Mensch ärgere Dich nicht ist wohl neben Monopoly nicht nur der absolute Brettspielklassiker, sondern gleichzeitig für viele ein Hassspiel. Wenn sich Erfolgsautor Reiner Knizia der Sache annimmt und ein Solospiel daraus entwickelt, könnte es spannend werden. So wie bei Kniffel – For One. Aber: Es klappt bei Mensch ärgere Dich nicht – For One (Schmidt Spiele) leider doch nicht.
Unsere Wertung zu Mensch ärgere Dich nicht – For One
Worum geht es bei Mensch ärgere Dich nicht – For One?
Das Grundprinzip des Klassikers entspringt Pachisi. Figuren laufen um das Brett, um vom Startfeld ins Häuschen zu kommen. Wie soll daraus bitte eine brauchbare Solovariante entstehen?
12 Level für Tüftler
Knizia nutzt einen Trick. Statt einen Wettkampf gegen andere vorzutäuschen, liefert er bei Mensch ärgere Dich nicht – For One Aufgaben. 12 Level sind im so genannten Challengeheft zu finden. Dabei gilt es für den Spielenden, die eigenen Figuren so durch den Umlauf zu bringen, dass sie dabei je nach Aufgabe möglichst wenige oder möglichst viele Punkte sammeln.

Das funktioniert, indem Plättchen auf den Feldern liegen. Teilweise werden diese auch aus den Startfeldern der Konkurrenzfarben nachgeschoben, teilweise kommen einzelne Figuren in gegnerischen Farben hinzu. Auf der Rückseite des Plans sind zudem für spätere Level Würfelaugen auf die Felder gedruckt. Diese haben eine Folgewirkung beim Ziehen der Figuren.
Interessanter Ansatz
Zugegeben: Die Komplexität des Ablaufs steigt mit jeder Aufgabe. Anfangs geht es nur darum, möglichst wenig Minuspunkte zu machen. Später haben Bewegungen Folgebewegungen und es entsteht ein interessantes Szenario. Dafür ein „Alle Achtung“, was Knizia mit Mensch ärgere Dich nicht – For One aus dem Uraltkonzept herausgeholt hat.
Dass die Grundregeln fast gleich sind, ist auch gut. Nur beim Raussetzen aufs Startfeld gibt es eine Änderung: Sobald das leer ist, rückt eine neue Figur nach. Schlagen, ins Häuschen/Ziel kommen usw.: All das bleibt.
Es macht aber keinen richtigen Spaß
Es gibt nur ein Problem, das schon seit Jahrzehnten die Spielenden entzweit: Mensch ärgere Dich nicht – For One ist ebenso vom Würfelglück abhängig wie der Klassiker. Zwar lassen sich die eigenen Züge besser planen, weil jede Bewegung klar umrissene Folgen hat. Aber ohne passende Würfelergebnisse funktioniert es nicht. 
Es gibt bei Mensch ärgere Dich nicht – For One keine Würfelorgien im bekannten Sinn. Immerhin. Denn jeder Wurf lässt sich noch möglichst perfekt aufs Feld bringen. Aber am Ende bleibt es ein Glücksspiel, ob die Zielvorgaben für die Aufgaben erreichbar sind. Diese teilen die Erfolge in Gold, Silber, Bronze und Blech ein. Das klingt nach olympischen Belohnungen für etwas, was selbst bei bester Taktik nur bedingt beeinflussbar ist. Schade.
So bleibt Mensch ärgere Dich nicht – For One ein interessanter Ansatz für Leute, die für das Original keine Mitspielenden finden. Anders als das ebenfalls glücksabhängige Kniffel – For One überzeugt mich diese Version aber nicht.
