Leben in Reterra: Mondaufgang; Ausschnmitt der Titelillustration, Foto von Hasbro
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Leben in Reterra: Mondaufgang (Erweiterung)

von Axel Bungart
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Zum Spiel Leben in Reterra (Eric M. Lang, Ken Gruhl, herausgekommen 2024 bei Avalon Hill/Hasbro) erschien 2025 die Erweiterung Mondaufgang. In dieser Besprechung geht es um diese Erweiterung, doch da wir bisher das Grundspiel nicht rezensiert hatten, hier zunächst noch ein kurzer Blick darauf.

So wird Leben in Reterra gespielt

Leben in Reterrra - Die Gemeinschaft (Spielerauslage) | Foto: Axel Bungart
Leben in Reterrra – Die Gemeinschaft (Spielerauslage) | Foto: Axel Bungart

In einer Art utopischer Zukunftswelt nehmen 2-4 Spieler die Rolle der Menschen ein, die von der Natur eroberte Städte neu errichten und wieder aufblühen lassen. Dazu ziehen sie nach und nach Plättchen aus einer offenen Auslage und bilden daraus, jeder für sich, eine „Gemeinschaft“ genannte Welt von viermal vier Plättchen, die verschiedene Landschaftstypen zeigen. Die Plättchen müssen von den Landschaftsarten nicht aneinanderpassen, sollten sie aber, wenn man auf bestimmten, markierten Feldern der Plättchen Gebäude errichten will. Die Gebäude können nämlich nur plättchenübergreifend auf gleichem Terrain errichtet werden und bewirken Effekte, die die Spieler einmalig oder auch dauerhaft nutzen können.

Das Ganze ist schön verpackt; jedes der drei Themensets hat eine eigene Tiefziehschachtel, wodurch das Material für die Sets schön getrennt bleibt – man spielt immer nur mit einem der Sets.

Leben in Reterrra - Themenset Neuer Mond in Schachtel | Foto: Axel Bungart
Leben in Reterrra – Themenset Neuer Mond in Schachtel | Foto: Axel Bungart

Leben in Reterra – ein Plättchenlegespiel

Der Spielablauf ist recht simpel: Man zieht ein Plättchen, legt es in seine Auslage und entscheidet, ob man ggf. vorhandene Bauplätze sofort nutzt oder durch weitere Bauplätze erweitern möchte. Baut man ein Gebäude, zeigt eine ausliegende Karte seinen Nutzen. Diese Karten haben zwei Seiten: eine violette, die für die ersten Partien empfohlen wird. Später kann man sie auf die orange Seite drehen, womit etwas mehr Interaktion ins Spiel kommt. Das Ganze bewegt sich vom Anspruch auf Familienspielniveau und ist in ca. 30 Minuten gespielt.

Etwas schwer getan hat man sich mit der Anleitung, die nicht ganz eindeutig die unterschiedlichen Gebietsbezeichnungen (Regionen, Segmente) definiert, was das Verständnis erschwert. Auch manche Kartentexte sind zumindest etwas umständlich formuliert. Grafisch sind die Gebäudeplättchen recht bunt und sehr verspielt, und man muss genau hinsehen, um die Karten den entsprechenden Gebäuden zuzuordnen. Sie sind leider auch aus etwas dünnerer Pappe, weshalb sie ein bisschen fragil wirken.

Leben in Reterrra - Karten- und Gebäudeauslage | Foto: Axel Bungart
Leben in Reterrra – Karten- und Gebäudeauslage | Foto: Axel Bungart

Die Schachteleinsätze für die Themensets sind schön gestaltet, bieten dem Material guten Halt und erfüllen damit ihren Zweck.

Leben in Reterra: Erweiterung Mondaufgang

Dazu kommt nun die Erweiterung (oder: Ergänzung, wie der Verlag sie nennt). Hier gibt es zwei neue Module (Industrie und Neuer Mond) mit entsprechenden Gebäuden, die man nach Belieben mit dem Grundspiel mischen kann. Außerdem werden nun Mondplättchen unter die Landschaftsplättchen des Basisspiels gemischt. Sie dienen sowohl als Zähler als auch als Punktemarker. Man wählt eine von drei Mondtafeln, und immer, wenn, je nach Spieleranzahl, zwei bis vier Monde vom verdeckten Nachziehstapel der Landschaftsplättchen auf die Mondtafel gelegt wurden, zählen die Spieler entweder ihre Gebäude, Bewohner oder Reliktmarker, welche sie bis dahin gebaut bzw. eingesetzt haben. Wer die meisten Objekte hat, erhält die Mondplättchen, die am Spielende als Siegpunkte zählen.

Wie spielt sich die Erweiterung?

Der größte Gewinn, den Leben in Reterra durch die Erweiterung erfährt, sind die zusätzlichen Themensets. Insgesamt haben die Spieler damit fünf Sets zur Auswahl, womit auch die Gebäudeeffekte stärker variiert werden können.

Leben in Reterra - Mondplättchen und Mondtafeln | Foto: Axel Bungart
Leben in Reterra – Mondplättchen und Mondtafeln | Foto: Axel Bungart

Die Mondplättchen erscheinen zufällig im Nachziehstapel. Doch zu häufig verpuffen die dadurch ausgelösten Wertungen. Denn besonders bei der Gebäudewertung haben zu oft gleich mehrere Spieler die gleiche Anzahl an Gebäuden gebaut, womit niemand die Mondplättchen als Belohnung erhält. Bei den Bewohnern und Relikten gibt es schon mal eher Unterschiede, doch auch hier kommt es zu selten zu einer Mehrheit, als dass diese sich gravierend auf die Punktewertung auswirkt.

Die Spielanleitung dieser Erweiterung ist eindeutig, es bleiben keine Fragen offen. Auch die neuen Themensets sind wie im Grundspiel in einzelnen Tiefzieheinsätzen verpackt, was für Ordnung sorgt.

Leben in Reterra: Mondaufgang – zu wenig mehr

Leben in Reterra: Mondaufgang; Schachtel, Foto von Hasbro

Die Erweiterung fügt sich nahtlos in den Spielablauf ein, ohne das Spiel merklich zu verlängern. Das familienfreundliche Spielniveau bleibt auch mit der Erweiterung erhalten. Doch so richtig überzeugen konnte sie nicht, da sich eben zu wenig der entstehenden Zwischenwertungen überhaupt punktemäßig bemerkbar machen. Von den beiden neuen Themensets hat nur eines auch Bezug zu den Mondplättchen, weshalb die Mondplättchen und -wertungen an Bedeutung verlieren, wenn man das Set nicht verwendet. Insofern betrachte ich die Erweiterung eher als verzichtbar.

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