In dem doch recht großen Angebot von unterhaltsamen Kommunikationsspielen, ist Net Words von Mathias Spaan (Piatnik) bisher noch unter dem Aufmerksamkeits-Radar geblieben. Das ist schade, denn hinter dem etwas bieder wirkenden Äußeren verbirgt sich ein kooperatives Spiel, das bisher bei den meisten Testpartien begeistern konnte.
Worum geht es beim Wortspiel Net Words?
In der Schachtel befindet sich ein kleiner, fünfeckiger Spielplan, der wie ein Spinnennetz gestaltet ist. Auf den Linien zu den Ecken hin befinden sich Werteskalen von 1 im Zentrum bis 8 an der äußersten Ecke. Aus 25 doppelseitigen Eigenschaftskarten suchen wir zufällig fünf heraus und legen unter jede Ecke eine, sodass man nur den oberen Begriff lesen kann. Das können Worte wie z. B. „Brillant“, „Flexibel“, „Ärgerlich“, „Flauschig“ und „Feminin“ sein.
Wer aus der Gruppe der aktive Spieler ist, nimmt sich nun die oberste der 87 Begriffskarten und entscheidet sich für einen der beiden dort abgebildeten Worte. In unserem Beispiel etwa „Lastenfahrrad“. Dann bewertet der aktive Spieler durch das Platzieren von kleinen Holzmarkern auf den Skalen, wie gut die Eigenschaft der Karten zum gesuchten Begriff passt.
Per Ausschlussverfahren zum Ziel
Alleine das ist schon nicht ganz einfach, denn wie flexibel oder ärgerlich ist ein Lastenfahrrad denn auf einer Skala von 1 bis 8? Hat man das für alle fünf Begriffe festgelegt, mischt man zum gesuchten Begriff vier weitere Karten dazu und legt diese dann offen aus. Die Mitspielenden müssen nun im Ausschlussverfahren entscheiden, welche Begriffe nicht zu den definierten Werten passen und daher entfernt werden sollen. Die Person links vom aktiven Spieler darf die erste Karte entfernen. Dann wird verraten, ob die gesuchte Karte noch in der Auslage liegt, oder nicht. Tut sie es nicht, haben alle gemeinsam die Runde verloren. Ist sie aber noch im Spiel, geht es beim nächsten Spieler weiter.

Dieser kann entscheiden, weiterzuraten oder aufzuhören. Aufhören ist aber was für Feiglinge und außerdem wurde erst eine Karte korrekt aussortiert, was unserer Runde nur einen Punkt bringen würde. Also weiterraten und die nächste Karte entfernen.
Vier Punkte pro Runde, fünf Punkte bis zum Ende
Es gibt maximal vier Punkte pro Runde zu erspielen. Dann übernimmt der Spieler links von dem, der als letzter einen Begriff gezogen hat, die Auswahl des nächsten Begriffs, tauscht aber vorher noch zwei der Eigenschaften vom Spielplan gegen neue aus. Sonst wäre es auch zu eintönig. Nach fünf Runden endet die Partie und die Gruppe kann dann anhand einer Skala ablesen, wie gut sie abgeschnitten hat.
Der Spaß bei Net Words hängt von der Gruppe ab – und der Spielerzahl
Wir hatten Net Words zunächst zu dritt gespielt und waren erstmal nicht so richtig begeistert. Wenn nur zwei Spieler darüber diskutieren, ob ein Lastenfahrrad oder eher doch ein Whirlpool flexibler ist, kommen nicht so unterhaltsame Ergebnisse dabei heraus, als wenn sich vier Mitspielende mit ihren unterschiedlichen Ansichten durchzusetzen versuchen.

Als wir Net Words zu viert oder in der Maximalbesetzung zu fünft gespielt haben, waren die Runden deutlich lebhafter und es wurde auch viel mehr gelacht über so manche Einschätzung. Es kommt natürlich, wie bei jedem Kommunikationsspiel sehr auf die Gruppe von Mitspielenden an, ob man mit Net Words Spaß hat.
Die Karten und der Spielplan sind funktional gestaltet, aber hier geht es ja vorrangig um lebhafte Diskussionen und nicht um opulent gezeichnete Grafiken. Wie „attraktiv“ ist eigentlich ein Spieleabend? Wenn man den Abend mit Net Words beginnt oder beschließt, würde ich den Marker guten Gewissens auf die 8 setzen.
