Moon Colony Bloodbath: Ausschnitt, Bild von Alea
Reich der Spiele RezensionMoon Colony Bloodbath

Moon Colony Bloodbath

von Olaf Bormann
3 Minuten Lesedauer
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Eeine Kolonie auf dem Mond zu errichten, ihre Einwohnerzahl zu erhöhen, die Nahrungsgrundlagen zu erweitern und das Einkommen durch das Schürfen von Rohstoffen zu verbessern, damit letztendlich die größte Kolonie gewinnt? Vordergründig erscheint es so, allerdings passieren viele unerwartete Fehler, Unfälle  sowie Robotorfehlfunktionen in unseren Mondsiedlungen der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts und so ist das Ziel, am Ende noch die meisten Überlebenden zu haben. Wie es dazu kommt, ob diese Spielidee das Spiel Moon Colony Bloodbath trägt und wieviel Spaß es macht, dass schaue ich mir mal an.

So wird Moon Colony Bloodbath gespielt

Moon Colony Bloodbath ist ein Spiel für 1-5 Spieler von Donald X. Vaccarino (Alea). Es folgt grundsätzlich einem klassischen Ansatz von Aufbau- und Entwicklungsspielen. Jeder startet mit Geld, Nahrung und Einwohnern. Diese gilt es zu mehren. In jeder Arbeitsphase kann ich mich um einen dieser Faktoren kümmern. Die Wahl hierfür trifft jeder Spieler für sich selbst. Mit dem Geld baue ich Gebäude, welche jedem als Handkarten verfügbar sind, die zu weiteren Bewohnern und meistens zu einem dauerhaften Verbesserungseffekt führen. Mit Ernten und Schürfen häufe ich auf meinem Tableau zusätzliche Nahrungs- und Geldmittel an, mit Forschen weitere Gebäudehandkarten. 

Der besondere Clou bei Moon Colony Bloodbath ist der Ablauf jeder Runde. Dafür gibt es einen Kartenstapel, welcher anfangs immer aus acht Karten besteht. Vier davon lösen die schon erwähnte Arbeitsphase aus. Zwei zufällige „Twistkarten“ geben zumeist einen kleinen Vorteil und können das Spiel in der Anfangsphase  in bestimmte Richtungen führen. Die letzten beiden „Problemkarten“ geben den Katastrophentakt vor. Sie sorgen dafür, dass diesem Stapel ständig Karten mit steigenden negativen Auswirkungen wie Lecks, Unfällen oder zerstörend arbeitenden Robotern hinzugefügt werden, die zu Bevölkerungsverlust führen. 

Last man standing

Moon Colony Bloodbath: Karten, Bild von Alea

Vom gemischten Stapel decken wir nun diese Karten nach und nach auf und führen sie aus. Die Verluste an Nahrung, Geld und Bewohnern sind anfänglich noch überschaubar, nehmen aber schnell drastisch zu. Der Stapel wächst in jeder Runde. Es kommen immer mehr Karten mit negativen Effekten dazu. Der eigene Einfluss sinkt. Immer seltener kann ich ein weiteres Gebäude hinzufügen, stattdessen muss ich diese sogar abreißen, um dem Verlust an Bewohnern gerecht zu werden. Diesem Ablauf folgen wir, bis einer von uns alle Bewohner verloren hat. Dann gewinnt, wer noch die meisten besitzt. In sehr seltenen Fällen endet Moon Colony Bloodbath automatisch im siebten Durchlauf des Stapels, auch dann gewinnt der einwohnerreichste Spieler.

Moon Colony Bloodbath hat einen einfachen und schnell verständlichen Grundmechanismus. Es spielt sich zügig, durchschnittlich eine Stunde zu dritt oder viert. Bei zwei Personen ca. zwanzig Minuten kürzer, entsprechend bei fünf Spielern länger. Wenn im letzten Drittel des Spiels immer mehr Bewohner meiner Kolonie sterben, kann das schon frustrierend sein. Letztendlich läuft es natürlich immer darauf hinaus, aber das sollte allen Mitspielern von vornherein klar sein, dass der Abbau bis zum Totalverlust nicht zu verhindern ist. 

Die Vielzahl der Karten bietet einiges an Varianz der Spielentwicklung und lädt ein, immer wieder neues auszuprobieren. Mal kann der eine einfacher neue Gebäude bauen, die andere mehr ernten und die Nahrung auch als Geldmittel einsetzen, usw. 

Mein Ureteil zu Moon Colony Bloodbath: Leben mit der Vernichtung

Ich kann Moon Colony Bloodbath empfehlen. Ich muss aber auch gleich dazu sagen, dass das gute drei Partien gedauert hat, bis ich zum Genuss kam. Verlust ist immer nicht leicht auszuhalten. Es gehört nun aber zum schwarzen Humor dieses Spiels dazu, welche die naive Technikgläubigkeit aufs Korn nimmt, dass die Einwohner jeder Kolonie nach und nach sterben. In jeder Partie war es über weite Strecken sehr spannend, was als nächstes passiert.

Jeder fieberte den kommenden Karten entgegen, hoffte, noch rasch wenigstens einmal ernten, bauen usw. zu können, bevor der nächste Roboter wieder Amok läuft. Das hat mir richtig gut gefallen!

Wenn dann wieder ein erlösendes gemeinsames Ausrufen folgt, dann macht das viel Spaß! So sollte das Spiel die Mitspieler abholen.

Moon Colony Bloodbath - Spielmaterial | Quelle: Ravensburger
Moon Colony Bloodbath – Spielmaterial | Quelle: Ravensburger

Der Glücksanteil ist bei Moon Colony Bloodbath nicht gering, damit muss man leben können. Manche Effekte der Gebäude ergänzen sich besser als andere. Dafür spielt es sich aber schnell. Wobei das auch eine Kehrseite hat. Ja, wenn wir gleichzeitig die Aktionen durchführen, dann sparen wir viel Wartezeit. Aber für mich gehört es dazu, die Entwicklungen und Schritte der anderen Spieler zu beobachten und nachzuvollziehen. Das kann beim raschen Runterzocken verloren gehen. Also haben wir meistens nacheinander gespielt, dennoch ist die Spielzeit auch nicht gleich explodiert. 

Tatsächlich agieren wir direkt miteinander zumeist nur darüber, dass wir gegenseitig auf die Ausführungen der Effekte achten und natürlich mit der damit verbundenen Schadenfreude, wenn bei Nachbars mal wieder eines der Lieblingsgebäude krachen geht. 

Optische Gestaltung, Ausstattung und die Zugänglichkeit der Regel wussten zu gefallen. Als Solospiel ist Moon Colony Bloodbath ebenfalls gut spielbar, eine Partie dauert keine zwanzig Minuten. Das letzte Ereignis 13 habe ich nie erlebt, bei mir waren immer schon vorher die Lichter aus.

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