Hister bleibt eine Gelddruckmaschine. Nach u. a. Rock, Schlager und Christmas widmet man sich in dieser Erweiterung Urban Music und Hip-Hop und groovt sich durch sechs Jahrzehnte Hip-Hop, R&B und Soul.
Was ist anders bei Hitster Urban & Hip-Hop?
Der Fokus liegt auf den 1990er, 2000er und 2010er Jahren. Die 2020er und 1980er haben jeweils nur halb so viele Karten, aus den 70ern gibt es genau eine Nummer. Insgesamt ist das Package über 150 Stücke stark.Ob die Auswahl der Stücke repräsentativ für die Musikrichtung ist und die Fans zufriedenstellt, vermag ich nicht zu beurteilen. Warum? Weil ich von Urban Music und Hip-Hop genauso viel Ahnung habe wie von Whisky. Von letzteren wird mir Dank einer Überdosis in Jugendjahren schon beim Geruch schlecht.
Bei Hip-Hop und Urban Music ist es nicht ganz so schlimm, wenn auch nah dran. Die Nummern aus den 90ern hat man früher schon mal auf der einen oder anderen Party gehört, das meiste aber verdrängt. Aber über Musikgeschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten.
Hitster Urban & Hip-Hop: Ein Selbstexperiment
Dennoch haben wir es bei einem Jungsabend einmal mit dieser Erweiterung versucht. Alle Spieler tendieren eher zu rockigen Tönen, aber Bier wird es schon richten. Und Hitster wird allgemein gerne und oft gespielt.
Das Spielprinzip bei Hitster ist natürlich geblieben. Wer es nicht kennt: Der aktive Spieler nimmt sich eine Karte vom Stapel, scannt den QR-Code der Rückseite und versucht, diese Karte in seinen persönlichen Zeitstrahl einzusortieren. Errät man den Song und Interpreten, erhält man einen Token. Diesen kann man u.a. im Zug eines Mitspielers einsetzen, wenn man der Meinung ist, dass dieser seine Karte falsch einzusortieren gedenkt. Liegt der Mitspieler falsch und man selbst richtig, bekommt man die Karte für den eigenen Zeitstrahl. Einen ausführlichen Eindruck von der Einfachheit und Begeisterungsfähigkeit des Grundspiels hat Kollege Axel Bungart verfasst.
Es wippt der Bierbauch im Beat
Nun gut, zurück zu Urban & Hip-Hop. Da sitzt also eine Gruppe Männer in den letzten Zügen der 40er und Anfang 50er, schütteres Haar, gut gepflegter Bauch und lässt die für sie doch recht fremde Musik aus den Boxen schallen. Während zumindest die Nummern aus dem letzten Jahrhundert teils treffsicher richtig in den Zeitstrahl einsortiert werden und erschreckend oft sogar Künstler und Songtitel genannt werden, macht sich bei Nummern ab 2000 Verzweiflung und Nasenrümpfen breit.
Grandmaster Flash, The Sugarhill Gang, Run DMC, LL Cool J, Naughty by Nature, Freundeskreis, Fanta 4, Beastie Boys und Busta Rhymes gingen auch dem Anhänger von Hard und Heavy damals gut rein, wurden nicht einmal heimlich gehört, sondern fuschten sich auch in die eine oder andere Playlist. Aber alles, was näher an die Gegenwart rückt, malträtiert schnell das Trommelfell. Daher einigen wir uns schnell darauf, ausnahmsweise schon nach acht Karten den Gewinner zu krönen. Das ist der Autor dieses Artikels. Und der Sieg wird vom Rest mit Hohn bedacht, weil der aktuelle Gewinner damals bei der Rock Edition von Hitster ziemlich abgestunken hat. Aber die war auch bescheiden.
Alles irgendwie lala

Summa summarum ist Hitster weiterhin ein Spaß und die Vielfalt an Editionen erfreulich. Dass nicht jede Edition ein Treffer ist, hängt vom persönlichen Musikgeschmack ab. Der wurde mit dieser Edition halt nicht getroffen. Für einen Abend hat es aber für kurzweiligen Spaß und Schmerz gesorgt. Noch mal kommt die Version aber sicher nicht auf den Tisch und darf neben Hitster Bingo Staub sammeln.
