Ramen Chef: Ausschnitt der Titelillustration, Foto Riemi

Ramen Chef

von Riemi
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Ramen (eine japanisches Nudelsuppe) wollte ich schon immer mal ausprobieren. Nur dass es im Pizzakarton geliefert wird, irritiert. Zum Glück ist keine Nudelsuppe im Karton. Sondern (Überraschung!) ein Spiel! Ramen Chef ist sieht auf den ersten Blick ungewöhnlich aus. Statt eine bunte Hochglanzschachtel, bedruckter Pizzakarton auf braunen Untergrund. Was mir ebenfalls auffällt: Made in Germany. Der Autor Thade Precht ist für dieses „brutale“ (dieses Wort aus der Regel hat mich einfach angesprochen) Spiel von Heldbergs Game verantwortlich. Denn der Markt um die besten Zutaten für Ramen in Tokio soll hart umkämpft sein.

Spielregeln: So funktioniert Ramen Chef – oder auch: meine Augen!

Ramen Chef: offene Packung, Foto Riemi
Ramen Chef: offene Packung, Foto Riemi

Brutal für meine Augen ist erst mal die Schriftgröße der Spielregel. Dabei habe ich schon eine Lesebrille und brauche jetzt noch zusätzlich für die Regel von Ramen Chef eine Leselampe. Dafür ist sie aber auch nur zwei kleine Seiten lang.

Brutale Nudelsuppe tanzen

Ramen Chef: die Köche, Foto Riemi
Ramen Chef: die Köche, Foto Riemi

Gespielt wird eine Memovariante im Ramenstyle (Super, jetzt habe ich das Lied „Gangnam Style“ im Kopf – brutal). Von 28 roten doppelseitigen Karten mit Zutaten, werden neun Karten im 3×3-Raster ausgelegt. Was jetzt kommt, ist bekannt: Zwei Karten werden umgedreht. Sollten die beiden Karten ein Pärchen zeigen, werden sie vor sich abgelegt und die nun fehlenden Karten werden vom Nachziehstapel ersetzt.

Ramen Chef: Material, Foto Riemi
Ramen Chef: Material, Foto Riemi

Zur Ablenkung wird der Name der Zutat gesagt, die umgedreht wird. Wobei: Es gibt auch Karten mit Bier. Jede mitspielende Person hat eine Menükarte bekommen. Damit jeder laut die Zutaten auf Japanisch (Men: Nudeln) sagen kann. Englisch oder Deutsch ist auch okay. Im Prinzip geht auch jede andere Sprache. Klingonisch wäre cool. Hauptsache man einigt sich auf irgendeine Sprache. Wer aber wiederholt die Worte falsch ausspricht, muss die weiteren Karten mit Essstäbchen umdrehen. Was erstaunlicherweise brutal gut funktioniert.

Ramen Chef: Zutatenkarten, Foto Riemi
Ramen Chef: Zutatenkarten, Foto Riemi

Wo waren wir? Zwei oder mehrere Zutatenkarten, die vor einem liegen. Die bringen aber noch keine Punkte. Es gibt da noch ein grünes Plättchen, das am Anfang des Spiels an jede Person verteilt wird. Dieses zeigt an, welche zwei Zutaten benötigt werden, um eine Portion Ramen zu kochen (Bier und Fleisch!?). Wenn das nach einem Zug hinhaut, werden die drei Karten unter einer Spielfigur gestapelt. Ramen Chef wird nach dem Zug beendet, wenn eine Zutatenkarte nachgezogen werden muss, aber der Nachziehstapel leer ist.

Je nach Gedächtnis ist dieses Koch-Memo ganz spaßig

Ramen Chef: Gruß aus der Küche, Foto Riemi
Ramen Chef: Gruß aus der Küche, Foto Riemi

Ist Ramen Chef das brutale Spiel was angekündigt wurde? Die einen sagen so, die anderen so. Je nach Gedächtnis. Ist halt eine Memovariante. Aber keine schlechte. Deswegen sollte Ramen Chef so angenommen werden, wie es wohl gemeint ist. Als Spiel für zwischendurch mit japanischen Lifestyle. Mit viel Spaß beim Spielen und das alles in einer originellen Verpackung. Mit schönen doppelseitigen Spielfiguren aus Holz, die keiner braucht. Esstäbchen(!), wertige Plättchen und die coolen Menükarten (auch schwer im schumrigen Licht zu lesen). Und auch die Spielregel, die mir Kopfschmerzen beim Lesen bereitet hat (bitte barrierefreier machen). All das ist hübsch gemacht.

Ramen Chef: Schachtelgrafik, Foto Heldbergs

Wo sich aber jeder andere Verlag eine Scheibe von abschneiden kann, ist das Konzept vom Heldbergs: Farben ohne Chemie, Holz aus der lokalen Umgebung, der Karton umweltfreundlich recycelbar (dafür innen drin ohne Schnickschnack) und alles in Deutschland hergestellt. Wer das unterstützen möchte und ein Otaku ist, für den passt dieser Verlag. Und Ramen Chef dann damit auch. Brutal.

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