Das Kinderspiel Mission Haselnuss (Space Cow/Pegasus Spiele) von dem Autor Leo Colovini hat nichts mit der im Namen ähnlichen Filmreihe Mission impossible zu tun. Obwohl … Ein Eichhörnchen, nennen wir ihn Agent Eddy, ist auf dem Heimweg zu seinem Kobel (sein Zuhause). Wir, die Operator, versuchen mithilfe von geheim gespielten Karten, Eddy durch den dichten Wald zu lotsen. 40 Haselnüsse wurden im Wald versteckt. Das ist genau die Anzahl an Karten, die für ein Spiel zur Verfügung stehen. Spielen wir nun gemeinsam mit den Kindern (Filmmusik an: „Döp, Döp – Döö, Döö – Döp, Döp …“): Mission Haselnuss. Eddy will nach Hause!
Mission Haselnuss: Eddy nach Hause lotsen
Zugegeben, die Aufgabe scheint am Anfang nicht leicht. Es wird immer reihum, schweigend, eine Haselnusskarte vom Stapel gezogen und anschließend geheim auf eines der sieben Aktionsfelder abgelegt. Das wird so lange gemacht, bis fünf Karten liegen. Anschließend werden die Karten nacheinander aufgedeckt. Eddy bewegt sich entsprechend. Es geht geradeaus, links, rechts und es wird auch schon mal gesprungen. Natürlich vorausgesetzt, es passt mit den Bäumen auf dem Spielplan. Gewonnen haben alle, wenn es der Spielrunde gelingt, Eddy in in seinen Kobel zu lotsen, bevor der Kartenstapel aufgebraucht ist. Fehlversuche reduzieren den Kartenstapel.

Karten als Kommuniaktion – und das mit harter Selbtskontrolle
Wer sich jetzt fragt: „Mehr nicht?“. Dem muss ich sagen (alte Juristenantwort): „Im Prinzip ja, aber …“ Die Regeln von Mission Haselnuss sind denkbar einfach. Der Spielaufbau mit dem variablen Spielplan schnell erledigt. Das Ding ist, versucht mal geheim eine Karte zu ziehen und abzulegen, ohne Mimik und ohne einen Spruch über die Schwierigkeit der Karte rauszuhauen. Egal, ob jetzt als Kind oder Erwachsener. Hier ist ein doch ein wenig Impulskontrolle gefragt. Dazu wird noch die Fähigkeit trainiert, sich in andere hineinzuversetzen und im Kopf einen Plan für sich und andere zu erarbeiten. Also eigentlich wie bei jedem Spiel. Nur hier fühlt es sich intensiver an. Die Kommunikation erfolgt im Idealfall nur über das Ablegen der Karten: An welcher Position wird sie abgelegt und was könnte es deswegen für eine Karte sein.
Mission Haselnuss ist Liebe auf den zweiten Blick

Am Anfang fand ich die Mission von Eddy nicht so toll. Es war eher Liebe auf den zweiten Blick. Denn natürlich ist jede Spielrunde anders. Der Spaß beginnt, wenn sich so was wie gegenseitiges Verständnis in der Runde aufbaut hat. Wenn man weiß, wie so eine Runde tickt. Das sind dann für Eddy Eichhörnchen die Spiele, wo man sich hinterher sagt: „War ja gar nicht so schwierig.“ Jetzt noch die restlichen Karten zählen und schauen, auf welcher Position man gemeinsam in der Punkteskala gelandet ist.
Mission Haselnuss ist deswegen ein besonderes Kinderspiel. Wahrscheinlich hat jeder Erwachsene bis hierhin schon entschieden: Ist was meine Leute oder nicht. Eine Familie hatte sogar 40 Gummibärchen in einer Reihe gelegt. Musste eine Karte vom Stapel wegen eines Fehlversuches abgelegt werden, reduzierte sich auch die Gummibärchenschlange. Faszinierende Idee. Die Mission Haselnuss von Eddy ist hiermit erfüllt.
