Otter World: Ausschnitt des Titebildes, Bild von Magellan

Otter World

von Riemi
3 Minuten Lesedauer
A+A-
Reset

Otter World klingt wie ein Freizeitpark für Familien. Es ist aber eine spielerische Welt des Autors Gèrad Pierson, und hier werden von Ottern Muscheln gesammelt, die in schöne Steine getauscht werden. Ob es die Steine sind, mit denen Otter die Muscheln knacken, wird nicht erläutert. Auch sonst wird nichts über die Protagonisten des Spiels von Magellan verraten. Mehr über diese Welt zu erfahren, wäre schön gewesen. So bleibt uns nur der Spielaufbau.

Worum geht es bei Otter World?

Aus Karten mit hellen und dunklen Wasserfeldern sowie Buchten zum Tauschen von Muscheln wird ein vorgegebener Schwimmparcours gebaut. Stapel mit Wellen- und ein Stapel Wetterkarten werden dazugelegt. Auf den Wasserfeldern werden bunte Muscheln verteilt. Zwei Muscheln auf dunkle Felder, eine Muschel auf helle Felder. Diese können während des Spiels gesammelt und gegen die schönen Steinen eingetauscht werden. Denn, so heißt es in der Regel am Anfang, wer die meisten schönen Steine hat, gewinnt bei Otter World.

Steinesammeln mit Muschel-Handicap

Otter World: der Aufbau des Spiels, Bild von Magellan

Da Muscheln ihr Gewicht haben, wird auf einer persönlichen Geschwindigkeitsanzeige abgelesen, wie schnell der eigene Otter vorankommt. Ohne Ballast schaffen sie 1-6 Felder, mit jeder weiteren Muschel sinkt die Geschwindigkeit um ein Feld, und der Otter muss dann die genaue Anzahl an Feldern schwimmen. Überhaupt können sich die eigenen Otter ziemlich weit bewegen.

Zusätzlich zur Geschwindigkeitsanzeige helfen auch Karten des Parcours oder die Wellen- und Wetterkarten. Selbst die Richtung lässt sich während eines Zuges verändern. So kann, wer will, schon während der Zugpause ordentlich über geniale Moves mit dem Otter nachdenken. Wie weit kann ich laut Anzeige laufen? Kann ich die 1-3 Felder nutzen, um dann vielleicht eine Wellenkarte 1-6 oder 7-12 (= Felder schwimmen) zu nutzen, um dann über ein Höhlenfeld woanders aufzutauchen … und … und … und. Das Gute: Wenn Muscheln oder Karten gesammelt wurden oder Muscheln gegen Steine auf einer Buchtkarte getauscht wurden oder Muscheln abgegeben wurden, ist der Zug vorbei.

Otter World: die Spielfiguren, Bild von Magellan

Wertung: So geht Otter World zu Ende

Die Runde hat das Spielende immer im Blick. Eine Schildkröte bewegt sich jedes Mal um ein Wasserfeld für jeden getauschten Stein und jede gezogene Wetterkarte. Wie kommt man an die Wetter- und Wellenkarten? Es gibt Felder, die einem die Wahl lassen: entweder Muscheln nehmen oder entsprechend dem Symbol auf der Karte, Wellen- oder Wetterkarte ziehen. Bei den Wetterkarten gibt es noch die Besonderheit, dass aus den zwei obersten Karten vom Stapel eine ausgewählt wird. Was da alles im Stapel zu finden ist … Punkte, Bewegungs- und Tauschkarten. Die habe es wirklich in sich.

Zurück zu unserer namenlosen Schildkröte. Ist sie einmal im Kreis geschwommen, wird die Runde noch zu Ende gespielt und abgerechnet.

Aber nicht so wie es am Anfang der Regel von Otter World stand. Nicht wer die meisten Steine hat, gewinnt. Sondern: Wer die meisten Punkte hat, darf sich das Otterkrönchen aufsetzten. Schöne Steine zählen drei Punkte, die schönen Steine aus den Wetterkartenstapel je einen Punkt.

Die Regel erschwert den Einstieg in das Gesellschaftsspiel Otter World

Otter World ist eines der Gesellschaftsspiele, die im hübschen, putzigen Familienspielgewand ab acht Jahren daher kommen. Aber auch eins, das schon beim Erklären viele Fragezeichen hinterlässt. Die Regel ist durch die Aufteilung nicht sehr hilfreich. Als Tipp: Am besten so falten, dass zwei Seiten nebeneinander zu sehen sind. Alles andere verwirrt so sehr, dass bei Gelegenheitsspielenden schon bei der Regel die Lust auf Otter World vergeht.

Das gut gemeinte Erklärvideo, bei dem nach jedem Satz ein ruckeliger Schnitt kommt, macht Kopfschmerzen. Es lohnt sich dennoch, es anzuschauen. Zumindest hilft die Erklärung weiter. Spaß beim Anschauen und Lust auf das Spiel macht dieses Video leider nicht. Eine Kurzregel in der Schachtel wäre hilfreicher gewesen.

Otter World ist durch zu viele Kleinigkeiten nicht so gut, wie es hätte sein können

Familienspiel Otter World: Schachtel, Bild von Magellan

Insgesamt ist Otter World durch die tolle Illustration von Jenny Palmer ein schön anzuschauendes Spiel. Das fast plastikfreie Konzept und die Herstellung in Deutschland sind einfach nur lobenswert. Die Redaktion hätte allerdings noch weiter an dem Spiel arbeiten können. Die Buchtkarten mit den grauen Muscheln … So etwas müsste deutlicher und selbsterklärender sein, welche Farben hier eingetauscht werden müssen. Die großen Möglichkeiten der Bewegungen sind für ein Spiel ab acht Jahren meiner Ansicht nach zu viel Klein-Klein. Dann das Ding mit den Wetterkarten: Wer beim Spiel abschaltet und auf ein schnelles Ende hofft, sammelt Wetterkarten und zieht Punkte- oder andere Karten. Hauptsache eine der Wellenkarten, damit die Schildkröte „bloß weiterzieht“.

Es ist einfach zu viel in in Otter World reingepackt worden. Das macht jedem, der einfach nur ein „luftiges Familienspiel“ spielen möchte, das Leben in der Otter World schwer.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Schreibe einen Kommentar!

Mehr Spiele-Themen entdecken

Focus Mode