Bei Koffer, Katze & Sombrero denke ich sofort an Rudi Carell und sein laufendes Band. Wenn das überhaupt noch jemand kennt, denn schließlich ist die Sendung gut 50 Jahre alt. Aber das war mein erster Gedanke, als mir das kleine Kartenspiel von Christian Kudahl (Amigo) in mein Haus flatterte.
Was bin ich?
Also war da erstmal die Annahme, dass sich um ein uraltes Spielkonzept handelte. Dann stellte sich beim Lesen der Anleitung heraus, dass doch alles ganz anders war, wenn auch nicht ganz so unbekannt. Wir spielen mit 40 Zahlenkarten in vier Farben und vielleicht mit Sonderkarten. Meine Mitstreiter gingen somit total unbelastet in das kleine Kartenspiel, um zu gucken, ob ein nächster Dauerbrennervorliegt.
So wird Koffer, Katze & Sombrero gespielt
40 Zahlenkarten werden gemischt und sieben davon in einer Reihe an den Nachziehstapel gelegt. Jeder Mitspieler erhält sieben Chips. Wobei die Chips kleine Pappplättchen mit einem abgebildeten Kofferanhänger sind. Also klassische Chips im eigentlichen Sinne, wie bei Geschenkt finden wir hier nicht.

Und dann geht es ganz schnell: Man nimmt sich eine Karte aus der ausliegenden Reihe und legt die vor sich ab. Möchte man nicht die erste Karte der Reihe haben, kann man auch weiter hinten zugreifen. Nur muss man dann auf jede Karte davor einen seiner Chips legen.
Die genommene Karte sollte dabei in der eigenen Auslage immer aufsteigend zu der Karte davor angelegt werden. Da vier Farben mitspielen, legt man natürlich an die passende Farbe an – und wie gesagt – aufsteigend! Hat die Karte einen niedrigeren Wert, muss man sie verdeckt in die Farbreihe legen.
Später kann man an die verdeckte Karte wieder mit einer neuen Karte in der Farbe von vorne beginnen. Aber auch ab da gilt: aufsteigend!
Nach der genommenen Karte legt man eine Karte vom Nachziehstapel nach und der nächste Spieler ist an der Reihe. Nimmt er dabei eine Karte mit Chips, gehören ihm diese selbstverständlich.

Das Spiel ist beendet, wenn der Nachziehstapel leer ist und jeder gleich oft an der Reihe war. Dann zählen die Werte der aufgedruckten Karten als Pluspunkte und jede verdeckte Karte einen Minuspunkt. Die einzelnen Chips im persönliche Vorrat bringen dann auch nochmal einen Punkt pro Chip.
Sonderkarten als Aufwertung?
Bevor ich meine endgültige Meinung dazu abgebe, noch kurz zu den 15 Sonderkarten. Wenn man mit diesen spielt, laut Anleitung als Profis, ändert sich nichts Wesentliches. Die Karten können durchaus von Anfang an mit dazu genommen werden. Es werden immer drei davon zusätzlich ausgelegt und sie verändern etwas die Regeln.
Man kann z. B. einfach eine Karte aus der Mitte der Reihen nehmen ohne Chips abzulegen, verdeckte Karten mitwerten, oder die Chips sind Minuspunkte. Am Spielverlauf ändert sich dabei nicht viel.
Wie gut ist Koffer, Katze & Sombrero?
Was mir sofort beim Spielen auffiel sind die bekannten Mechanismen. Für mich fühlte es sich wie eine Mischung aus Canvas und Keltis an. Ob das jetzt ein Kompliment ist, darf jeder für sich entscheiden. Ich mag beide Spiele und konnte auch an Koffer, Katze & Sombrero nichts Negatives finden. Aber es stellte sich auch keine überragende Freude auf. Das ist wie warm gemachtes Essen. In den meisten Fällen schmeckt es, aber dann reicht es auch. Und so war es auch mit dem kleinen Kartenspie.
Koffer, Katze & Sombrero bietet nichts Neues

Wer eines der genannten Spiele hat, wird diese genau darin wieder erkennen und auch die Mechanismen sind nicht neu. Für mich wirkt es wie Durchschnittskost, und ich denke, es wird nicht lange in den Verkaufsregalen zu finden sein. Was nicht heißt, jetzt schnell zuzuschlagen, um das Kartenspiel zu besitzen. So weit würde ich nicht gehen.
Ich spiele es immer wieder mit und würde es auch als Absacker heraussuchen. Was ja bei Canvas und Keltis nicht der Fall ist. Das ist schon eine Vollwertkost. Koffer, Katze & Sombrero ist halt nur aufgewärmte Durchschnittskost.
