Kameloot

eine Spielerezension von Dirk Janßen - 31.03.2022
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Kameloot - Ausschnitt - Foto von Pegasus Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wortspielchen und comic-hafte Gestaltung inklusive händereibender Figur auf dem Schachtelcover, ja, bei Kameloot erwartet man wenig bis Schlimmeres. Womöglich gar aus dem Programm direkt in die Grabbelkiste der Spiele-Offensive oder nächstes Jahr in jedem Ramsch-Weihnachtkalender der Online Spielehändler. Erfreulich wenn es anders kommt, denn das Familienspiel für 3-6 Spieler von Cedric NH, Gregory Grard, Mathieu Roussel und Frederic Boulle (Pegasus Spiele) überzeugt in der richtigen Spielerunde. Und hier ist sie dann richtig, wenn sie aus Spielern besteht, die gerne taktieren, paktieren und intrigieren.

Pub Crawl als Spielthema

Jedes Spiel braucht heutzutage eine Handlung, so auch Kameloot. Hier sind wir Händler, die entweder in der Taverne „Die Heulende Eule“ oder „Zur Schwarzen Katze“ magische Gegenstände verkaufen. Das Spielprinzip ist einfach: Jeder Spieler hat eine Karte vor sich liegen, deren Vorder- oder Rückseite zeigt, in welcher Taverne man sich befindet. In den Tavernen versuchen die Spieler nun, sieben verschiedene magische Gegenstände zu verkaufen. Magische Gegenstände befinden sich dabei auf den 96 Spielkarten, wovon jeder Spieler immer vier auf der Hand hat. Legt er Karten ab, zieht er anschließend auf vier Handkarten nach.

In seinem Zug kann ein Spieler eine von zwei Aktionen machen:

  1. Die erste Aktion erlaubt ihm das Ablegen einer beliebigen Anzahl Karten eines magischen Gegenstands in seine Auslage zu einer Sammlung. Das heißt, jeder Gegenstand bildet eine eigene Sammlung in der Auslage. Wird dabei die Mindestanzahl an Karten eines magischen Gegenstands in den Auslagen der Spieler erreicht, die gemeinsam in einer Taverne sind, nimmt sich der aktive Spieler alle Karten dieses Gegenstands aus den Auslagen dieser Spieler und verteilt sie beginnend bei sich selbst unter ihnen. Die Karten werden dabei umgedreht und zeigen auf der Rückseite Münzen. Diese Münzen sammelt jeder Spieler in einem separaten Stapel.
    Beispiel: Spieler 1, Spieler 2 und Spieler 5 sind in der Eulen-Taverne, Spieler 3 und Spieler 4 in der Katzen-Taverne. Spieler 1 und Spieler 2 haben jeweils eine Sammlung von zwei Karten des Zaubertranks in ihrer Auslage. Spieler 5 spielt nun in seine Auslage eine weitere Karte des Zaubertranks, sodass in der Eulen-Taverne die Mindestanzahl von fünf Zaubertränken erreicht wird. Spieler 5 nimmt sich nun die fünf Karten und verteilt sie bei sich beginnend unter den drei Spielern in der Eulen-Taverne. Spieler 3 und Spieler 4 erhalten keine Karten (Münzen), da sie sich in der anderen Taverne befinden.
  2. Bei der zweiten Aktion nutzt der Spieler die Fähigkeit eines magischen Gegenstands und legt ihn dann auf den Ablagestapel. Zu den Fähigkeiten gehören u. a. das Wechseln einer Taverne, der Tausch einer Kartensammlung mit der Sammlung eines anderen Mispielers oder das Durchsuchen des Ablagestapels nach allen Karten eines bestimmten Gegenstands.

Wenn der Nachziehstapel aufgebraucht ist, gewinnt der Spieler mit den meisten Münzen.

Fazit: Familienspiel durch und durch

Kameloot wird vermutlich wieder despektierlich als „Absacker“ bezeichnet. Also als Spiel, welches noch mal schnell auf den Tisch kommt, obwohl die Luft aus dem Spieleabend schon raus ist. Damit grenzt man heutzutage Spiele gerne aus, nimmt ihnen häufig die Wertigkeit. Damit würde man aber einem Familienspiel wie Kameloot unrecht tun, denn gerade im Familienkreis kann man sicherlich auch mehrere Partien Kameloot aneinanderreihen und womöglich den gesamten Spieleabend damit bestreiten.

Fantasy-Familienspiel Kameloot - Schachtel - Foto von Pegasus Spiele

Kameloot bezieht seinen Witz dabei zum einen daraus, zum richtigen Zeitpunkt die Seiten bzw. die Tavernen zu wechseln und zum anderen aus dem geschickten Einsatz der magischen Gegenstände an sich. Und das hat zumindest meinem „digitalisierten Pubertierenden" noch einmal für einige Zeit an den Tisch bekommen, der eine nach der anderen Runde für sich entscheiden konnte und Kameloot als bestes Spiel seit langem bezeichnete. Ob das jetzt wirklich ein Ritterschlag ist? Aber Kameloot ist damit sicherlich ein Spiel, mit dem man auch Wenigspieler abholen kann.

Auch an der Kartenqualität gibt es nichts auszusetzen. Die halten auch intensives Bespielen einige Zeit aus. Und da die Optik der Gegenstände sich dabei an digitale Adventuregames orientiert, holt man die entsprechende Klientel gleich mit ab. Gibt irgendwie nichts auszusetzen an der Nummer.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
3-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
15-30
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Fotos
Fantasy-Familienspiel Kameloot - Schachtel - Foto von Pegasus Spiele

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