Schattenwald stammt von Florian Nadler. Erschienen ist es bei Kosmos. Bei Schattenwald handelt es sich um ein Legacy-Spiel, das mehrere Kapitel beinhaltet.
Zum Spieleralter
Wenn sich auf der Schachtel des Spiels Schattenwald unübersehbar das Spieleralter „7+“ befindet, so lässt sich darauf schließen, dass wir es hier mit einem kooperativen Spiel zu tun, das sich auch für jüngste Spieler eignet. Auf der Anleitung steht dabei auch „für 2-4 Kinder“.
Um was geht es bei Schattenwald?

Die jungen Spieler können sich als Zauberer auf eine Abenteuergeschichte einlassen, die aus 18 (!) Kapiteln besteht. Die Aufgaben, die im Verlauf der Geschichte immer anspruchsvoller werden, können nur gemeinsam gelöst werden. Ist man erfolgreich, kann das nächste Kapitel angegangen werden. Immer wieder kommen neue Regeln, Gegenstände, Zutaten und Waldgeister hinzu. Man muss immer bestimmte Zutaten sammeln, um Tiere im Wald zu füttern, Zaubertränke zu brauen usw.
Es kann auch vorkommen, dass man in einem Kapitel nicht sprechen, die Waldboxen (darauf gehe ich später noch näher ein) nicht berühren oder nur von der Rückseite betrachten darf. In zwei Kapiteln kann man Abbildungen auf den Waldkarten nur noch schemenhaft erkennen, da Nebel aufgezogen ist und eine Nebelfolie die klare Sicht verhindert. All dies erschwert das Bewältigen der gestellten Aufgaben, sodass die Spieler noch enger kooperieren müssen.
Nach 10 Kapiteln kommt eine Sanduhr ins Spiel, die immer laufen muss und die Spieler dadurch unter Zeitdruck setzt. Mithilfe von Zaubertropfen darf sie jedoch wieder umgedreht werden.
Die Waldboxen

Nun zu den vorher erwähnten Waldboxen: Pro Spieler wird eine Box mit 3 Waldrahmen und verschiedenen Waldkarten bestückt, auf denen sich Zutaten befinden. Diese Zutaten werden durch die Rahmen verdeckt, sodass man sie nicht alle sofort erkennen kann. Wie in Wirklichkeit wird der Wald, je tiefer man in ihn eindringt, immer dichter und noch schlechter einsehbar. Stämme und Äste verdecken dabei ganz oder teilweise die Sicht auf die gesuchten Zutaten.
Es ist daher sinnvoll, die Boxen genau zu betrachten und gegebenenfalls den Blickwinkel zu ändern. Auch dürfen die Boxen mit denen der Mitspieler getauscht werden. Und nicht zu vergessen: Es darf oder muss sogar mit den anderen kommuniziert werden, welche Zutaten man sieht und welche Aufgabe man lösen kann. Hat man sich für eine Zutat entschieden, muss man jedoch die Aufgabe alleine erfüllen. Für eine helle, gut ausgeleuchtete Atmosphäre sollte gesorgt sein, damit man auch Kleinigkeiten auf den Karten erkennen kann.
Nach erfolgreicher Erfüllung aller Aufgaben darf man das nächste Kapitel aufschlagen. Haben es die Spieler nicht geschafft, müssen sie es noch einmal versuchen.

Das Legacyspiel Schattenwald und der Spielspaß
Die Kinder tauchen in eine geheimnisvolle Abenteuerwelt ein und begeben sich auf den Weg durch den Schattenwald. Äußerst hilfreich wäre es, wenn ein Erwachsener sie auf diesem Weg begleiten und anleiten würde, denn gerade die Spielanleitung ist mit ihren 20 Seiten doch recht umfangreich und nicht gerade kindgemäß.
Diese Anleitung gibt anschaulich fast alle Antworten auf eventuelle Fragen. Auch sämtliche Symbole – und davon gibt es reichlich- werden gut erklärt. Dass man eine Waldkarte aus der Box ziehen und auf den Ablagestapel des Abenteuerbuchs legen darf, auch wenn man die Zutaten nicht verwenden kann, geht leider aus den Regeln nicht hervor, ist aber sinnvoll, da man sonst nicht weiterspielen kann. In einem YouTube-Video wird eine nicht benötigte Waldkarte einfach zur Seite fortgelegt. Das ist natürlich ein Unding!

Schattenwald bietet eine ansprechende Zauberwelt
Ansonsten ist das Spiel für Kinder sehr stimmig. Sie bewegen sich im Wald als Zauberlehrlinge und helfen den Tieren bei der Futtersuche, indem sie Zutaten in ihren Rucksack packen. Sie tauchen somit ein in eine magische und mystische Zauberwelt, die Kinder sofort anspricht.
Reizvoll dabei ist, dass die einzelnen Aufgaben immer anspruchsvoller werden und man zunächst den Ehrgeiz hat, sie eventuell auch erst beim zweiten Versuch zu lösen. Wir haben es hier mit einem abwechslungsreichen, tollen Kinderspiel zu tun, das – wenn man alle Kapitel durchspielt – lange begeistern kann.
Erfreulicherweise ist es möglich, den Spielstand mittels eines Lesezeichen zu speichern, sodass man zu einer späteren Zeit weiter spielen kann. Ob Kinder jedoch immer die nötige Geduld aufbringen, das Kapitel erfolgreich zu beenden, richtet sich nach Spielalter und -erfahrung.
Eindeutig haben wir es hier mit einem ausgezeichneten Legacy-Spiel zu tun. Schattenwald ist also ein Spiel, bei dem sich Spielplan und Regeln im Verlauf der Partie(n) verändern.
