Schweine im Weltall war eine etwas verrückte Story der Muppets Show. Das ist lange her und wahrscheinlich hat die Flut der Katzenvideos Anfang des 21. Jahrhunderts dazu geführt, dass im Jahr 2075 Katzen die Kontrolle über die Erde übernommen haben und sie neuerdings durchs All schießen, um sich Planeten und Monde anzueignen. Das haben wir jetzt davon. In Mlem – Die Astrokatzen von Reiner Knizia und Joanna Rzepecka (rebel Studio/Asmodee) jedenfalls sitzen 2 (besser 3) bis 5 Astrokatzenspieler an Bord einer Rakete. Die Rakete fliegt entlang einer festgelegten Route entlang von Planeten und Monden bis in die Tiefen des Weltalls. Alles ist schön illustriert auf einer langen Neoprenmatte dargestellt, die als Spielmatte dient.
So wird Mlem gespielt
Jeder Spieler hat zunächst einen seiner acht Katzenpiloten von seinem (ansonsten zweckfreien) Spielertableau ausgewählt, der an Bord geht. Der Kapitän, an vorderster Stelle im Cockpit, steuert mittels (zunächst) sechs Würfel, wie weit die Reise geht. Symbole neben der aktuellen Position der Rakete geben an, welche Würfelergebnisse überhaupt verwendet werden können (z. B. nur 1 und 2). Aus denen darf sich der Kapitän dann den Treibstoff für die nächste Flugphase zusammenstellen. Verwendete Würfel sind abgebrannt und gehen über Bord. Nur die mit einem Flammensymbol darf man wiederverwenden.

Nach jeder Fluphase wird die Katzen-Crew der Reihe nach gefragt, ob jemand aussteigen möchte. Anders als üblich darf der Kapitän hier straffrei als erster das Schiff verlassen. Doch jeder entscheidet für sich. Aussteigen heißt: Sobald man einen Planeten oder Monde um die Planeten erreicht, kann man sich darauf niederlassen. Das bringt am Ende Punkte und darum geht es. Fernziel sollte es zwar sein, die Tiefen des Weltalls zu erreichen, also mit der Rakete ganz weit nach oben zu gelangen. Dort gibt es die meisten Punkte zu holen, aber der Weg ist weit und die Würfel sind häufig widerspenstig. Also sucht man sein Heil frühzeitig in der Flucht.
Mann über Bord!
Verabschiedet sich der Kapitän, wird der Zweite in der Reihe neuer Chef an Bord und würfelt weiter. So geht das, bis alle von Bord gegangen sind oder die Rakete abstürzt. Das passiert, wenn nur Zahlen gewürfelt werden, die neben dem Raketenfeld nicht angezeigt sind. Doch Mlem ist nicht Columbia: Die verbliebenen Katzen an Bord landen wieder sicher auf den Spielertableaus, wo sie in der nächsten Runde wieder eingesetzt werden können.

Jede Katze hat dabei eine bestimmte Funktion. Sie bringen z. B. doppelte Punkte, wenn sie auf einem Planeten oder Mond landen, können beim Ausstieg eine Position vor oder hinter der Rakete aussteigen, beim Absturz trotzdem auf einem Ziel landen und noch einiges mehr. Der Nutzen hängt natürlich auch von den Würfelergebnissen ab, aber mit etwas Timing kann die Katzen auch taktisch einsetzen. Und man freut sich eine Katze einen Wolf, wenn das Vorhaben erfolgreich endet.
Konnte einer alle seine Katzen unterbringen oder die Rakete stürzt das 11. Mal ab, endet die Partie. Es gewinnt, wer die meisten Punkte hat. So eine Rakete hält auch nicht ewig.
Wie gut ist Mlem?

Mlem ist ein recht unterhaltsames Familienspiel mit hohem Aufforderungscharakter. Die Spielregel führt schnell und sicher ins Spiel. Schön ist, dass jeder zu jeder Zeit involviert ist. Es entsteht praktisch keine Downtime, weil jeder (der noch an Bord ist) beim Würfeln miteifert und dann entscheiden muss, ob er auf dem Schiff bleibt oder weiterfliegt. Viel zu grübeln gibt es da nicht und manchmal nehmen einem die vorangehenden Spieler die Entscheidung auch ab, weil sie alle verfügbaren Plätze besetzen. Aber die straft dann vielleicht sogar das Würfelglück und man gelangt mit einem kühnen Würfelschub auf den nächsthöheren Planeten. Das geht locker von der Hand und macht einfach Spaß. Über Strategie muss man nicht nachdenken, es sei denn, man hat die Bonusplättchen im Blick, die man erhält, wenn man auf bestimmten Zielen landet. Wer will, kann ein bisschen taktieren bei der Verwendung der Katzen und man freut sich, wenn der „Coup“ gelingt. Aber am Ende sind es doch häufig die Würfel, die den Ausschlag geben, wo man landen kann.
Material, das Spaß macht

Das Material trägt auf seine Weise zum Spielspaß bei. Die Neoprenmatte liegt plan auf dem Tisch, ist bestens illustriert und auch das übrige Material aus stabiler Pappe bietet keinen Anlass zum Meckern.
Nach ein paar Partien kann man Erweiterungsmodule für Fortgeschrittene dazu nehmen. Damit erhält man neue Ziele und Punkteplättchen und das Spiel bleibt interessant. Wenngleich das Thema ein bisschen albern ist, ist Mlem eine unterhaltsame Reise ins Weltall.
