Mal kurz die Welt ändern

eine Spielerezension von Axel Bungart - 03.10.2022
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Mal kurz die Welt ändern - Ausschnitt - Foto von Funbot
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ludwig XIV, Sophie Scholl und Karl Marx sind Namen, zu denen einem irgendwas einfällt. Sie füllen Geschichtsbücher und haben ihre Zeit dazu genutzt, sich unvergessen zu machen. Auch Qin Shi Huangh, Hammurabi und Lady Godiva waren solche Menschen, die ihre Welt ein bisschen verändert haben. Auch wenn diese Namen nicht so populär sind. Diese und 26 weitere Persönlichkeiten findet man im Kartendeck des Spiels Mal kurz die Welt ändern (THEKI, Korea Boardgames).

Wie spielt man Mal kurz die Welt ändern?

Mal kurz die Welt ändern Spielszene - Foto von Axel Bungart

Von den Karten erhält jeder Spieler zwei auf die Hand, drei weitere werden als allgemeine Auslage aufgedeckt. Aufgabe für die Spieler ist es, eine möglichst wertvolle Kartenauslage zu bilden. Der aktive Spieler muss entweder eine Karte aus der Hand auslegen oder aus der allgemeinen Auslage nehmen und vor sich offen auslegen. Dann führt er noch deren Fähigkeit aus, wenn die Karte dies hergibt. Mit der Fähigkeit erhält man die Chance, sich weitere Karten zu nehmen, auch bei Mitspielern zu klauen, zu tauschen, bereits ausliegende Karten abzuwerfen oder die Fähigkeit hat Auswirkungen auf Mitspieler, die z. B. passen müssen oder nicht passen dürfen.

So entwickelt sich nach und nach bei jedem Spieler eine Auslage, welche man versucht zu optimieren, indem man Karten mit möglichst vielen Sternen (= Siegpunkten) sammelt und andere wieder loswird. Sind der Nachziehstapel und die allgemeine Auslage leer, endet das Spiel und es gewinnt, wer die wertvollste Auslage hat.

Kurz und .... gut?

Bei Mal kurz die Welt ändern ist ein Teil des Namens Programm: kurz. Eine Partie dauert nur 10-15 Minuten, dann steht bereits der Sieger fest.

Mal kurz die Welt ändern - Kartenreihe - Foto von Axel Bungart

So war es auch möglich, wenigstens einige Partien zu spielen, bevor mir nach und nach die Mitspieler ausgingen. So schlicht und übersichtlich die Karten nämlich designt sind, so wenig reißt einen das Spiel mit. Die Spielregel ist daran am wenigsten schuld. Sie beschreibt die wenigen Handgriffe überwiegend recht gut, sodass man problemlos ins Spiel findet. Ausnahme: Wie man sich eine Karte merken soll, die man nicht mehr besitzt, deren Effekt man aber noch ausführen soll, ist rätselhaft.

Die auf den Karten abgebildeten Persönlichkeiten haben mit den Aktionen rein gar nichts zu tun, sind deshalb beliebig und tragen nichts zu einer Spielatmosphäre bei. Es bleibt somit das reine Kartenoptimieren, bei dem wir versucht haben, herauszufinden, wo hier der besondere Reiz liegt.

Mal kurz die Welt ändern - Spielkarten - Foto von Axel Bungart

Der Hauptreiz muss darin liegen, dass man nicht jede Karte zu jedem Zeitpunkt so ausspielen kann, dass man auch einen Nutzen davon hat. Also müsste man entweder auf die spezielle Situation warten, um die Fähigkeit optimal nutzen zu können oder die Karte wieder loswerden. Allzu lange warten kann man aber gar nicht, da das Spiel einfach nicht lang genug dauert, um solche taktischen Überlegungen zuzulassen. Hinzukommt, dass man ohnehin zu häufig Karten zur Auswahl hat, die für den eigenen Spielzug nicht gewinnbringend erscheinen.

Unbefriedigend ist, dass sich die Fähigkeiten mancher Karten eher hinderlich auf den Spielverlauf auswirken. Sie hindern andere Spieler an Aktionen oder zwingen sie zu ungewollten Aktionen, wenn nicht sogar zum Passen. Dies widerspricht der Grundidee, Kettenzüge und Wechselwirkungen zu erzeugen, die dem Spiel durchaus eine gewisse Würze geben könnten.

Zu kurz um zu funktionieren

Mal kurz die Welt ändern - Spieleschachtel - Foto von Funbot

Bei einzelnen Karten wie Florence Nightingale (verhindert, dass eine Karte ungewollt in die eigene Auslage kommt) konnten wir gar keinen Sinn erkennen. Vielleicht lag es daran, dass die Spielsituation nicht eintrat. Doch wie oft muss man ein Kartenspiel spielen, damit sich seine Wirkung entfaltet? Mein Hauptkritikpunkt betrifft daher auch die Tatsache, dass die Mechanik nicht zur Spieldauer passt. Das Spiel kann sich schlicht nicht entfalten. Das macht beispielsweise Fantastische Reiche viel besser, das einen vergleichbaren Ansatz verfolgt. Somit bleibt leider am Ende weder der Wille, es noch mal spielen zu wollen, noch die Überzeugung, dass damit ein anderer Eindruck entsteht.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
10
Jahrgang: 
2021
Spielkategorisierung
Fotos
Mal kurz die Welt ändern - Spieleschachtel - Foto von Funbot
Mal kurz die Welt ändern Spielszene - Foto von Axel Bungart
Mal kurz die Welt ändern - Kartenreihe - Foto von Axel Bungart
Mal kurz die Welt ändern - Spielkarten - Foto von Axel Bungart

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