Wie du hast noch keine Mochis gegessen? Nein, habe ich noch nicht. Und bis zu einer der ersten Spielerunden mit dem Kartenspiel Happy Mochi, hatte ich mir darüber auch noch keinen Kopf machen müssen. Ich wusste, dass Mochis gefüllte japanische Reiskuchen sind. Das reichte mir bisher. Sie werden gerne zum japanischen Neujahrsfest gereicht. Der japanische Begriff Mochi Mochi beschreibt eine Konsistenz, zäh und elastisch – eben mochiähnlich. Gegessen habe ich sie aber immer noch nicht. Trotzdem bin ich mal wieder davon fasziniert, was Spiele, ganz nebenbei, auslösen können. Wer, so wie ich, noch kein Mochi gegessen hat: keine Angst. Es ist keine Voraussetzung, um bei Happy Mochi die Partie beginnen zu dürfen.
Spielregeln: Wie funktioniert das Spiel?
Happy Mochi: Ein Kartenspiel in sieben zarten Pastellfarben mit den Zahlen von null bis neun – mit nur wenigen Regeln. Sieben Karten hat jeder in der Runde am Anfang auf der Hand. Wichtig: Sie dürfen nicht sortiert werden! Ziel ist es, die Handkarten so schnell wie möglich loszuwerden.
Auf den Karten sind noch kleine Effekte zu entdecken, und im oberen Bereich Symbole, die – so meint man – nicht in der Spielregel erklärt werden. Beim ersten Regelstudium hat mich das richtig verrückt gemacht. Beim ersten Spiel haben alle in der Regel mit gesucht. „Das kann doch nicht sein“, hieß es zwischendurch. Aber dann hat es sich doch noch aufgeklärt. Rechts unten bei der Spielübersicht. Ein kleines Kästchen mit einem QR-Code und links davon die gleichen Symbole wie auf den Karten – gerade noch zu erahnen. Lösung: Die Symbole dienen zur Farberkennung für Farbenblinde.
Kartenwerte steigern
Zurück zum Spiel. In der Mitte liegen zwei Karten mit Zahlen nebeneinander (zum Beispiel 6-2) und eine Karte mit einem Plussymbol. Die Aufgabe ist es nun, zwei nebeneinanderliegende Karten aus der Hand auszuspielen, die höher sind als die Zahl, die auf dem Tisch liegt. Das ist es im Groben.
Es gibt vier mögliche Effekte auf den Karten. Eine davon ist die Drehung der Richtungskarte von Plus auf Minus (oder umgekehrt). Bei Minus müssen die Karten absteigend gelegt werden. Bleiben noch die Farben. Werden unterschiedliche Farben gelegt – alles gut. Liegen gleichfarbige Karten, muss auch gleichfarbig bedient werden. Jetzt schlägt die Stunde des Happy Mochi! Denn werden zwei gleiche Zahlen gelegt, ist es egal, was liegt! Sie sollen mit einem lauten „Happy Mochi!“ (Meistens wurde es gerufen wie: „Häppieeeeee Mochiiiiii!“) abgelegt werden.
Wer zuerst die Hand leer hat, bekommt keine Minuspunkte. Der Rest der Runde zählt die Zahlen der restlichen Handkarten zusammen. Bei 30 Minuspunkten ist Schluss. Wer die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt die Partie. Das geschieht auch schon mal nach zwei Runden.
Einfach spielen – Happy Mochi ist für zwischendurch
Happy Mochi ist deswegen für Gelegenheitsspieler, in der Mittagspause oder als Aufwärm- oder Absackerspiel eines Spieleabend bestens geeignet. Nicht lange erklären – spielen! Happy Mochi eben. Mehr muss als Fazit für dieses schöne einfache Spiel eigentlich nicht genannt werden. Die Illustration passt zudem wunderbar zum Spiel und, obwohl das Thema eigentlich egal ist (es könnte auch was mit Ballons sein), wirkt es nicht aufgesetzt. Vielleicht, weil es auch einfach nur Spaß macht, „Happy Mochi!“ in allen Stimmlagen zu rufen.
Kritik am Verlag: Autorennamen gehören auf die Schachtelvorderseite!

Doch wer ist die Autorin oder der Autor von Happy Mochi? Gibt es überhaupt jemanden? Denn dass die allermeisten Gesellschaftsspiele durch Autorinnen und Autoren geschaffen werden, ist den spielenden Menschen bekannt. Wer sucht und bewusst auf die Schachtelseite schaut, findet das Autorenduo Johan Benvenuto und Romaric Galonnier. Rechts, auf der anderen Seite, die Illustratorin Amelie Marechal. Noch kleiner geht es in der Spielregel. Die Credits sind eigentlich kaum noch zu erkennen.
Noch weniger Wertschätzung geht eigentlich fast nicht mehr.
Außer, die Namen werden gleich ganz weggelassen. Wer jetzt sagt: „Na und …?“ Wäre Happy Mochi ein Buch, ich müsste diese Zeilen hier nicht schreiben. Die Autorennamen wären in Front gut lesbar. Ich halte es für meine Pflicht als Rezensent, immer wieder darauf hinzuweisen. Denn wie soll man die Spiele seiner kommenden Lieblingsautorin oder seines baldigen Lieblingsautor für sich entdecken können, wenn Verlage, in diesem Fall die Asmodee Group, dies unnötigerweise erschweren.
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1 Kommentar
Ganz Deiner Meinung: Autorinnen und Autoren gehören vorne auf das Cover! Fast vier Jahrezehnte nach dem Bierdeckel-Manifest gibt es immer noch (oder wieder) Verlage, die das ignorieren. Wir sollten immer und immer darauf hinweisen, dass das eine Missachtung und Respektlosigkeit gegenüber den Autoren darstellt.