Piles von K.C. Schrimpl (Game Factory) kommt in einer praktischen magnetisch verschließbarer Schachtel daher und wirkt recht unscheinbar. Was mir als erstes auffiel, war dass dieser Titel mit bis zu acht Personen spielbar ist. Das finde ich gut, denn die meisten Spiele sind heute nur zu viert spielbar. Wenn meine volle Spielegruppe an meinem Tisch sitzt, sind wir oft sechs Mitspieler und es können aber auch schon mal mehr werden. Da freut es einen doch, wenn mal mit Piles ein Spiel für viele kommt ohne das eine Erweiterung benötigt wird.
Unsere Wertung zu Piles
Regeln im Überblick: Worum geht es bei Piles?

Die Übersetzung von „Piles“ ist „Stapel“. Das trifft es dann auch. Denn im eigentlichen Sinne bauen wir uns hier Kartenstapel zusammen und das in ziemlich hektischer Unruhe. Im Spiel selbst finden wir 200 Karten mit 50 Kleidungssets aus vier Karten. Innerhalb eines Sets sind aber die Farben der Kleidungsstücke unterschiedlich, sodass man ein gutes Auge braucht. Denn auch manche Kleidungsstücke auf den Karten ähneln sich teilweise etwas.
Wie viele Sets dann mitspielen, hängt von der Spieleranzahl ab. Die Karten werden gut gemischt und jeder erhält verdeckt sechst Stapel, die er vor sich hinlegt. Dann legt man vier Karten in die Mitte und die Party kann beginnen!

Die vier Karten werden offen gelegt und jeder greift sich einen seiner Stapel und versucht nun vier passende Kleidungsstücke in seinen Stapel unterzubringen. Wenn es jemandem gelingt, seine sechs Stapel korrekt in der Kleiderordnung herzustellen, gewinnt dieser Spieler. Dabei gibt es nur wenige Zusatzregeln. Zum Beiuspiel, dass man nur einen Kartenstapel auf der Hand haben darf und immer nur eine Karte aus der Hand gegen eine Karte aus der Mitte tauschen darf. Bevor man eine Karte aus der Mitte nimmt, muss man aber eine ablegen. Zwischen den eigenen Stapeln wir dabei nicht getauscht und auch nicht zwischen den Mitspielern.

Mehr als vier Karten darf dabei niemals in einem Stapel vorhanden sein und fertige Sets werden offen vor einem abgelegt. Sind bei einem Spieler alle Sets offen, ist das Spiel beendet.
Macht das Kartenspiel Piles Spaß?

Piles ist ein schnelles, hektisches Spiel, das kaum 15 Minuten dauert und etwas Frustrationspotenzial hat. Denn wenn einer eine bestimmte Karte auf der Hand hält und auf eine andere bestimmte Karte im Stapel wartet, kann es frustrierend werden. Denn man wartet umsonst die ganze Zeit und schaut irgendwann zu, wie die anderen sich die Karten um die Ohren schlagen. Es gab vor Jahren mal ein ähnliches Konzept unter dem Namen Wühltisch oder Zaster. Und schon damals konnte ich nichts mit diesem Spielprinzip anfangen. Denn wenn nur einer blockiert, scheidet ein anderer aus. Das alte Zaster hatte sogar mehr Interaktion. Auch die Unterschiede der Kleidungsstücke sind bei schlechtem Licht nicht gut zu erkennen.
Piles ist Action und Hektik pur. Wer so etwas in einer großen Gruppe mag, dem kann ich es empfehlen. Für den normalen Spieler oder Vielspieler bietet Piles allerdings nicht genügend Abwechslung, selbst als Absacker ist das so. Es macht für einen kurzen Moment Spaß, hat aber keinen großen Wiederspielreiz.
Ich habe es aber nur mit Mitspielern über 35 Jahren spielen können. Vielleicht hat es unter Jugendlichen einen größeren Wiederspielreiz. Da die alten Spiele dieser Art längst von allen Verkaufslisten im regulären Handel verschwunden sind, kann es vielleicht bei jüngeren Spielern besser ankommen. Aber auch hier gilt, je mehr Mitspieler desto größer und chaotischer der Spielspaß. Ich greife dann aber in einer großen Gruppe doch lieber zum alten Zaster. Das hat bis heute nichts von seinem Reiz verloren.
