Hektik ist selten hilfreich. Außer bei Spielen, die darauf abzielen, die Spielenden vor sich herzutreiben. So wie bei Oh No, We Crashed von Gilli Levi und Kundra Magnus (Edition Spielwiese). Schlafmützen und Phlegmatiker sollte sich etwas anderes aussuchen, denn hier heißt es, immer ein paar Sekunden vor dem Uhrzeiger zu bleiben.
Wie wird Oh No, We Crashed gespielt?
3-6 Spieler bilden die Crew ihres unsanft gelandeten Raumschiffs, das sie wieder in Gang bringen muss. Dazu müssen acht Systemteil des Raumschiffs geflickt werden. Die Einzelteile dazu liegen in Form von quadratischen Kärtchen verdeckt auf dem Tisch. Außerdem liegen die acht Systemteile, die repariert werden müssen, auf dem Tisch.

Ein Timer wird gestartet, und dann hat die Crew (in Abhängigkeit der Spieleranzahl) ca. eineinhalb bis zwei Minuten Zeit, die benötigten Teile zur Reparatur aus dem Haufen von Kärtchen herauszusuchen. Aber jeder Spieler darf nur maximal ein Kärtchen in jeder Hand halten. Will er ein weiteres nehmen, muss er eines wieder (offen) auf den Stapel legen.
Da man immer drei Teile für die Reparatur eines Systemelements benötigt, müssen sich die Spieler also absprechen, um zusammen ein Systemteil zu reparieren. Nicht selten artet das in wildem Durcheinanderschreien aus – je nach Temperament. Doch besser beraten ist man, wenn man sich hier einigermaßen gesittet verständigt, denn so schafft man es tatsächlich, in der vorgegebenen Zeit alle Systemkomponenten zu reparieren.
Widrige Umstände

Mit jedem neuen von insgesamt 10 Leveln bei Oh No, We Crashed kommen andere Vorgaben hinzu. Mal muss einer die zu reparierenden Systeme beschreiben, ohne dass die anderen sie sehen, mal mischen Aliens mit, die die Reparatur verzögern, oder es tritt ein Sturm auf, der alle bereits offen liegenden Komponenten wieder verdeckt. Das kostet Nerven und vor allem: Zeit.
Wie lange oder wie viele Level die Spieler durchspielen, bleibt Ihnen überlassen, daher pendelt die Spielzeit zwischen zwei Minuten und einer Dreiviertelstunde (Verlagsangaben 1-5 Minuten).
Macht Oh No, We Crashed Spaß?

Wer‘s gerne turbulent mag, liegt hier richtig. Das Spiel verbreitet Hektik, das liegt nicht jedem. Und auch, wenn die Anforderungen an die Spieler wechseln, ist die Aufgabe nach ein paar Leveln nicht so andauernd reizvoll, dass man sich ihr pausenlos hingeben möchte. Die Anleitung ist daran nicht schuld; hier findet man alles, was es zum fehlerfreien Spielen benötigt. Bereits ab der Mindestanzahl von drei Spielern funktioniert es prima, zu mehreren steigt der Chaosfaktor.
Auch die Karten sind handlich und von guter Qualität. Da die Kartenstapel durchsortiert sind (je Level gibt es besondere Karten), muss man diese nach Spielende ggf. wieder auseinanderdividieren und neu sortieren. Das ist ein bisschen lästig. Aber ansonsten bietet Oh No, We Crashed als Wachmacher zum Auftakt oder Abschluss eines Spieleabends oder in der Mittagspause im Büro für ein paar Momente nette Unterhaltung. Die Altersempfehlung (8+) halte ich für zutreffend, sodass es auch im Familienkreis gut spielbar sein sollte.
