Quiznight: Männerrunde bietet das Rundum-Sorglos-Paket für einen Abend mit den Jungs. Sch**ß auf Büdchentour! Vatertag mit dem Bollerwagen als gröhlender Menschenschreck durch die Gemeinde ziehen ist out! Junggesellenabschiede in Striplokalen sind schlimmer als schimmelendes Brot! Samstags geht es auch nicht mehr ins Stadion! Und sich sinnlos bei Gesprächen über die Welt ohne Gott die Lampe auszuknipsen, ist auch nicht mehr angesagt. Der unternehmungslustige Männerkreis macht heutzutage einen ordentlichen Quizabend. Ganz ohne Rubbeln und Promille läuft das Ganze dann aber doch nicht ab.
Warum?! Warum?! Und noch 3 x Warum?!
Quiznight: Männerrunde ist so ein herrliches Produkt, das nach mehr als einem “Warum?!” schreit. Die Anleitung ist mächtiger als das Spielmaterial, das, wenn man einmal von ein paar Quiz- und Schätzfragen in verruchtem Rot in der Anleitung absieht, lediglich aus ein paar bunten, runden Aufklebern, ein paar freizurubbelnden Fragen und zwei kleinen Kartenstapeln mit Minispielen besteht. Wobei die Minispiele auch wieder Quizfragen sind. Heißt ja auch Quiznight, das Ding. Da orakelt man nicht plötzlich aus Hautschuppen die Lottozahlen vom kommenden Mittwoch.

Rubbeln, Saufen und rote Folie
Der Quizabend an sich geht dann über drei Runden, in denen idealerweise vier Teams gegeneinander antreten. Die erste Runde heißt doppeldeutig “Rubbelrunde”. Gottlob werden dann aber nur Fragen auf sechs Thementafeln freigerubbelt. Warum man hier nicht, wie üblich, Karten verwendet, anstatt Spielmaterial durch Freirubbeln für spätere Abende, Weiterverkauf oder kostenlose Weitergabe zu entwerten, erschließt sich mir nicht. Ich glaube immer noch, dass man einfach das Wort “Rubbeln” unterbringen wollte.
In der nächsten Runde versucht jedes Team, in zwei Minuten möglichst viele Fragen zu beantworten. Die Fragen und Antworten kann man nur mit einer Rotfolie lesen. Auch hier wären Karten wieder einfacher gewesen. Die hätte man nach jeder beantworteten Frage manlike durch den Raum pfeffern können.

Die finale Runde kommt dann mit ein paar wenigen Schätzfragen daher, deren Antworten vermutlich nach 1-2 Jahren schon wieder überholt sind. Hier arbeitet man auch wieder mit Rotfolie. In Runde 1 hatte es sich somit schon ausgerubbelt.
Quiznight: Männerrunde – “Bier und Korn, ich kann nicht mehr fahr’n”
Damit der Abend ein voller Erfolg wird, kann man sich noch eine Vorlage für eine Einladung zum Ausdrucken runterladen. Außerdem gibt es in der Anleitung noch Rezeptideen, bei denen natürlich der Bierlikör (dunkles Bier mit ordentlich Korn und Zucker) nicht fehlen darf. Damit der Abend aber ein voller Erfolg wird, ist nicht nur volle Kraft in der Küche gefragt, sondern auf den letzten Seiten gibt es noch standesgemäß Dekoideen aus Kron- und Weinkorken. Gut, dass wir vorher schon ein paar Eimer Bierlikör aufgesetzt haben.

Keine falsche Antwort unter 3 Promille
Ja, was soll ich sagen. Kann man machen. Aber irgendwie ist das Ding hier schon cringe. Besonders die Fragen. Kommt wirklich Spannung auf, wenn man Fragen wie “Was ist das Gegenteil von groß?” oder “Was misst man in Fahrenheit?” beantworten soll? Das misslingt nur, wenn man zwischen den Fragen immer ein Glas Bierlikör ext. Oder man dreht sich 5 Minuten im Kreis und versucht dann, mit der Rotfolie die Fragen vorzulesen. Ohne dass der Bierlikör wieder rauskommt.
Harte Probe für die Männerfreundschaft

Ich habe ein Herz für Nischenprodukte, aber mit Quiznight: Männerrunde stellt man die Freundschaft zu seinen Kumpels auf eine harte Probe. Also, solltet Ihr das anders sehen, empfehle ich Euch, wirklich ordentlich Bierlikör bereitzustellen und zum Abschluss jedem die liebevoll zusammengeklöppelten Kunstwerke aus Korken mit Widmung mitzugeben. Übrigens gibt es das Quizspiel Quiznight auch für Mädels- und Familienabende. Würde mich wirklich interessieren, was man da in der heimischen Küche zusammenbraut.
