QUIZehn? Hah, da will uns jemand eine Kombination aus „Quizzen“, Quiz und Zehn verkaufen. Genauer gesagt Topp/frechverlag. Das gleichnamige Ratespiele stammt von Rodrigo Rego und Leando Pires, zwei brasilianischen Autoren. Und noch eine Kombination: QUIZehn erinnert an eine Mischung aus Anno Domini und Outburst. Allerdings erreicht es weder die Klasse des einen noch den Gruppenspaß des anderen. Obwohl der Untertitel dieser Ausgabe Natur & Nonsens heißt.
Unsere Wertung zu QUIZehn: Natur & Nonsens
Worum geht es bei QUIZehn: Natur & Nonsens?
Damit ist auch grob erklärt, worum es geht. Reihum sind Fragekarten zu beantworten. Jeweils zehn passende Antworten stehen auf der Karte. Wer an der Reihe ist, muss eine davon nennen oder passen. Beim Passen scheidet die Person aus der laufenden Runde folgenlos aus. Bei einer Antwort können die anderen diese akzeptieren oder anzweifeln.
Die Gretchenfrage: Zweifeln oder nicht?
Akzeptieren sie die Antwort, geht es weiter, bis nach und nach zehn Antworten genannt – und hoffentlich richtig – sind. Zweifelt jedoch jemand an, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Die Antwort war richtig: Pech gehabt, die anzweifelnde Person gibt eines ihrer vier Herzen („Lebenspunkte“) ab und scheidet aus der laufenden Runde aus. Ist kein Herz mehr übrig, scheidet dieser Mensch aus der Partie aus.
- Die Antwort war falsch: Prima, in diesem Fall verliert die Person ein Herz, von der die falsche Antwort kam. Wer angezweifelt hat, erhält dagegen die Fragekarte als Punkt. Danach startet eine neue Runde mit einer neuen Fragenkarten.
Vier Karten für den Sieg oder herzloses Ausscheiden?
Wer zuerst vier Karten gesammelt hat, gewinnt bei QUIZehn – so auch bei der Themenausgabe Natur & Nonsens. Bis dahin ist aber in seltenen Fällen möglicherweise die komplette Konkurrenz ausgeschieden.
Im Zweifel gegen den Zweifel?
QUIZehn bietet einen fiesen Mechanismus. Zum einen führt der Sieg nur über das Zweifeln. Denn nur so gelangt man an die Karten. Aber: Zugleich birgt das Zweifeln das enorme Risiko, aus der laufenden Runde auszuscheiden und ein Herz zu verlieren.
Fiese Fragen wiegen in Sicherheit
Nun kommt bei Natur und Nonsens hinzu, dass die Fragen dazu animieren, nicht einfach alles so stehen zu lassen. Die Kategorien klingen einfach unverfänglich, sodass alle glauben, etwas beitragen zu können. Beispiele? „Tiere, die am meisten Menschen töten“, „Meistverkaufte Schnittblumen in Deutschland“ oder „Weltweit am häufigsten verwendete Gewürze und Gewürzkräuter“.
Alle können mitreden, alle haben eine Idee. Blöd nur, dass auf den Karten dann häufig einige Überraschungen zu finden sind. Und, mal ehrlich, wer kennt aus dem Stegreif denn zu allen Fragen überhaupt eine der zehn Antworten, wenn vier andere Leute am Tisch schon unbezweifelt etwas genannt haben? Dieser Ablauf sorgt mitunter für schnelles Passen (was zwar die Person rettet, spielerisch aber etwas Dampf aus dem Kessel nimmt) und birgt stets das Potenzial, sich zu blamieren.
Wäre es nur anders …
Soweit klingt QUIZehn – Natur und Nonsens eigentlich nicht schlecht, oder? Zumal es in Gruppen mit bis zu zehn Personen funktioniert. Ist es aber nicht.
Mein Problem ist die Mischung aus altbekannten Mechanismen. Klar erkennbar ist Anno Domini als eine Grundlage erkennbar. Allerdings vermisse ich die Leichtigkeit, den Erkenntnisgewinn und das Zittern, wo genau eine Karte einzusortieren ist. QUIZehn – Natur & Nonsens versucht, diesen Ablauf weiterzuentwickeln, bleibt aber leider auf halber Strecke stehen. Es fehlt der Zwang zur Aktion.
Ebenso erkennbar ist als Vorlage Outburst: Zehn Richtige nennen. Nur eben nicht im Team, sondern reihum – und dann nur eine Antwort und das ohne Zeitdruck. Auch hier bleibt QUIZehn hinter den Möglichkeiten zurück. Abhilfe kann hier bei „Dauerdenkmaschinen“ ein kurz eingestellter Timer bieten.
Nett, aber auch nicht mehr

QUIZehn – Natur & Nonsens hat mich nicht überzeugt.
Es gibt so viele spannende Quizspiele und Schätzspiele. Da haben es neue Produkte schwer und müssen das gewisse Etwas, den besonderen Clou bieten. Das ist hier leider nicht der Fall.
Am besten sind aus meiner Sicht die Fragen, die spannende Top-Ten-Listen bieten und wohl recherchiert und zusammengestellt sind. Aber das allein reicht eben nicht, wenn der Mechanismus lahmt – bis hin zum Ausscheiden aus einer Partie. Daher bleibt eine leichte Enttäuschung, auch wenn QUIZehn ein netter Zeitvertreibt ist. Aber nett ist eben nicht gut.
