Ninety Nine 99: Schriftzug, Bild von Kendi Games

Schon beim Auspacken macht Ninety Nine 99 von Reinhard Staupe (Kendi) einen ordentlichen Eindruck: Die Box ist kompakt, stabil und die Karten sind angenehm groß und gut lesbar gestaltet. Wir merkten sofort, dass hier ein unkompliziertes, schnell erklärtes Kartenspiel wartet, das ohne viel Vorbereitung auf den Tisch kommt. Und tatsächlich: Ninety Nine 99 ist sehr leicht zugänglich. Ein kurzer Blick in die beiliegenden Regeln genügt. Zusätzlich liegen Regelkarten bei, die als offene Referenz dienen und klar zeigen, welche Karten auf welche der beiden Ablagestapel gehören. Genau dieser einfache Einstieg macht das Spiel auch für Gelegenheitsspielerinnen und -spieler attraktiv.

Ninety Nine 99 – Reihen bauen mit Köpfchen

Um zu gewinnen, gilt es, als erster 99 oder mehr Punkte zu sammeln. So, wie der Name Ninety Nine 99 schon vermuten lässt. Punkte lassen sich auf verschiedenen Wegen verdienen. Pro Runde wandert eine Karte in die persönliche Reihe. Diese Reihe wächst strikt von klein nach groß, außerdem darf jede Farbe nur einmal vorkommen. Jede Entscheidung beeinflusst die Auswertung: Sobald keine passende Karte mehr vorhanden ist, endet die Reihe. Je länger eine Reihe wird, desto lohnender fällt natürlich die Wertung aus. Anschließend beginnt der Bau einer neuen Reihe, mit dem Augenmerk darauf noch mehr Punkte zu holen.

Einfache Regeln bei Ninety Nine 99

Der eigene Mini-Nachziehstapel sorgt für zusätzlichen Druck und Spannung. Wer geschickt ablegt, leert diesen Stapel schneller. Sobald das geschieht, gibt es nicht nur frische Karten, sondern auch 15 Extra-Punkte. Dadurch entsteht ein reizvoller Mix aus Risiko und Planung: Gute Karten behalten? Einen Aufbau pushen? Oder bewusst abwerfen, um den Mini-Stapel zu leeren?

Für das Abwerfen stehen zwei Ablagestapel bereit. Die Regeln sind einfach:

  • Entweder muss die Summe der obersten Karte plus der Eigenen exakt zehn ergeben,
  • es darf die gleiche Farbe abgelegt werden, wie die letzte Karte anzeigt
  • oder es darf eine Karte abgelegt werden, die exakt eine Zahl größer ist als die Karte davor.

Das klingt simpel, erzeugt aber sofort kleine taktische Kniffe: Welche Karte hebe ich mir lieber für später auf? Möchte ich an meiner Reihe vielleicht weiter bauen? Oder gehe ich auf volles Risiko und hoffe bessere Karten zu ziehen und mir mit 15 Punkten durch das Abspielen meines Stapels einen Vorsprung zu schaffen?

Wer es extra spannend will, kann auch die Profi-Regel verwenden. Dabei darf weitergespielt werden, wenn es gelingt alle Handkarten abzulegen. Dadurch wird taktisches Ablegen extrem belohnt.

Ninety Nine 99 bietet ein Spaß zwischen Grübeln und Gemütlichkeit

Kartenspiel Ninety Nine 99: Material und Schachtel, Bild von Kendi Games

Zu zweit oder zu dritt funktioniert Ninety Nine 99 hervorragend: kurze Wartezeiten, flüssiger Ablauf, angenehme taktische Tiefe. Bei vier Personen verlängert sich die Downtime spürbar, weil man in fremden Zügen kaum etwas tun kann. Ideal also, wenn man eine gemütliche Runde spielen möchte, bei der man nebenbei reden kann, ohne dass das Spieltempo leidet. Wer stärker strategisch spielen will, ist hingegen in kleineren Gruppen besser aufgehoben.

Ninety Nine 99 ist ein leicht zugängliches Kartenspiel mit überraschender taktischer Tiefe, das sowohl Gelegenheitsspielerinnen und -spieler als auch kleinere Kennerrunden gut abholt. Besonders schön ist die Mischung aus eigenem Kartenausbau, kleinen Rechenkniffen und dem cleveren Mininachziehstapel, der immer wieder für spannende Entscheidungen sorgt. Für entspannte Runden zu zweit oder dritt eine klare Empfehlung und zu viert ideal, wenn man ein kommunikatives, nicht zu verkopftes Spiel sucht.

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