchen an der richtigen Stelle in die aufsteigende Zahlenreihe ein.
  • Vergleichen: Der Spieler stellt das gewählte Plättchen auf eines in seiner Leiste. Ein Gegenspieler muss nun bejahen oder verneinen, ob die Punkteanzahl auf beiden Plättchen übereinstimmt.

Nach und nach kann man seine Zahlen eingrenzen. Wer denkt, er habe sie entschlüsselt, kann jederzeit „Fünf und fertig“ rufen und seine vermeintlichen Zahlen verkünden. Sind sie korrekt: Gewonnen! Andernfalls spielen die anderen alleine weiter.

Got Five Spielaufbau / Foto: Steffi Münzer

Das Fazit zu Got Five

Das Spielmaterial ist gut, die Acryl-Plättchen liegen gut in der Hand und stecken erstaunlich fest in der Papp-Leiste. Die wieder verwendbare Bingokarte finde ich besser als einen Zettelblock, ich bezweifele nur die Haltbarkeit der Stifte. Das schriftliche Ausführen der Regeln hat mich wesentlich mehr Zeit gekostet, als die mündliche Erklärung am Spieltisch. Schneller Einstieg garantiert. Eine Runde ist flott in 10 bis 20 Minuten durchgespielt (je nach Erfahrung der Mitspieler). Der Wiederspielwert ist hoch, denn keine Runde ähnelt der vorherigen, was natürlich durch den Glücksfaktor bedingt ist.

Got Five, Schachtel, Bild von Blue Orange

Die Dynamik und die Spielrunden mit drei oder vier Spielern sind rasanter, es funktioniert aber auch gut zu zweit. Erfahrene Spieler sind eindeutig im Vorteil, die Deduktion ist jedoch auch für Anfänger sehr gut erlernbar.

Dieses uneheliche Kind von Mastermind und Bingo kann ich uneingeschränkt einfach jedem empfehlen, der ein schnelles Spiel für den kurzweiligen Spielespaß sucht. Definitiv wirklich DER Renner.

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2 Kommentare

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KK 21. Juli 2026 - 00:18

„Der Wiederspielwert ist hoch, denn keine Runde ähnelt der vorherigen, was natürlich durch den Glücksfaktor bedingt ist.“

Bei meiner Erstpartie klafften in einer Reihe noch zwei Lücken. Bis da aber nach mehreren Runden endlich was in die Auslage kam und bis zu meinem Zug dort blieb, was mir final weiterhalf, war jemand anders dann bereits fertig. Am Ende ist es einfach Glück, wer zuerst die letzte Lücke schliessen kann.

Und bei einem Deduktionsspiel ist ein solches Glückselement für mich der Wiederspielreiz-Killer! Um Kinder an logisches Denken heranzuführen prima (aber teuer; Deduckto gibts für nen guten 10er), als Deduktionsspiel bei mir aber leider durchgefallen.

Antworten
Steffi Münzer
Steffi Münzer 21. Juli 2026 - 09:16

Hallo KK,

danke für deinen Kommentar. Deinen Punkt kann ich gut nachvollziehen. In einer Runde hatten wir zu Beginn die Ziffern 1 bis 4 offen liegen. Damit dauert die Lückenfüllung natürlich auch. Genau für diesen Fall wurde ja vermutlich die Pünktchen-Frage ergänzt. Ich mag den Glücksfaktor „in der nächsten Runde wird es besser“, aber das ist einfach meine Vorliebe.

Deduckto kenne ich noch nicht, schaue ich mir an. Danke für den Tipp!

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