Santa Maria in breiter, größer, schöner und ohne verfängliche Thematik, das ist Saltfjord von Kristian A. Ostby und Eilif Svensson (HUCH!). Die Neuauflage oder besser: die Neuentwicklung, bringt uns in den Norden Norwegens, wo wir unsere Siedlung gestalten, Handelsaufträge erfüllen, neue Technologien entwickeln und Fischfang betreiben können. Drei Runden haben wir dafür Zeit.
Um was geht es bei Saltfjord?
Jeder Spieler besitzt einen Gebäudeplan, auf dem er in jeder Runde mit seinen Würfeln Gebäude aktivieren kann. Man kann weitere Gebäude bauen, um die Würfel noch effektiver nutzen zu können. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, mit Hilfe von Arbeitern einzelne Gebäude zu aktivieren. Siegpunkte können auf verschiedene Weise erworben werden:
- durch das Erfüllen von Aufträgen,
- über die Entwicklungsleisten,
- durch das Sammeln von Fischplättchen mit deinem Fischerboot.
Der Spielablauf

Saltfjord läuft über drei Runden. In seinem Zug führt der Spieler eine der drei folgenden Aktionen aus:
- einen Würfel nehmen;
- ein großes Bauteil auf dem Gebäudeplan bauen;
- die Runde beenden;
- zusätzlich können noch freie Aktionen durchgeführt werden.
In den meisten Fällen nimmt man einen orangenen oder einen weißen Würfel und platziert ihn auf dem Gebäudeplan, entweder oberhalb der Spalte, die der Augenzahl des weißen Würfels entspricht oder links neben der Reihe, die der Augenzahl des orangenen Würfels entspricht. Anschließend können beliebig viele Gebäude in dieser Reihe bzw. Spalte aktiviert werden. Dabei müssen die Gebäude der Reihe nach aktiviert werden und es darf kein Würfel oder Arbeiter auf dem Gebäude liegen. Zum Schluss wird der Würfel auf das letzte aktivierte Gebäude gelegt. Mit Hilfe eines zu zahlenden Fisches kann der Wert des Würfels geändert werden.

Die Gebäude im Spiel
Es gibt verschiedene Arten von Gebäuden bei Saltfjord. Durch Produktionsgebäude erhält man Ressourcen bzw. wertet diese auf. Aktionsgebäude erlauben verschiedene Aktionen.
Man kann z. B. einen Auftrag erfüllen oder Entwicklungen vorantreiben, ein kleines Bauteil (ein oder zwei Quadrate groß) errichten oder man geht Fischen. Entwickelt werden Handwerkskunst, Schreinerei, Logistik und Fischen. Beim Voranschreiten auf einer der vier Leisten gibt es entweder Soforteffekte oder permanente Fähigkeiten. Beim Fischen bewegt man entweder sein Fischerboot auf dem Fluss oder man fährt zurück in den Hafen. Fährt das Boot in den Hafen zurück, kommen gesammelte Fischplättchen neben den Gebäudeplan. Für vollständig bebaute Reihen oder Spalten gibt es eine Belohnung.

Aktionen ohne Würfel
Statt einen Würfel zu nehmen, kann man gegen Abgabe eines Holzes und einer Planke ein großes Bauteil (es deckt drei leere Felder auf dem Gebäudeplan ab) errichten. Jederzeit während des Zuges können zudem freie Aktionen ausgeführt werden, mit denen man Ressourcen abgeben, Ressourcen auf- oder abwerten kann oder einen Arbeiter auf dem Gebäudeplan einsetzen kann.
Wer keinen Würfel mehr zur Verfügung hat und kein großes Bauteil mehr bauen kann oder will, beendet die Runde. Jetzt kann man auf dem Tavernenfeld eine freie Taverne auswählen und die zugehörige Aktion ausführen. Die Aktionen sind ähnlich wie bei den Aktionsgebäuden. Danach darf man noch jede Anlegestelle des Lagerplans von oben nach unten aktivieren.

Wer seine Runde beendet hat, darf natürlich in dieser Runde keine weiteren Aktionen ausführen. Haben alle die Runde beendet und es ist noch nicht die dritte Runde gewesen, wird die nächste Runde vorbereitet. Genutzte Arbeiter kommen zurück auf das Arbeiterfeld. Ein weiterer Würfel wird hinzugefügt und alle Würfel werden neu gewürfelt. Startspieler wird die Person, die in den Tavernen am weitesten links liegt.
Das Spielende bei Slatfjord
Nach der dritten Runde endet das Spiel und es kommt zur Schlusswertung. Jetzt werden alle noch vorhandenen Ressourcen in Fisch umgetauscht. Für je 3 Fische gibt es dann einen Punkt. Es gibt Punkte für Auftragsplättchen und für die Position der jeweiligen Entwicklungsmarker. Die Person mit den meisten Punkten gewinnt Saltfjord.

Variation
Wer genug Erfahrung mit dem Spiel gesammelt hat, für den gibt es noch eine Spielvariante für Fortgeschrittene. Hier kommen zusätzlich Wagen ins Spiel, mit denen ihr euch über den Gebäudeplan bewegen könnt.
Kritik am Thema, aber die Mechanismen überzeugen
Die Hauptmechanik von Santa Maria ist geblieben, die Thematik hat sich jedoch bei Saltfjord geändert. Die Mechanismen überzeugen nach wie vor, das Thema dagegen eher nicht.
Optisch hat das Spiel in meinen Augen auf jeden Fall gewonnen, trotzdem bleibt auch Saltfjord selbst doch eher abstrakt. Es ist dabei sehr variabel und keine Partie verläuft wie die andere. Das liegt an den verschiedene Schrauben, an denen man drehen kann. Die Interaktion besteht hauptsächlich darin, Würfel an sich zu nehmen, auf die auch die Mitspieler spekulieren.
Gebäude, Fischfang, Aktionen, Aufträge – es gibt viel zu tun

Wichtig ist es sicherlich, den Gebäudeplan so schnell wie möglich auszubauen. Daneben zahlt es sich aus, den Fischfang nicht zu vernachlässigen. Auch den Ausbau der verschiedenen Entwicklungen sollte man nicht ganz außer acht lassen. Die Vorteile erfüllter Aufträge sind ebenfalls nicht zu verachten. Je nachdem, wie man den Schwerpunkt setzt, verläuft das Spiel immer wieder anders. Aus alldem ergibt sich ein großer Wiederspielreiz.
Für Spieler, die Santa Maria kennen, lohnt sich meiner Ansicht nach ein Blick auf Saltfjord. Für alle anderen ist Saltfjord auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

1 Kommentar
Wirklich ein tolles Spiel! Und in meinen Augen auch sehr atmosphärisch und stimmungsvoll – zumindest beim Betrachten der Schachtelgrafik mit der windgepeitschten Fischfangszenerie läuft mir jedesmal ein kalter Schauer den Rücken hinab. Aber vielleicht erlebe ich das in meinem Alltag halt einfach nur viel zu wenig? ☺️