Schon auf der Schachtel von Loops & Lines von Florian Racky (moses.Verlag) springt uns das Adjektiv „leicht“ an. Ein Plättchenlegespiel, bei dem man laut Schachtelaufdruck schnell losspielen kann, schöne Muster legt (wobei sich über schön in diesem Zusammenhang sicherlich streiten lässt) und Punkte sammelt. Warum ein solches Spiel mit einem englischen Titel daherkommt, erschließt sich nicht so ganz. Bei etwas Überlegung hätte sich bestimmt auch ein ansprechender deutscher Titel gefunden.
Unsere Wertung zu Loopes & Lines
Worum geht es bei Loops & Lines?
Es gilt, als erster 25 Punkte zu erreichen. Punkte gibt es für das Vervollständigen von Mustern durch das geschickte Legen von Plättchen.

Zuerst werden die fünf Startplättchen herausgesucht. Diese werden in der Tischmitte ausgelegt (zu den Legeregeln kommen wir später). Die restlichen 85 Plättchen werden verdeckt bereitgelegt. Jeder erhält einen Sichtschutz und sechs zufällig ausgewählte Plättchen.
Regeln im Überblick: der Spielablauf
Wer am Zug ist, kann beliebig viele seiner Plättchen in die gemeinsame Auslage in der Tischmitte legen. Dabei darf das erste Plättchen beliebig angelegt werden, jedes weitere Plättchen muss an das zuletzt gelegt Plättchen angelegt werden. Dabei darf jedes Plättchen nur seitlich angrenzend – nicht diagonal – angelegt werden. Außerdem muss natürlich die Linienart beachtet werden. Verschiedene Linienarten dürfen nicht aneinandergelegt werden.

Hat der Spieler in seinem Zug ein Muster vervollständigt, darf er dieses Muster werten. Es gibt dafür so viele Punkte wie insgesamt vervollständigte Muster dieser Sorte auf dem Tisch liegen. Der Zug endet damit. Es werden keine Plättchen nachgezogen. Ausnahmen von dieser Regel:
- Hat der Spieler ein Muster mit seinem letzten Plättchen vervollständigt, so darf er anschließend sechs Plättchen nachziehen.
- Konnte der Spieler in seinem Zug kein Muster vervollständigen, darf er anschließend seinen Vorrat wieder auf sechs Plättchen ergänzen.
- Kann der Spieler zu Beginn seines Zuges kein Plättchen regelkonform legen, so legt er seine Plättchen nach Überprüfung durch die anderen Spieler zurück und darf sechs neue Plättchen ziehen. Er darf jetzt noch Plättchen anlegen.

Das Spiel endet sofort, sobald ein Spieler 25 Punkte erreicht. Die Runde wird dann noch zu Ende gespielt.
Loops & Lines: familientauglich, aber mit Regelschwächen
Leider konnten wir unser erstes Spiel zu viert nicht zu Ende spielen, da uns die Plättchen ausgingen, bevor einer von uns 25 Punkte erreichte. Dieser Fall ist – warum auch immer – in der Spielregel nicht vorgesehen. Der Fall kam in unseren Spielrunden mehr als einmal vor. Natürlich gewinnt dann der Spieler mit den meisten Punkten. Dieser Fall sollte in der Spielregel erwähnt werden.
Eine weitere Formulierung unter dem Stichpunkt „Spielende“ ist nicht stimmig. Dort heißt es: „Haben mehr als zwei Personen 25 Punkte erreicht, dann ist Gleichstand“. Was ist, wenn genau zwei Personen 25 Punkte erreicht haben?
Ansonsten ist Loops & Lines ein nettes familientaugliches Legespiel. Grübler am Tisch verlängern die Wartezeit auf den nächsten Zug, aber das ist ja bei vielen Spielen der Fall.
Die Farben auf den Plättchen verleihen dem Spiel zwar ein interessantes Aussehen, haben aber leider keine Spielrelevanz. Eher tragen sie zum erschwerten Punktezählen bei.
