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Reich der Spiele RezensionPanda Royale: Erweiterung

Panda Royale: Erweiterung

von Axel Bungart
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Pandas und Würfel hatten bislang für mich so viel miteinander gemein wie Giraffen und Turnschuhe. Dann kam Panda Royale und eine Erweiterung dazu, und alles ist anders. Plötzlich feiern Panda-Clans ihr jährliches Friedensfest und liefern sich Wettkämpfe. Was daran königlich ist, bleibt weiterhin offen.

Kurzer Blick auf Panda Royale (Grundspiel)

Diese Besprechung bezieht sich nur auf die nicht weiter benannte Panda-Royale-Erweiterung. Weil wir aber bisher Panda Royale nicht rezensiert haben, zunächst eine kurze Beschreibung des Grundspiels.

In Panda Royale (Nathan und Jake Jenne, SPIEL DAS!) versuchen 2-10 Spieler in zehn Runden mit ihren Würfeln optimale Ergebnisse zu erzielen. Alle starten mit einem Würfel, und in jeder Runde kommt einer hinzu, den sich die Spieler in einer bestimmten Reihenfolge aus einer zufälligen Auswahl aussuchen können.

Panda Royale - Wertungsblatt | Foto: Axel Bungart
Panda Royale – Wertungsblatt | Foto: Axel Bungart

Die Würfel haben 6-20 Seiten mit entsprechenden Werten. Es gibt sie in sieben verschiedenen Farben. Die meisten Würfel werden unterschiedlich gewertet. Während die einen nur den gewürfelten Wert zum Ergebnis beisteuern, wird das Würfelergebnis anderer Würfel verdoppelt, teilweise auch erst dann, wenn bestimmte Würfelkonstellationen bestehen. Bei anderen Würfeln wird die Summe ihrer Werte mit der Anzahl der Würfel multipliziert. Ein anderer Würfel erlaubt es, mit einem Mitspieler einen Würfel zu tauschen, was dieser über sich ergehen lassen muss. So kommen mitunter erquickliche Rundenergebnisse zusammen, die auch mal deutlich über 80 Punkten liegen können. Wer nach zehn Runden die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt.

Das Material ist solide mit zwei hübschen Würfelsäckchen. Die Würfel lassen sich farblich gut unterscheiden und die Anleitung ist makellos.

Die Erweiterung zu Panda Royale

Die kleine Erweiterung für Panda Royale besteht nur aus 24 Würfeln, die zum überwiegenden Teil mit in den großen Würfelsack geworfen werden. Da sind zum einen die „Wilden Pandas“: Mehrfarbige Jokerwürfel, die man anderen eigenen Würfeln zuordnen kann und sie so behandelt, als wäre es dann (z. B.) ein weiterer blauer Würfel. Die „Unterstützer Pandas“ sind schwarze Würfel, die nicht mit den anderen mitgewürfelt werden. Nimmt man sich einen solchen, dreht man ihn auf die 6 uns hat fortan sechs Möglichkeiten, Würfel neu zu würfeln. Danach geht er zurück in den großen Sack.

Der „Weise Panda“ ist ein zehnseitiger Würfel, den jeder Spieler nur einmal erhalten kann. Seine Werte gehen von 0-90 (!). Ihn kann man aber frühestens am Ende der fünften Runde erhalten, wenn man es bis dahin geschafft hat, mit sechs Würfeln verschiedener Farben (inkl. dem Trost spendenden Mitleidswürfel) zu punkten. Dann allerdings wirft er mit ein bisschen Glück Punkte ab, die alle, die diesen Würfel nicht haben, zu Statisten degradieren.

Panda Royale - Neue Würfel | Foto: Axel Bungart
Panda Royale – Neue Würfel | Foto: Axel Bungart

Das Spiel endet nach wie vor nach zehn Runden.

Was macht die Panda Royale Erweiterung mit dem Grundspiel?

Alle drei Würfelarten haben ihren Reiz. Die Wilden Pandas (Joker) klingen anfangs interessanter, als sie am Ende sind. Sie ersetzen nämlich keine Würfelfarbe, die man nicht hat, was ein großer Vorteil wäre. Dafür erhöhen sie aber die Summe der vorhandenen Würfelfarben. Bei den roten Würfeln wird das aber gleich eingeschränkt. Normalerweise multipliziert man die Summe der roten Würfel mit deren Anzahl. Von den Wilden Pandas zählt dabei zwar deren Wert, nicht aber die Würfel als Multiplikatoren.

Panda Royale - Die Wilden Pandas | Foto: Axel Bungart
Panda Royale – Die Wilden Pandas | Foto: Axel Bungart

Die schwarzen Unterstützer Pandas sind willkommen, weil man mit ihnen gezielt schlechte Würfelergebnisse zu verbessern versuchen kann. Eine Versicherung ohne Leistungsgarantie. Außerdem verzichtet man so dauerhaft auf einen Würfel mehr, denn der schwarze Würfel wird abgegeben, sobald er sechsmal benutzt wurde.

Punkteinflation

Die „Weisen Pandas“ haben das wirkliche Potenzial zum Game Changer. Man erhält ihn automatisch – einmalig -, sobald man es schafft, erstmals möglichst nach fünf Runden, mit sechs verschiedenartigen Würfeln zu Punkten. Das kann mit ein bisschen „Glück“ der Fall sein, wenn den Mitleidswürfel auch hat, den erhält, wer in der Vorrunde das kleinste Rundenergebnis erzielt hat. Wer in den verbleibenden Runden (maximal fünf) gut würfelt, macht dann nahezu so viele Punkte, wie man in den bisherigen Runden erzielt hat.

Würfel sind ungerecht

Während die ersten beiden neuen Würfelarten geordnet mitlaufen und sich fast unbemerkt ins Spiel integrieren, kann ein Weiser Panda schon fast zu Frust bei den Mitspielern führen. Wer zweimal ein Ergebnis zwischen 60 und 90 würfelt – neben seinen anderen Würfeln – erzeugt lange Gesichter und kann nur geschlagen werden von jemandem, der ebenfalls einen solchen Würfel hat. Das muss dann fast auch schon das Ziel für alle sein. Doch dem entgegen steht, dass die Würfel(farben), die neu ins Spiel kommen, zufällig gezogen werden. Kommen benötigte Würfelfarben nicht ins Spiel oder man sitzt bei der Würfelauswahl hinten, hat man vielleicht gar keine Chance auf fehlende Würfelarten.

Aber so sind eben Würfelspiele – mal hat man Pech, mal haben die anderen Glück. Davon abgesehen ist eine Runde Panda Royale auch mit der Erweiterung sehr schnell erklärt und gespielt, und dann spielt man eben noch eine Revanche und hofft auf bessere Zeiten.

Panda Royale: Erweiterung - Spieleschachtel
Panda Royale: Erweiterung – Spieleschachtel

 

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